Shiffrin hinterfragt

„Überhaupt nicht“ bereit: US-Ski-Superstar fordert späteren Weltcup-Start

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Mikaela Shiffrin ist die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten. Den in zwei Wochen startenden Auftakt in den Ski-Weltcup kritisiert sie scharf.

Altenmarkt – Es ist so weit: Am 28. und 29. Oktober startet der alpine Ski-Weltcup mit zwei Riesenslalom-Rennen in die neue Saison. Seit 2000 findet der Ski-Auftakt traditionell in Sölden statt. So auch in diesem Jahr.

Mikaela Shiffrin
Geboren:13. März 1995 (28 Jahre alt) in Vail, USA
Weltcup-Siege: 88
Olympiasieger:2x

Ski-Auftakt in zwei Wochen: Wo ist der Schnee?

Am Rettenbachferner, wo die Rennen stattfinden werden, etwa 3000 Meter über dem Meeresspiegel, ist Schnee noch Mangelware.

Das war allerdings auch in den vergangenen Jahren bereits der Fall. Der Weltcup wird trotzdem stattfinden. Bereits im Frühjahr lagerten die Veranstalter den notwendigen Schnee, und auch Bauarbeiten am Gletscher sollen die Rennen gewährleisten.

Mikaela Shiffrin kritisiert den Rennkalender.

Offener Brief von 150 Spitzensportlern an den Ski-Weltverband

Im Einklang mit dem Natur- und Klimaschutz steht das alles nicht. Das sieht auch ein Großteil der Athleten so. „Bis zu welchem Grad sollen wir unsere Umwelt an einen Zeitplan anpassen, den wir haben wollen? Oder sollten wir unsere Zeitpläne an die Umwelt anpassen?“, fragte US-Star Mikaela Shiffrin bei einem Medientermin im österreichischen Altenmarkt.

Die Antwort auf ihre Frage gab Shiffrin selbst: „Der Kalender sollte überdacht werden.“ Die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten steht mit ihrer Meinung nicht alleine da. Rund 150 Spitzensportler hatten in einem offenen Brief an den Ski-Weltverband Fis gefordert, dass der Ski-Weltcup nachhaltiger werden muss. Eine Forderung: ein neuer Rennkalender.

Auch in Sachen Vorbereitung hinterfragt die 28-Jährige den frühen Weltcup-Auftakt. In Europa gebe es laut der US-Amerikanerin immer weniger Trainingsorte in der Vorsaison und auch sie selbst sei noch „überhaupt nicht“ bereit für eine Saison mit 45 Rennen.

Geisenberger, Frenzel & Co.: Diese deutschen Wintersport-Stars haben 2023 ihre Karriere beendet

Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.
Rennrodlerin Natalie Geisenberger hat ihre Laufbahn nach sechs Goldmedaillen bei Olympia, neun WM-Titeln und acht Gesamtweltcup-Siegen für beendet erklärt.  © IMAGO/Andrew P. Scott
Biathletin Denise Herrmann-Wick jubelt vor dem Holmenkollen.
Es war der Paukenschlag in der Wintersport-Saison 2022/23: Ex-Langläuferin und Biathletin Denise Herrmann-Wick beendete als amtierende Olympiasiegerin ihre Karriere. © IMAGO/VEGARD GRØTT
Eric Frenzel wird von Sportler der Nordischen Kombination verabschiedet.
Ein ganz großer deutscher Sportler verlässt die Nordische Kombination: Eric Frenzel. 2014 und 2018 wurde er Olympiasieger. © IMAGO/GEPA pictures/ Patrick Steiner
Nico Ihle beim Eisschnelllauf.
Der Eisschnellläufer Nico Ihle beendete seine lange Karriere mit 37 Jahren. Sein größter Erfolg: Die WM-Silbermedaille 2017 in Gangneung. ©  via www.imago-images.de
Die deutsche Biathletin Luise Müller beim IBU Cup in Pokljuka.
Die deutsche Nachwuchs-Hoffnung im Biathlon, Luise Müller (22), verkündete völlig überraschend ihr Karriereende. © IMAGO/Harald Deubert
Der deutsche Skifahrer Julian Rauchfuss bei der Abfahrt.
Eine Silbermedaille nahm Technik-Spezialist Julian Rauchfuss bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking mit nach Hause. © IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Die Biathletin Vanessa Hinz am Schießstand bei ihrem letzten Rennen in Obertilliach
Von Verletzungen und Rückschlägen in der Saison 2022/23 verfolgt: Vanessa Hinz. Die 31-jährige Biathletin hörte 2023 nach ihrem letzten Rennen beim IBU Cup in Obertilliach auf. WM-Silber 2020 im Einzel ist einer ihrer größten Triumpfe. © Harald Deubert/imago
Der deutsche Sportler Jonas Dobler beim Skilanglauf.
Jonas Dobler (Skilanglauf) beendete nach zehn Jahren im Weltcup seine Karriere. © IMAGO/Eibner/Memmler
Nolan Seegert tanzt mit seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase auf dem Eis.
Der 30-jährige Nolan Seegert beendete seine Karriere als Paarläufer aufgrund der Trennung von seiner Lauf-Partnerin Minerva Hase (l.). © IMAGO/Stephanie Gouiran
Skirennläuferin Marlene Schmotz umfährt Slalom-Stange beim Weltcup.
DSV-Slalom-Spezialistin Marlene Schmotz (29) verabschiedete sich nach zehn Jahren im Ski-Weltcup aus dem Alpinsport.  © Wolfgang Grebien/GEPA pictures/imago
Der 30-jährige Paul Fentz beim Eiskunstlauf.
Paul Fentz: Der Eiskunstläufer und viermaliger deutsche Meister zog einen Schlussstrich unter seiner Laufbahn auf dem Eis. © Laci Perenyi via www.imago-images.de
Der deutsche Skirennfahrer David Ketterer beendete den Weltcup in Chamonix auf dem 22. Platz.
Mit David Ketterer haben gleich drei deutsche DSV-Asse ihre Ski nach dieser Saison abgeschnallt. Der 29-jährige gebürtige Donaueschinger kämpfte in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen - 2022 wurde „Kette“ zudem Vater.  © Mario Buehner/GEPA pictures/imago

Auch Neureuther kritisiert Rennkalender

Beim Rennkalender geht es dabei nicht nur um einen späteren Start, sondern auch um die Minimierung der Reisestrecken. Bereits im März dieses Jahres hatte Felix Neureuther gegenüber der Augsburger Allgemeinen kritisiert: „Das hat nichts mehr mit Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit zu tun.“

Zumindest beim Start der Weltcup-Saison könnte sich der alpine Skizirkus an anderen Wintersportarten orientieren. Im Biathlon oder Skispringen beginnt die Saison zum Beispiel erste einen guten Monat später. (kk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Sergio Bisi

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