Olympia 2026 Eröffnungsfeier: Bei der Zeremonie kommt es zu einer Premiere
VonPhilipp Kuserau
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Vier Orte, ein Gänsehautmoment: Die Eröffnung von Olympia 2026 geht neue Wege und spannt ein Band von der italienischen Metropole bis zu den Dolomiten.
Mailand – Der 6. Februar 2026 wird zur Premiere im olympischen Winter: Erstmals in der Geschichte verteilt sich die Zeremonie der Winterspiele auf vier Orte – im San Siro in Mailand sowie in Cortina d’Ampezzo, Livigno und Predazzo. Das San Siro Stadion bleibt das Herz der Show, doch die Parade der Teams findet parallel auch in den Bergorten statt.
Die Idee ist ebenso spektakulär wie pragmatisch: Das dezentral organisierte Eventgebiet spannt sich über mehr als 22.000 Quadratkilometer mit 25 Schauplätzen, Mailand und Cortina trennen fast fünf Autostunden. „Zum ersten Mal können Athleten, die sich bereits in den Bergen befinden, teilnehmen“, sagte OK-Chef Andrea Varnier bei der Vorstellung der Pläne.
Olympia 2026 Eröffnungsfeier findet erstmals an vier Orten statt
Auch das olympische Feuer folgt dem dezentralen Konzept: Es brennt an zwei Orten, im Arco della Pace im Zentrum Mailands und auf der Piazza Dibona in Cortina, wo die Flamme bereits 1956 geleuchtet hat. Die Parade der Teams wird auf alle vier Orte verteilt, um Nähe zu den Wettkampfstätten zu schaffen – in Cortina etwa für Curling, in Livigno für Snowboard und Freestyle, in Predazzo für den nordischen Skisport.
Nationen dürfen wie auch schon bei Olympia 2024 zwei Fahnenträgerinnen oder Fahnenträger benennen und sie auf verschiedene Standorte aufteilen. Gastgeber Italien zeigt die Trikolore an allen vier Bühnen. „Diese Parade soll auf dem Bildschirm den Eindruck vermitteln, dass wir alle zusammen sind“, erklärte Andrea Varnier – ein Statement also für Gemeinschaft trotz Distanz. Die Winterspiele werden auch diesmal wieder im Free-TV zu sehen sein.
Die Sportstätten der Olympischen Winterspiele 2026: 900 Kilometer Entfernung und keine Stimmung?
Kreativdirektor Marco Balich stellt das Spektakel unter das Motto „Armonia“ – Harmonie zwischen der Modemetropole und den Dolomiten. „Die Eröffnungsshow soll eine Hommage an den italienischen Geist und eine Botschaft des Friedens für die Welt werden“, erklärte Balich. Zugleich werde das Budget wohl deutlich unter Paris 2024 und Peking 2022 liegen.
Die Winterspiele laufen vom 6. bis 22. Februar 2026, verteilt auf Mailand, Cortina d’Ampezzo und weitere alpine Zentren. Neben Klassikern wie Ski alpin, Biathlon und Eishockey rücken bei den Winterspielen 2026 neue Disziplinen wie Ski-Mountaineering, Mixed-Team-Skeleton oder das Skispringen der Frauen von der Großschanze in den Fokus – alle Wettbewerbe und Termine in der Übersicht.
Für 2026 sind 16 Sportarten vorgesehen, in denen 116 Medaillenentscheidungen anstehen – 54 bei den Männern, 50 bei den Frauen und 12 in gemischten Wettbewerben. Erwartet werden etwa 3.500 Athletinnen und Athleten aus rund 90 Ländern. Insgesamt werden 245 Gold-, 245 Silber- und 245 Bronzemedaillen vergeben. (kus)