VonKorbinian Kothnyschließen
Bei seinem Comeback-Versuch muss Aleksandar Aamodt Kilde immer wieder Rückschläge verkraften. Er hatte sogar kurzzeitig um sein Leben gefürchtet.
München – Vor mittlerweile guten zehn Monaten erlebte Aleksandar Aamodt Kilde im Januar auf der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen einen schweren Sturz, der den Norweger noch immer beeinträchtigt. Bei dem Unfall kugelte sich Kilde unter anderem die Schulter aus, was eine Operation erforderte.
Kilde stand kurz vor Blutvergiftung
Doch die Komplikationen blieben nicht aus: Im Juli setzte eine Infektion ein und verhinderte seine Rückkehr in den Skisport im kommenden Winter. Die Situation verschärfte sich derart, dass Kilde sogar um sein Leben bangte.
In einem Interview mit dem österreichischen Standard offenbarte Kilde nun: „Ich stand knapp vor einer Blutvergiftung. Das willst du auf keinen Fall bekommen, das hätte lebensgefährlich werden können.“ Die Infektion griff den Schulterknochen an, was eine weitere Operation notwendig macht, sobald die Entzündung abgeklungen ist.
„Die Infektion begann, den Knochen zu zersetzen. Ich muss warten, bis die Infektion verschwunden ist, erst dann kann ich mich ein weiteres Mal operieren lassen. Ich tue alles dafür, dass das bald passiert“, erklärt das Speed-Ass das weitere Vorgehen. Diese unerwarteten Rückschläge haben bei Kilde nicht nur physische, sondern auch emotionale Spuren hinterlassen.
Ski-Leidenschaft siegt: Kilde peilt Comeback an
Der 32-Jährige gesteht, dass die Unsicherheit darüber, ob er seine Karriere fortsetzen möchte, ihn stark beschäftigte. „Ich war unsicher, ob ich zurückkommen kann und will. Es war mir alles zu viel“, gibt der Ski-Star unumwunden zu.
Dennoch entschied sich der Verlobte von Mikaela Shiffrin dazu, an einem Comeback zu arbeiten. „Ich liebe das, was ich tue. Ich spüre nicht nur Leidenschaft für den Sport, sondern auch für den Lebensstil“, erklärt Kilde. Die monatelange Trennung von seinen Teamkollegen habe ihm gezeigt, wie sehr er diesen Aspekt seines Lebens vermisst.
Trotz der schweren Zeiten hat der Norweger während seiner Verletzungspause wertvolle Erkenntnisse gewonnen. „Es geht nicht nur ums Skifahren“, weiß Kilde jetzt. „Das Leben bietet viele Dinge.“ (kk)
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