Ex-Bayern-Star Sané reagiert auf Frust-Start in der Türkei
VonPhilipp Kuserau
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Nach Bankplatz, DFB-Frust und Wiesn–Wirbel zieht Leroy Sané plötzlich die Zügel an und peilt die dringend erforderliche Wende an. Kann er die WM-Saison noch retten?
Istanbul – Der Auftakt bei Galatasaray verlief für Leroy Sané mehr als holprig. Nach einem frühen Erfolgserlebnis mit Tor und Vorlage geriet der ehemalige Bayern-Star ins Stocken, zuletzt blieb für ihn in der Champions League gegen Liverpool und im Liga-Duell bei Besiktas nur die Zuschauerrolle – 90 Minuten auf der Bank. Auf eine DFB-Einladung zur Länderspielpause wartete er vergeblich, selbst auf der Wiesn kam es zu einem Zwischenfall. Doch nun scheint Sané die Botschaft verstanden zu haben.
Der 29-Jährige will endlich Fahrt aufnehmen in dieser so wichtigen WM-Spielzeit. Nach den Frust-Wochen soll jetzt der Umschwung kommen. Seine ersten Ziele: Automatismen lernen und sich wieder unverzichtbar machen. Dazu passt seine Reaktion unmittelbar nach der Länderspielpause: keine weiteren freien Tage, stattdessen zusätzliche Einheiten am Klubzentrum in Istanbul – abgestimmt mit dem Verein.
Ex-Bayern-Star Leroy Sané reagiert auf Frust-Wochen mit Extraeinheiten
Der Weg zurück in die Startelf führt für Sané über Details. Laut eines Berichts der Sportbild erläuterte Trainer Okan Buruk ihm in einem Extra-Gespräch, warum er zweimal draußen blieb: Abläufe, Abstimmung, defensive Kompaktheit – gerade in Spielen, in denen Stabilität Priorität hat. Sané nahm die Hinweise an und legte nach der Rückkehr aus München freiwillig Schichten ein.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben, darunter das Champions-League-Duell mit Bodø/Glimt, sollen seine Qualitäten im Eins-gegen-eins, im Tempo–Wechsel und im letzten Pass wieder zum Tragen kommen. Im besten Fall bestimmen dann auch wieder die sportlichen Schlagzeilen die Berichterstattung rund um Sané.
Sportler-Familie, Freundin und Kinder – Bayern-Abgang Leroy Sané privat
Denn zuletzt verlief sogar selbst der Besuch seiner alten Bayern-Kollegen auf dem Oktoberfest nicht ohne Nebengeräusche. Als er am letzten Wiesn-Sonntag zusammen mit einigen FCB-Stars feiern wollte, geriet er in eine Rangelei, nachdem ihn Besucher mit „Scheiß Gala“ provoziert hatten. Der Vorfall blieb ohne sportliche Konsequenzen und brachte ihm bei Galas Fans sogar Respekt in den Netzwerken. Sané selbst zog die Lehre, in ähnlichen Situationen gelassener zu bleiben.
Für Sané zählt ab jetzt jedes Spiel und jede Trainingseinheit, um mit sportlicher Leistung auf die zuletzt immer lauter werdende Kritik zu reagieren. Konstanz, Disziplin gegen den Ball und schnelle Eingewöhnung in die Team–Mechanik bei Gala dürften dabei der Schlüssel zum Erfolg sein. Gelingt ihm der Anschluss, wäre der Frust–Start wohl bald nur noch Fußnote einer Saison, in der er unbedingt noch auf den deutschen WM-Zug aufspringen möchte. (kus)