VonChristopher Michelschließen
Bei Eintracht Frankfurt steigt Ellyes Skhiri immer mehr zum Leistungsträger auf. Hat Trainer Dino Toppmöller die perfekte Position für ihn entdeckt?
Frankfurt - Die Zeit von Ellyes Skhiri bei Eintracht Frankfurt war bislang eine sehr wechselhafte. Nach einem guten Start im Herbst 2023, folgte vor allem nach der Rückkehr vom enttäuschend verlaufenden Afrika Cup ein Formtief, aus dem er kaum noch herauskam. Doch in der kurzen Winterpause ist offenbar etwas passiert. Skhiri tritt in den ersten vier Partien des Jahres 2025 bislang wie verändert auf.
Skhiri hatte 109 Ballkontakte gegen Ferencvaros
Beim 2:0-Erfolg gegen Ferencvaros am siebten Europa League-Spieltag war er blitzsauber unterwegs. Skhiri hatte 109 Ballkontakte, 94 Prozent seiner 100 gespielten Pässe kamen beim Mitspieler an, darunter zwei Schlüsselpässe. In dieser Verfassung ist der vor 18 Monaten ablösefrei vom 1. FC Köln gekommene Tunesier der erhoffte Achsenspieler. Skhiri bezeichnet sich zwar selbst nicht als „Lautsprecher“.
Und doch führt der 29-Jährige auf seine ganz eigene Art und Weise. Sein Trainer Dino Toppmöller lobte: „Im Spiel gegen den Ball gibt er der Mannschaft Stabilität. Beim Aufsammeln von zweiten Bällen ist Ellyes sehr fleißig. Er hat eine gute Positionierung und läuft in jedem Spiel rund 13 Kilometer.“ Skhiri sorgt bei dominanten Auftritten für die nötige Struktur im Spiel der Hessen. „Es ist schön zu sehen, dass wir ihm Vertrauen gegeben haben und er es so zurückzahlt“, erkannte der Coach.
Toppmöller lobt Skhiri - und das Kollektiv
Es wäre allerdings falsch, die defensive Stabilität der Frankfurter nur auf einen Spieler zurückzuführen: „Es ist immer eine Sache des Kollektivs. Wenn ich sehe, wie unsere Stürmer nach hinten arbeiten, dann ist das außergewöhnlich gut und unser Schlüssel.“ Je intensiver und aggressiver Hugo Ekitiké, Ansgar Knauff oder Can Uzun in vorderster Spitze arbeiten, desto mehr profitiert das gesamte Team davon.
„Wenn die Spieler vorne nicht richtig anlaufen, dann löst das eine Kettenreaktion aus“, zeichnete Toppmöller ein mögliches Bild. Wenn Ekitiké oder Knauff ein Loch reißen, dann muss auch Skhiri seine Zone verlassen, woraufhin die Abwehrkette herausrücken muss und Chaos auf dem Feld entsteht. „Deshalb hilft uns diese Disziplin enorm weiter“, nahm der Coach die Angreifer weiter in die Pflicht.
Götze, Larsson und Skhiri als das Herzstück
Skhiri bildet gemeinsam mit Hugo Larsson und Mario Götze aktuell so etwas wie das Herzstück des Teams. Das Trio fungiert als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff. Skhiri ist dabei der ruhige Abräumer, Götze der kreative Spielmacher und Larsson der nimmermüde „Box-to-Box-Player“. Ein Gegentor in den vergangenen vier Pflichtspielen, in denen das Team dreimal die Null hielt, sind ein Qualitätsmerkmal. Und Skhiri? Er ist derzeit ein ganz wichtiger Teil davon.
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