FCB-Legende Elber heißt eigentlich gar nicht „Giovane“ - daher kommt der Spitzname
VonChristoph Gschoßmann
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Bayern-Strumikone Giovane Elber prägte die Bundesliga, doch sein Spitzname „Giovane“ stammt aus seiner Zeit in einem anderen europäischen Land.
München – 133 Tore erzielte er in der Bundesliga, und liegt damit hinter Robert Lewandowski und Claudio Pizarro auf Rang 3 der besten ausländischen Torjäger in der Liga-Geschichte: Giovane Elber, der einst für den FC Bayern, den VfB Stuttgart und Borussia Möchengladbach kickte. 2003 wurde Elber Torschützenkönig, doch eigentlich hätte auf der Kanone nicht „Giovane“ Elber stehen dürfen...
Elber erhielt seinen Spitznamen in Italien – in seiner Zeit beim AC Mailand
Denn: Elber heißt eigentlich gar nicht „Giovane“. Oder hieß. Als er am 23. Juli 1972 in Londrina in Brasilien geboren wurde, war sein bürgerlicher Name Élber de Souza. Wieso also „Giovane“?
Giovane Elber
Geboren
23. Juli 1972 in Londrina, Brasilien
Ehemalige Vereine
Londrina EC, AC Mailand, Grasshopper Club Zürich, VfB Stuttgart,\tFC Bayern Münche, Olympique Lyon, Borussia Mönchengladbach, Cruzeiro Belo Horizonte\t
Nationalmannschaftseinsätze
15 Spiele, 7 Tore
Am Klang kann man es bereits erahnen: Sein neuer Vorname stammt aus Italien. Von 1990 bis 1991 war der AC Mailand Elbers erste Profistation in Europa, auch wenn dort keinen einzigen Pflichtspieleinsatz absolvierte. In Mailand konnte er sich nicht durchsetzen, und verließ die Modestadt nach nur einem Jahr per Leihe zu den Grashoppers Zürich in der Schweiz. Doch den Spitznamen, den er sich mit seinen gerade mal 18 bis 19 Jahren dort von der Lokalpresse holte, blieb: Il „Giovane“ Elber, „der junge Elber“.
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„Magisches Dreieck“ in Stuttgart – viele Titel mit dem FC Bayern
In der Schweiz schließlich lief es viel besser für Elber, der mit der Empfehlung von 41 Toren in 69 Spielen in die Bundesliga wechselte. Der Rest ist Geschichte: In Stuttgart bildete er gemeinsam mit Krassimir Balakow und Fredi Bobic das „Magische Dreieck“, wonach er schließlich vom FC Bayern München verpflichtet wurde. Bei den Isarstädtern sammelte er vier Meisterschaften und DFB-Pokale, wurde Champions-League-, UEFA-Cup- und Weltpokalsieger. Er ist einer der erfolgreichsten Stürmer, die der Klub je hatte. Immer lief es jedoch nicht rund: Es gab auch Krisen während Elbers Zeit in München (Zitat Elber: „... weil wir sonst vom Franz auf die Fresse kriegen“).
Natürlich ist Elber nicht der einzige Brasilianer, der einen Spitznamen als Pseudonym angenommen hat. Die Kicker aus Südamerika sind stolz auf ihre Spitznamen, die unter anderem daher rühren, dass es dort viele Nachnamen besonders häufig gibt, wie de Souza, da Silva oder dos Santos. Daher sind Spitznamen zur besseren Unterscheidung zur gängigen Praxis geworden. Oder kennen Sie Ricardo Izecson dos Santos Leite, Marcos Evangelista de Moraes oder Ronaldo de Assis Moreira? Falls nicht: In der Fußballwelt sind diese drei Herren als Kaka, Cafu und Ronaldinho bekannt. Wie eben Elber de Souza für immer „Giovane“ Elber sein wird. (cgsc)