Seltsamer Auftritt in Südtirol

„Traumspiel“-Foto als Wechsel-Indiz von Bayern-Star? „Bild sagt eigentlich alles“

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Verlässt Benjamin Pavard den FC Bayern München noch in diesem Sommer? Der Auftritt in Südtirol hinterlässt Fragezeichen – ein Bild spricht Bände.

Kaltern – Der FC Bayern München ist erfolgreich in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Zum Auftakt gab es einen 4:0-Sieg gegen den SV Werder Bremen. Abwehrspieler Benjamin Pavard blieb am Freitagabend ohne Spielzeit – durfte dafür einen Tag später beim Traumspiel in Südtirol ran.

Benjamin Jacques Marcel Pavard
Geboren: 28. März 1996 (Alter: 27 Jahre), Maubeuge, Frankreich
Vertrag beim FC Bayern München bis:30. Juni 2024
Marktwert:40 Millionen Euro

Benjamin Pavard mit spannendem Südtirol-Auftritt

Dabei gab der Franzose aber nicht das allerbeste Bild ab. Pavard blieb nach seinem Treffer zum 1:0 relativ emotionslos, trat später sogar noch gegen einen Gegenspieler nach. Wohl gemerkt: Es ging gegen eine Auswahl eines Südtiroler Bayern-Fanclubs. Letztlich gewann der Rekordmeister das Spiel mit 6:1. Der Auftritt von Pavard bleibt aber im Gedächtnis – auch aus einem weiteren Grund.

Nach der Partie gab es noch ein großes Mannschaftsfoto. Mit beiden Teams, Schiedsrichtern, Einlaufkindern und den Fans im Hintergrund. Pavard ist auf dem Bild auch zu sehen – komplett isoliert von der Bayern-Mannschaft als einziger FCB-Kicker am linken Bildrand. Er legt den Arm um einen Südtiroler Spieler, macht aber einen leicht gelangweilten Eindruck. Es passt zur aktuellen Situation des 27-Jährigen.

„Traumspiel“-Foto als Wechsel-Indiz von Pavard? „Bild sagt eigentlich alles“

Der Nationalspieler würde die Bayern eigentlich gerne verlassen, in den vergangenen Monaten gab es immer wieder Wechselgerüchte. Zuletzt soll Inter Mailand am Weltmeister von 2018 interessiert gewesen sein. Weil sich Josip Stanisic aber Bundesliga-Konkurrent Bayer Leverkusen anschließen wird, pochen die Münchner auf einen Pavard-Verbleib – was momentan wohl für zusätzlichen Frust beim ehemaligen Stuttgarter sorgt. Gut möglich, dass er diesen Unmut mit nach Südtirol genommen hat und sich dort deshalb nicht von seiner Schokoladen-Seite präsentierte.

Auch den Fans war die sinnbildliche Positionierung von Pavard beim Gruppenfoto aufgefallen. „Das Bild sagt eigentlich alles. Pavard ist mit dem Kopf schon woanders, deshalb könnte ich den möglichen Stanisic-Abgang nicht nachvollziehen“, schreibt ein Anhänger bei Instagram. Für seinen Kommentar erhielt er über 200 „Gefällt-mir“-Angaben (Stand: 20. August, 7 Uhr). Weitere Reaktionen aus den sozialen Netzwerken lauteten: „Pavard hat richtig Bock“, „Den Pavard fahr ich mim Tretroller nach Mailand oder Manchester“ oder „Verkauft Pavard“ (mehrmals).

Pavard will FC Bayern verlassen – Münchner bräuchten aber gleichwertigen Ersatz

Klar ist: Das Wechselfenster ist noch bis zum 1. September geöffnet und die Bayern haben momentan vier Top-Innenverteidiger: Matthijs de Ligt, Minjae Kim, Dayot Upamecano und eben Pavard. Der sieht sich als Zentrums-Spieler, wurde in München aber meist auf der ungeliebten Rechtsverteidiger-Position eingesetzt. Von den Innenverteidigern ist er tatsächlich der einzige, der rechts hinten spielen könnte – ein klarer Pluspunkt für ihn. Und ein Grund, ihn zu behalten?

Sollte Pavard tatsächlich noch wechseln, bräuchten die Bayern zwingend eine neue Option für die rechte Abwehrseite. Gegen Bremen spielte Noussair Mazraoui, der bei Abgängen von Stanisic und Pavard tatsächlich die einzige Alternative für diese Position wäre – wenn man theoretische Möglichkeiten wie Joshua Kimmich, Konrad Laimer, Alphonso Davies oder Raphael Guerreiro außer Acht lässt. Pavard ist wegen seiner Flexibilität und auch seiner Qualität eigentlich ein klarer Bayern-Trumpf. Ein Verkauf wäre aus sportlicher Sicht nur bei einem gleichwertigen Ersatz ratsam.

Harry Kanes Vorgänger: Legendäre Neuner des FC Bayern München

Gerd Müller jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Die erste große Nummer 9 des FC Bayern trug den Namen Gerd Müller. Über ein Jahrzehnt lief der mittlerweile verstorbene „Bomber der Nation“ mit dieser Zahl auf, insgesamt schoss er in 611 Pflichtspielen 568 Tore für die Münchner. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Dieter Hoeneß bei einem Spiel des FC Bayern
Auch Dieter Hoeneß, jüngerer Bruder von FCB-Patron Uli, trug in den 80er Jahren das Jersey mit der 9. Der Mittelstürmer erzielte in seiner Zeit an der Isar 145 Tore und bereitete 14 weitere vor. © imago sportfotodienst
Roland Wohlfarth bei einem Spiel des FC Bayern
Roland Wohlfarth wechselte mehrfach seine Rückennummer, am häufigsten lief er aber mit der 9 auf. Bis zu seinem Abgang zum französischen Klub AS Saint-Etienne netzte der gebürtige Bocholter in 332 FCB-Spielen 156 Mal. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel via www.imago-images.de
Michael Rummenigge bei einem Spiel des FC Bayern
Lediglich in der Saison 1983/84 zierte die 9 das Trikot von Michael Rummenigge, in der Spielzeit schoss der offensive Mittelfeldspieler in 44 Pflichtspielen 18 Buden. Am häufigsten spielte er übrigens mit der 10, sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund. © imago sportfotodienst
Bruno Labbadia bei einem Spiel des FC Bayern
Vor seiner Zeit als Bundesliga-Trainer war Bruno Labbadia in der höchsten deutschen Spielklasse als Stürmer unterwegs. Seine Zeit beim FCB fand mit der deutschen Meisterschaft 1993/94 ein erfolgreiches Ende. Auf dem Rücken: die Nummer 9. © Imago Images / Sven Simon
Alexander Zickler bei einem Spiel des FC Bayern
Mittlerweile als Co-Trainer bei RB Leipzig unter Marco Rose tätig, trieb Alexander Zickler in den 90er und 2000er Jahren in gegnerischen Strafräumen sein Unwesen. In der Spielzeit 94/95 auch zeitweise mit der legendären Nummer auf dem Rücken. Zehn Tore erzielte er in dieser Saison, insgesamt traf er für den FCB 70 Mal. © Imago Images / Sven Simon
Jürgen Klinsmann bei einem Spiel des FC Bayern
Als Trainer der DFB-Elf war Jürgen Klinsmann hauptverantwortlich für das Sommermärchen 2006, zuvor machte er sich als brandgefährlicher Mittelstürmer einen Namen. Schon beim VfB Stuttgart und bei Inter Mailand trug er die 9 auf dem Rücken, die Tradition setzte sich 95/96 auch in München fort. © imago sportfotodienst
Giovane Elber jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Der Brasilianer mit dem verschmitzten Grinsen kickte sechs Jahre für den deutschen Rekordmeister und durfte 131 Bundesliga-Treffer bejubeln. Bis heute Platz drei unter ausländischen Torschützen im deutschen Oberhaus. Egal ob mit links, rechts oder dem Kopf – bei allen hatte er die 9 auf dem Trikot.  © imago sportfotodienst
Luca Toni jubelt einen Treffer für den FC Bayern
Apropos Jubel: Wenn nach einem Tor mal wieder am Ohr geschraubt wurde, war Luca Toni für den FC Bayern zur Stelle. Von 2007 bis 2010 kickte der großgewachsene Italiener in München, gewann zwei Meistertitel und ein Mal den DFB-Pokal – natürlich trug er dabei die 9. © imago sportfotodienst
Mario Mandzukic jubelt über einen Treffer für den FC Bayern
Nachdem er beim VfL Wolfsburg gemeinsam mit Zvjezdan Misimovic und Grafite die Liga verzauberte, ging Mario Mandzukic für rund 13 Millionen Euro nach München. Mit dem kroatischen Angreifer gewann der FCB die Champions League, Mandzukic steuerte auf dem Weg zum Titel drei Treffer bei. Auch im legendären Finale gegen den BVB netzte er zum 1:0. © imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Robert Lewandowski bejubelt einen Treffer für den FC Bayern
Der jüngste Vorgänger von Harry Kane – und auch einer der erfolgreichsten. Kaum ein Angreifer prägte die Bundesliga und den FC Bayern über so eine lange Zeit wie Robert Lewandowski. 2022 ging er nach acht Saisons, 375 Pflichtspielen und 344 Toren ablösefrei zum FC Barcelona. Dort sicherte er sich, wie zuvor schon in München, das Oberteil mit der Rückennummer 9. © Imago / Action Pictures
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern
Nun also Harry Kane. Für kolportierte 100 Millionen Euro plus möglichen Boni kam der Engländer Mitte August von Tottenham an die Isar und soll die Münchner bestenfalls zu einigen Titeln schießen. © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.

Pavard-Vertrag läuft 2024 aus – Transfer-Millionen eigentlich nur noch in diesem Sommer möglich

Wie Pavard über die ganze Sache denkt, stand ihm in Kaltern ins Gesicht geschrieben. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2024. Die Bayern haben also eigentlich nur noch diesen Sommer, um den Franzosen zu Geld zu machen. Wird der Kontrakt nicht verlängert, könnte Pavard in einem Jahr ablösefrei wechseln. Eine verzwickte Situation – die die Bayern-Bosse in weniger als zwei Wochen lösen müssen. Schneller dürfte es dagegen beim neuen FCB-Torhüter gehen. (akl)

Rubriklistenbild: © FC Bayern München

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