VonMarius Eppschließen
Nach Ausbruch des Krieges in Israel kündigte der jüdische Klub Makkabi Berlin an, seinen Spielbetrieb einzustellen. Doch dazu kommt es nun nicht.
Update vom Donnerstag, 12. Oktober, 20.59 Uhr: Makkabi Berlin trainiert und spielt entgegen den Angaben des Chefs von Makkabi Deutschland weiterhin und will am kommenden Wochenende auch seine Partie im Berliner Landespokal bestreiten. Das versicherte der Verein am Donnerstag in einer Pressemitteilung. „Alle unsere Herrenmannschaften haben die Absicht, zu ihren jeweiligen Spielen am Wochenende anzutreten“, erklärte der Vorstand des Clubs zudem in einer Stellungnahme des Berliner Fußball-Verbands (BFV). „Wir stehen im ständigen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden und dem BFV und vertrauen auf die Vorkehrungen, die für die bevorstehenden Begegnungen getroffen werden“, hieß es weiter. Damit dürfte die für diesen Sonntag beim FSV Berolina Stralau geplante Partie von TuS Makkabi Berlin im Landespokal auch stattfinden.
Trainiert und gespielt werde unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, hieß es. Die verstärkten Schutzmaßnahmen erfolgten nach Angaben des Vereins auf Initiative des Clubmanagements in enger Abstimmung mit dem Berliner Senat. „Wir als multikulturelle Mannschaft, die auch Moslems und Juden versammelt, wollen unbedingt weiterspielen und uns nicht unterkriegen lassen“, hieß es am Donnerstag in der Mitteilung von Makkabi Berlin stellvertretend für den gesamten Verein vom Mannschaftsrat des ersten Herren-Teams: „Nur so können wir ein Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander setzen.“ Für das kommende Wochenende seien auf Wunsch von Makkabi Berlin nur die Partien der Jugendmannschaften des Clubs abgesetzt worden, erklärte der BFV. „Wir gehen mit der aktuellen Situation höchst sensibel um und stehen mit dem TuS Makkabi Berlin, den jeweiligen gegnerischen Vereinen sowie den Sicherheitsbehörden im direkten Kontakt“, versicherte Präsidialmitglied Spielbetrieb, Joachim Gaertner.
Wegen Hamas-Terror in Israel: Makkabi Berlin stellt Spielbetrieb ein
Erstmeldung vom Donnerstag, 12. Oktober, 12.33 Uhr: Berlin – Der Krieg in Israel findet zwar nicht auf deutschem Boden statt. Allerdings ist er auch hierzulande mehr als präsent. In Berlin zeigten Demonstranten ihre Freude über den Hamas-Terror – dass die Terror-Miliz auch in Deutschland Sympathisanten hat, ist traurig und veranlasste unter anderem den deutsch-jüdischen Sportverein Makkabi Berlin dazu, seinen Spielbetrieb einzustellen.
| TuS Makkabi Berlin | |
|---|---|
| Vereinsfarben: | blau-weiß |
| Gründungsdatum: | 26. November 1970 |
| Spielklasse: | NOFV-Oberliga |
| Mitglieder: | ca. 600 |
Makkabi Berlin stellt Spielbetrieb ein: „Absolute Niederlage Deutschlands“
„Letztendlich ist das, wenn wir ehrlich sind, eine absolute Niederlage Deutschlands, eine absolute Niederlage unserer demokratischen Werteordnung“, sagte der Präsident des Verbands Makkabi Deutschland der FAZ. Mit seiner Aussage bezieht sich Meyer auf den gestoppten Sportbetrieb der jüdischen Vereine in Berlin: „Dass wir aufgrund einer Eskalation im Nahen Osten einen sicheren Spiel- und Trainingsbetrieb eines jüdischen Vereins nicht mehr aufrechterhalten können, ist eine absolute Niederlage für uns alle.“
Von der Politik fordert Meyer ein hartes Vorgehen gegen die Unterstützer des Angriffs auf Israel. „Dass wir diese Organisationen, Institutionen und Vereine, die nichts Besseres zu tun haben, als diese Unmenschlichkeiten noch zu feiern, dass wir die nicht noch weiter mit Steuergeldern unterstützen“, sagte der Makkabi-Präsident.
Krieg in Israel: Jüdische Vereine in Deutschland betroffen
„Dass wir nicht zulassen, hier Demonstrationen und Kundgebungen, die die Vernichtung des Staates Israel und Judenhass im Allgemeinen propagieren, zu veranstalten, sondern sie mit aller Härte unseres Rechtsstaates bestrafen, um Freiheit und die demokratische Werteordnung vehement zu verteidigen.“
Die Einberufung von Reservisten der israelischen Armee betrifft laut Meyer auch die jüdischen Vereine in Deutschland: „Ich weiß von sehr vielen Vereinsmitgliedern, die nach Israel zurückfliegen müssen, auch von solchen, die gerade in Israel ihren Militärdienst beendet haben und jetzt wieder zurückkehren.“ Jüngst tötete die Hamas einen Ex-Fußballprofi bei einem Massaker während eines Musikfestivals.
Nach Spielstopp: Makkabi Berlin muss keine Konsequenzen fürchten
Makkabi Berlin befindet sich derzeit mit gegnerischen Mannschaften im Austausch, um Ausweichtermine zu finden. Nach Angaben des Berliner Fußballverbands muss sich der Oberliga-Klub keine Gedanken über einen Zwangsabstieg machen. Makkabi ist amtierender Berliner Landespokalsieger und trat in diesem Jahr als erster jüdischer Klub jemals in der Hauptrunde des DFB-Pokals an. (epp/SID/dpa)
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