Tuchel und Müller sorgen bei Bayern-Pleite für besonderen Co-Trainer-Augenblick
VonFlorian Schimak
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Der FC Bayern steht in der Champions League vor dem Aus. Beim Spiel in Manchester sorgte aber eine Szene zwischen Thomas Tuchel und Thomas Müller für Aufsehen.
München/Manchester – Etwas ungewohnt ist es immer, wenn Thomas Müller nicht in der Startelf des FC Bayern steht. Insofern war es schon eine große Überraschung, dass der Ur-Bayer ausgerechnet im Viertelfinal-Hinspiel bei Manchester City von Thomas Tuchel auf die Bank gesetzt wurde.
Thomas Tuchel verzichtet gegen Manchester City auf Thomas Müller in der Startelf
Der 33-Jährige sei auch nicht sauer gewesen, dass er nicht in der Startelf stand. „Wir hatten ein kurzes, gutes Gespräch“, erklärte der Bayern-Trainer weiter: „Thomas ist schlau, er wusste, was uns heute erwartet. Manchester City hat eine besondere Charakteristik. Die so nicht mit ihm matcht.“
Erst in der 80. Minute wurde Offensiv-Star von Tuchel eingewechselt – da stand es schon 0:3 aus Sicht des FC Bayern. Dennoch sorgte Müller bereits im ersten Durchgang für einen ganz besonderen Moment – obwohl er gar nicht auf dem Platz stand! Als Matthijs de Ligt kurz vor der Pause böse umknickte und behandelt werden musste, ging Tuchel zu seinem Vize-Kapitän und fragte nach Rat.
Nach kurzem Schreck-Moment bei Bayern-Niederlage: Tuchel schnappt sich Müller sofort als Co-Trainer
„Er hat mir eine Frage gestellt und ich habe versucht, darauf zu antworten“, schilderte Müller diesen Moment nach Spielende in der Mixed Zone ganz nüchtern. „Wir haben kurz über eine Auswechslung gesprochen, was passiert, wenn Matthijs rausmüsste und was er denkt“, klärte Tuchel dann bei Amazon Prime Video auf: „Er ist ein absoluter Vollprofi.“
Am Ende konnte de Ligt weiterspielen, aber diese Szene macht eine Sache deutlich: Auch wenn Müller nicht auf dem Platz steht, Tuchel weiß, wie wichtig er für diese Mannschaft ist. Das hatten nicht alle Trainer in der Vergangenheit auf dem Schirm. „Er macht das bisher wirklich super, wir fühlen uns alle sehr wohl“, lobte Müller dann auch seinen neuen Trainer.
FC Bayern geht bei Manchester City baden: Tuchel und Müller sorgen trotzdem für besonderen Augenblick
Beleidigter Müller? Keine Spur! „Natürlich will bei so einem Spiel jeder dabei sein, vor allem ich in meiner Rolle“, so Müller: „Da gibt‘s jetzt aber auch nix, was das Ego in den Vordergrund stellen soll. Es war absolut eine Entscheidung, mit der man nicht super happy ist, aber mit der man sehr gut umgehen kann“.
Letztlich habe man auch ihn ein „gutes Spiel gemacht“, so Müller in den Katakomben des Etihad Stadiums: „Auch wenn ich mir natürlich schwertue, nach einem 0:3 von einem guten Spiel zu sprechen.“ So habe das Ergebnis der Mannschaft „einen Schlag in die Magengrube verpasst“ und „die Chancen“ auf den Einzug ins Halbfinale der Königsklasse „haben sich nicht verbessert“, so Müller. Aber: „Wir alle wissen, dass im Fußball schon andere Dinge passiert sind.“
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