Ticket-Aufstand beim FC Bayern: Tausende Anhänger verweigern Champions-League-Spiel
VonChristoph Klaucke
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Die Anhänger des FC Bayern haben sich entschieden, das Champions-League-Spiel gegen Schachtar Donezk zu boykottieren. Tausende haben ihre Ticketanfragen zurückgezogen.
Update vom 15. November 2024: Die Bayern-Fans wurden erhört! Nach dem Boykottaufruf der Ultra-Gruppierung „Südkurve München“ aufgrund der hohen Ticketpreise im Champions-League-Duell zwischen Bayern und Schachtar Donezk wurden die Preise nun nach Abstimmung beider Vereine deutlich reduziert. Das gab der FC Bayern in einer Mitteilung auf seiner Vereinswebsite bekannt.
Demnach werden nun Stehplatz-Karten für 26 Euro (zuvor 52), Sitzplatz-Karten für 45 Euro (zuvor 105) im Bayern-Fanblock angeboten. Sitzplatz-Tickets, die von Schachtar zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, kosten 90 Euro. Die Tickets können ab sofort bis zum Montag (18. November 2024) bestellt werden. Fans, die ihre Ticket-Anfrage bereits storniert haben, können eine neue Anfrage stellen, versichert der FC Bayern in der Mitteilung.
Der Boykott-Aufruf der Ultras hat also seine Wirkung gezeigt. Nicht verwunderlich: Immerhin hat der Aufruf zu rund 36.000 Stornierungen geführt und für reichlich negative Schlagzeilen gesorgt.
Ticket-Ärger beim FC Bayern: Champions-League-Spiel von Tausenden Fans boykottiert
Erstmeldung vom 5. November 2024: München – Die Diskussion um steigende Ticketpreise im Fußball erreicht einen neuen Höhepunkt: Der Boykottaufruf der aktiven Ultra-Szene „Südkurve München“ gegen das Champions-League-Auswärtsspiel des FC Bayern gegen Schachtar Donezk zeigt Wirkung. Ursprünglich hatten 55.000 Fans Tickets angefragt, doch nach dem Boykottaufruf sind es nur noch 19.000. Ganze 36.000 Fans stornierten ihre Anfragen.
Ticket-Beben beim FC Bayern: Tausende Fans boykottieren Champions-League-Spiel
Der Grund für den Boykottaufruf liegt in der Preisgestaltung für das Spiel. Bayern-Fans müssen mindestens 105 Euro für einen Sitzplatz zahlen, während die Preise für vorherige Spiele gegen Teams wie Atalanta Bergamo und Young Boys Bern deutlich niedriger waren. Diese Preispolitik ist auf das dynamische Preissystem von Schachtar Donezk zurückzuführen, auf das der FC Bayern keinen Einfluss hat.
Die Fans der Südkurve München riefen dazu auf, das Spiel am 10. Dezember zu boykottieren und ihre Tickets zu stornieren. „Bayernfans, lasst euch nicht verarschen und boykottiert das Auswärtsspiel bei Schachtar Donezk“, hieß es in der Mitteilung. Man sei für „eine faire Preisgestaltung“. Weite Teile der aktiven Südkurve werden das Spiel aufgrund der preislichen Umstände nicht besuchen.
Bayern-Fans stornieren Ticket-Anfragen für CL-Auswärtsspiel – trotz möglicher Heimspiel-Atmosphäre
Das Spiel findet aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht in Donezk, sondern in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen statt. Diese Verlegung hätte die Anreise für viele Bayern-Fans erleichtert, da der Spielort in Deutschland liegt und ohne großen Aufwand erreichbar ist. Dennoch folgen viele dem Boykottaufruf und bleiben dem Spiel fern.
Das dynamische Preissystem des ukrainischen Vereins führt bei prominenten Gegnern wie dem FC Bayern zu besonders hohen Preisen. So müssen Bayern-Fans für einen Sitzplatz mindestens 105 Euro zahlen, während die Preise für Spiele gegen Atalanta Bergamo bei 28 Euro und gegen Young Boys Bern bei 31 Euro beginnen. Stehplätze kosten gegen den FC Bayern 52 Euro, im Vergleich zu 23 Euro gegen Atalanta. Die Stehplätze bei Bayern-Heimspielen kosten 19 Euro.
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In dieser Woche steht der FC Bayern beim Heimspiel gegen Benfica Lissabon in der Champions League unter Druck. Nach den Niederlagen gegen Aston Villa und den FC Barcelona müssen die Münchner dringend punkten, um in der reformierten Königsklasse weiterzukommen. Der FC Bayern belegt derzeit Rang 23 von 36 Teams, wobei nur die ersten acht Teams direkt ins Achtelfinale einziehen. Mittlerweile steht der Schiedsrichter für das Bayern-Spiel gegen Benfica fest: Ein Italiener ließ Nagelsmann einst wüten. (ck)