VonPhilipp Kuserauschließen
Der bedauerliche Tod von Matilde Lorenzi ist nur einer von vielen im Skisport. Ein Rückblick auf die tragischen Unfälle, die den Sport überschatten.
München – Die tiefe Trauer und der Schock über den tragischen Verlust des Skitalents Matilde Lorenzi sind noch immer spürbar. Die junge Italienerin, gerade einmal 19 Jahre alt, stürzte schwer während einer Trainingseinheit am 28. Oktober und erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Lorenzi ist jedoch nicht die erste Skifahrerin, die auf der Piste ihr Leben verloren hat - sie ist Teil einer traurigen Liste von Skisportlern, die nach einem Unfall gestorben sind.
Ski-Star Leonardo David liegt nach Sturz im Koma – später stirbt er an Herzversagen
Im Jahr 1979 ereignete sich ein tragischer Vorfall, als der italienische Skifahrer Leonardo David bei den nationalen Meisterschaften in Cortina schwer stürzte. Nachdem er ins Krankenhaus gebracht worden war und über starke Kopfschmerzen klagte, gaben die Ärzte ihm schließlich die Erlaubnis, an der Weltcup-Abfahrt in Lake Placid (USA) teilzunehmen. Es sollte seine letzte Abfahrt sein. David stürzte erneut, fiel ins Wachkoma und starb schließlich am 26. Februar 1985 an Herzversagen.
Auch die Wintersportnation Österreich hat viele Skisportler verloren. So starb Sepp Walcher, ein österreichischer Abfahrtsweltmeister, am 22. Januar 1984 bei einem Benefizrennen in Schladming. Der 29-Jährige stürzte in einer Kurve und brach sich das Genick, als er gegen eine Pistenabsperrung prallte. Besonders tragisch: Der Unfall ereignete sich am fünften Geburtstag seines Sohnes Markus.
Tragischer Unfall von Ski-Ass Ulrike Maier im Jahr 1994 wurde live im Fernsehen übertragen
Am 20. Dezember 1992 verunglückte Peter Wirnsberger II, ebenfalls aus Österreich, beim freien Skifahren in Zauchensee. Er prallte gegen einen Holzzaun, was schließlich zu seinem Tod führte.
Die österreichische Skirennläuferin Ulrike Maier starb am 29. Januar 1994 tragisch bei der Abfahrt in Garmisch. Die zweifache Weltmeisterin im Super-G verlor bei der Kandahar-Abfahrt die Kontrolle über ihre Skier und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Holzpfosten. Der Aufprall war so heftig, dass ihr Helm vom Kopf gerissen wurde - der schlimme Unfall war live im Fernsehen zu sehen. Das Rennen wurde trotz des schlimmen Vorfalls fortgesetzt. Nach dem schweren Sturz wurde sie umgehend mit dem Hubschrauber in die Unfallklinik Murnau gebracht, wo ihr Tod schlussendlich festgestellt wurde. Es war der erste tödliche Unfall im Frauen-Skirennsport.
Auch der erst 20-jährige Österreicher Gernot Reinstadler verunglückte am 19. Januar 1991 beim Qualifikationsrennen zur Lauberhorn-Abfahrt. Er flog kurz vor der Zieleinfahrt ins Fangnetz, wo er sich lebensgefährliche Gefäßverletzungen zuzog. Er erlag noch in der Nacht seinen Verletzungen.
Australier Ross Milne nach Ski-Unfall während Olympia-Vorbereitung gestorben
Einer der ersten tödlichen Unfälle im professionellen Ski-Sport ereignete sich am 25. Januar 1964, als der Australier Ross Milne während der Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele in Innsbruck verstarb. Der damals erst 19-Jährige prallte beim Befahren der Abfahrtspiste am Patscherkofel gegen einen Baum abseits der Piste. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe konnte in der Universitätsklinik Innsbruck nur noch sein Tod festgestellt werden.
Auch Frankreich hat viele Skistars durch Unfälle verloren. So stürzte Michel Bozon am 23. Januar 1970 bei der Weltcup-Abfahrt in Megève schwer. Bei dem Unfall brach sich der 20-Jährige das Genick.
Französin Cavagnoud stirbt nach Zusammenprall mit Trainer
Die französische Skifahrerin Régine Cavagnoud kollidierte am 29. Oktober 2001 während eines Trainings auf dem Pitztaler Gletscher mit einem Trainer. Die siebenmalige französische Meisterin und Weltmeisterin im Super-G erlitt dabei schwere Hirnverletzungen und verstarb zwei Tage später, nachdem die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt wurden.
David Poisson, ein weiterer Franzose, musste nach einem schweren Unfall sein Leben lassen. Der 35-Jährige prallte am 13. November 2017 bei einer Trainingssession in Kanada gegen einen Baum und starb an den Folgen des Unfalls. Mit dem tragischen Tod von Matilda Lorenzi gab es damit allein in den vergangenen sieben Jahren zwei traurige Todesfälle im Ski-Sport, der nicht umsonst zu den gefährlichsten Sportarten der Welt gehört. (kus)
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