VonChristopher Michelschließen
Mit Nils Ramming besitzt Eintracht Frankfurt ein „Juwel“ in der U21. Ist es den Hessen möglich, den schwedischen U19-Nationalspieler zu entwickeln?
Frankfurt – Eintracht Frankfurt erlebt eine schwere Saison mit seiner U21. Die teilweise namhaften Abgänge wie Elias Baum, Noel Futkeu oder Nacho Ferri hat das Team nicht verkraftet, der Abstieg aus der Regionalliga Südwest in die Hessenliga ist dadurch kaum noch zu vermeiden.
Torhüter-Talent als Gewinner der zweiten Mannschaft
Dennoch gibt es unter den vielen Talenten, die vor allem an den Themen Erfahrung und mangelnde Effizienz gescheitert sind, Gewinner. Neben Top-Torjäger Kaan Inanoglu rückte Schlussmann Nils Ramming häufig in den Mittelpunkt. Der 18-Jährige kassierte in 26 Partien nur 30 Gegentore und wahrte zehnmal die „weiße Weste“. Er überragte am vergangenen Spieltag bei der 0:1-Niederlage in Freiberg, verhinderte mit herausragenden Paraden eine höhere Pleite.
Ramming rückte im vergangenen Sommer von der U19 in die zweite Mannschaft auf. Schon damals musste die Eintracht um ihn kämpfen, Sporting Lissabon hatte nach exklusiven Informationen von Absolut Fußball, dem Fußballportal von Home of Sports, die Fühler mit einer attraktiven Offerte ausgestreckt.
Der zwei-fache Nationalspieler der schwedischen U19-Nationalmannschaft fühlte sich aber bei den Hessen perfekt aufgehoben. Er ist Fan des Klubs und daher sehr emotional mit dabei, wie auch die Bilder bei seinen vier Europa-League-Kadernominierungen zeigen. Dort bedankte sich der Keeper für den Support der Anhängerschaft.
Die Frankfurter müssen sich mit Blick auf die Zukunft fragen, wie die perfekte Entwicklung des Torhüters aussieht. Der Kontrakt von Ramming läuft in 14 Monaten aus. Englische Klubs haben ihn bereits auf ihrem Zettel stehen und scouten ihn regelmäßig. Ramming selbst könnte einen englischen Pass erhalten, was ihm im Fall der Fälle einen Wechsel auf die Insel erleichtern würde.
Eintracht-Talent: Verkaufen - oder Verlängerung mit Leihe?
Der Sprung in die erste Mannschaft der Eintracht ist (noch) zu groß. Eine mögliche Option: Verlängerung des 2026 endenden Vertrags und Leihe, beispielsweise zu einem ausländischen Zweitligisten. Oder trennen sich die Wege ab Sommer? Eine Saison in der Oberliga würde die Entwicklung bremsen, Ramming nicht voranbringen.
Bei der Eintracht jedenfalls wissen sie um das Talent des Schlussmannes. Die Entscheidung, im Profitraining Amil Siljevic aus der U19 mitwirken zu lassen, ist dabei keine gegen Ramming. In enger Abstimmung mit dem „Juwel“ und Torwarttrainer Jan Zimmer wurde diese Entscheidung getroffen. Rammings Ort sollte ganz bewusst die U21 sein.
Dort ist er auch bei Trainingsspielen dauerhaft gefordert, während eine Etage höher Kevin Trapp und Kaua Santos - sofern fit - bei den Übungspartien auf Kleinfeld hauptsächlich im Gehäuse stehen. Für Ramming selbst hat sich diese Entscheidung ausgezahlt. Er konnte trotz drohenden Abstiegs auf sich aufmerksam machen und das Interesse anderer Vereine wecken.
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