Positiver Self-Talk

„Frage der Zeit, bis der Knoten platzt“: Argirios Giannikis gibt die Hoffnung nicht auf

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Weiterhin zuversichtlich: Trotz Negativ-Serie arbeitet Argirios Giannikis ruhig weiter.
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Schwerer Start in die Saison, aber nach drei Niederlagen gibt Trainer Argirios Giannikis die Hoffnung auf eine Wende beim TSV 1860 noch nicht auf.

München – Positiver Self-Talk: Das ist eine Maßnahme, um bei Kindern und Erwachsenen den Mut und das Selbstbewusstsein zu fördern, indem man positiv übereinander und mit sich selbst spricht. Ähnliche Maßnahmen wendet man wohl auch bei den Löwen im öffentlichen Training am Mittwochmorgen an.

Bei bestem Wetter steht der umstrittene Neuzugang René Vollath im Tor und praktiziert jenen Ansatz bereits: „Geiler Pass, Marlon! Super Zweikampf!“ Oder auch: „Überragende Aktion!“ Es regnet Lob für seine Teamkollegen. Dabei ist der Torhüter sogar lauter als der ebenso umstrittene Trainer Argirios Giannikis.

Der Trainer der Löwen zeigt sich im Gespräch mit der Presse nach Trainingsende wie gewohnt zurückhaltend. Die Mannschaft wirkte am Sonntag auf dem Rasen mutlos, so Giannikis über die Niederlage gegen den FC Viktoria Köln. Jetzt gelte es, diesen Mut wiederzufinden. Der Coach schaut ernüchtert auf die momentane Tabellenlage: „Wir brauchen es nicht schönzureden: Null Punkte aus drei Spielen ist nicht das, was wir uns erhofft haben.“ Die Löwen befinden sich momentan auf dem letzten Platz, mit keinem Sieg und nur zwei Toren.

Auch Trainer bleibt positiv

Auch Giannikis nutzt positiven Self-Talk: „Es ist zu sehen, dass wir in den Spielen, wo wir nicht gepunktet haben, trotzdem konkurrenzfähig waren. Deswegen sehen wir es als Frage der Zeit, bis der Knoten platzt.“ Welche Schritte es aber bräuchte, um den Worten auch Taten folgen zu lassen, bleibt offen.

Auch letzte Saison kämpfte der Coach gegen eine Negativ-Serie und bangte um den Klassenerhalt. Laut Giannikis könne man die damalige Situation mit der jetzigen nicht vergleichen, doch eine Sache habe man aus dieser Zeit mitgenommen: „Die Situationen gleichen sich insofern, dass man ruhig weiterarbeitet und weiter seinen Weg geht.“ Ähnlich denkt auch der sportliche Geschäftsführer Christian Werner, der trotz der „Trainer raus“-Rufe einiger Fans weiterhin an der Seite von Giannikis steht.

Der Nachwuchs ist von den letzten Spielen aber noch nicht entkräftet. Nach dem Training macht eine kleine Gruppe an motivierten Spielern weiter. Der Nachwuchs-Torwart Erion Avdija steht im Tor, während abwechselnd Fabian Schubert, Julian Guttau, Lukas Reich und Raphael Ott versuchen Tore zu erzielen und den Nachwuchs ins Schwitzen zu bringen. Die Rufe der Fans aus der Westkurve scheinen sich die Spieler zu Herzen genommen zu haben.

Zusammenhalt gestärkt, trotz Niederlagen?

Auch innerhalb der Mannschaft wolle man jetzt das Gespräch suchen, so Giannikis. „Wir haben bis jetzt sehr viele Mannschaftsansprachen gehalten und für sehr viel Aufarbeitung gesorgt. Jetzt kommen die Einzelgespräche. Die Motivation für das kommende Spiel ist aber da.“

Ein bisschen Zeit zum Üben haben die Spieler noch, bevor sie sich gegen die Konkurrenz aus Ingolstadt beweisen müssen. Nicht nur, um endlich als Mannschaft Selbstvertrauen zu tanken, sondern auch um Argirios Giannikis in seiner Trainer-Position zu halten. Positiv eingestimmt, sind die Löwen zumindest schon einmal. (ges)

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