Transfermarkt-Problem des FC Bayern: Wechsel von Wirtz und Ekitiké machen es sichtbar
VonDaniel Michel
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Der FC Bayern versucht, ein großer Player auf dem Transfermarkt zu sein. Die Abwendung von Stars wie Florian Wirtz ist jedoch ein Warnzeichen.
München – Die besten Spieler aus der Bundesliga sollen zum FC Bayern wechseln, nicht ins Ausland. Dies gehörte lange Zeit zu den Grundprinzipien des FC Bayern, wenn es um Verpflichtungen von Spielern ging.
Daraus leitete sich auch der Vorwurf ab, die Münchner würden die Konkurrenz kaputtkaufen. Doch Zeiten ändern sich.
Sieben Spieler im letzten Vertragsjahr – Die Laufzeiten der Stars des FC Bayern
Florian Wirtz, laut Aussage von Ex-Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge „der beste deutsche Fußballer“, hat diesen Sommer den Münchnern einen Korb gegeben und ist zum FC Liverpool gewechselt.
Die Reds legen dafür 125 Millionen Euro Ablöse hin. Der Betrag kann noch auf 140 Millionen Euro steigen.
Ekitiké vor Wechsel zu den Reds
Zudem steht ein weiterer Deal der Engländer kurz bevor. Star-Stürmer Hugo Ekitiké könnte für rund 95 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt kommen. Dem FC Bayern wurde kurzzeitig ein Interesse am Franzosen nachgesagt.
Wirtz und Ekitiké waren zuletzt herausragende Akteure in der Bundesliga. Sie wären eigentlich das perfekte Beuteschema für den FC Bayern: Bei der deutschen Konkurrenz behutsam aufgebaut, aufgestiegen zum Leistungsträger des Klubs und nun bereit für den nächsten Schritt.
Doch dieser nächste Schritt ist eben nicht mehr München. Was hat sich verändert?
Preise auf dem Transfermarkt machen FC Bayern schwer zu schaffen
Zunächst mal haben sich die Preise auf dem Transfermarkt geändert. Sie steigen und steigen und steigen ...
Während die großen Teams in Europa, unterstützt von Staaten (Katar, Abu Dhabi) und Milliardären (u.a. Liverpool, Chelsea), gar nicht groß verhandeln, sondern einfach den gewünschten Preis für einen Spieler innerhalb weniger Tage auf den Tisch legen, starten die Münchner in Old-School-Manier mit einem niedrigen Angebot, das die Gegenseite eher verärgert als zu weiteren Verhandlungen einlädt.
Die Münchner weigern sich im Grunde immer noch, mit der neuen Marktentwicklung mitzugehen. Von den Fans gibt es dafür Applaus, auf dem Markt zählt aber nur, wer finanziell potent ist.
Premier League als Zugpferd
Geld genießt zwar Priorität, aber die Fußballstars achten schon darauf, dass das Gesamtpaket bei einem Wechsel stimmt.
Die englische Premier League kann damit werben, dass sie wohl die leistungsstärkste und attraktivste Liga der Welt ist – und der Abstand auf die Bundesliga wächst. Der FC Bayern bekommt diese Konstellation indirekt auf dem Transfermarkt zu spüren.
Kann der FC Bayern mit „soft skills“ punkten?
Somit muss der FC Bayern noch mit anderen Faktoren bei den großen Stars des Fußballs punkten. Wichtig sind die dabei vor allem die Drei-T-Faktoren: Trainer, Trainingsbedingungen und Titeltauglichkeit.
Und auch hier befinden sich die Münchner in einer Außenseiterposition. Trainer Vincent Kompany ist auf Topniveau ein Rookie. Die Trainingsbedingungen in München gelten in der Branche im Vergleich zu Real Madrid und Manchester United als rückständig – und in Sachen Kampf um die großen Titel hat der FC Bayern zuletzt auch immer mehr abgebaut.
Die Münchner sind dahingehend nur noch ein Top-Acht-Team in Europa.
Auch Haaland und Bellingham gingen nicht zum FC Bayern
Die Folge: Zuerst gingen die Dortmunder Stars wie Erling Haaland (Manchester City) und Jude Bellingham (Real Madrid) ins Ausland statt zum FC Bayern. Nun sind es auch die Stars anderer Bundesligisten, die den Weg zu den großen Klubs in Europa suchen.