„Wäre eine Idealbesetzung“: Matthäus schlägt „Tiger“ als Kurzzeit-Trainer bei Bayern vor
VonYannick Hanke
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Übersteht Thomas Tuchel die laufende Saison als Bayern-Coach? Für eine kurzfristige Nachfolge und als Übergangslösung kommt nun Hermann Gerland ins Gespräch.
München – Quo vadis, FC Bayern München? Eine Frage, die sich wohl nicht nur die Fans vom deutschen Rekordmeister stellen. Am Samstag (6. April) setzte es eine 2:3-Pleite in Heidenheim, die von Coach Thomas Tuchel eh schon abgeschenkte Meisterschaft rückte durch den gleichzeitigen Sieg von Bayer Leverkusen in noch weitere Ferne.
Die Demission von Tuchel, der sich zuletzt verzockte, zum Saisonende stand schon vor der neuerlichen Niederlage fest. Mittlerweile ist vielmehr die Frage: Erlebt der Übungsleiter überhaupt noch das Ende der laufenden Spielzeit? Schließlich ist die Qualifikation für die Champions League noch längst nicht gesichert. Um für frischen Wind zu sorgen und dieses Vorhaben zu sichern, wirft Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nun einen überraschenden Namen in den Ring.
Hermann Gerland
Geboren:
4. Juni 1954 (Alter 69 Jahre), Bochum
Bisherige Trainerstationen:
u. a. FC Bayern München (als Trainerassistent, 2009-2017, 2017-2018, 2019-2021)
Ehepartnerin:
Gudrun Gerland
Position:
Abwehr
Größe:
178 cm
Krise beim FCB: Matthäus schlägt Gerland als kurzfristigen Tuchel-Nachfolger vor
Es ist kein Geheimnis, dass Matthäus dem Wirken Tuchels bei den Bayern mehr als kritisch gegenübersteht. Wiederholt hatte er sich für die vorzeitige Entlassung vom Trainer ausgesprochen. So auch am Sonntag (7. April) in der Sendung Sky90. Hier wusste der einstige Spieler vom FC Bayern München auch eine Interimslösung ins Spiel zu bringen. Eine, die wohl nur die wenigsten Experten auf dem Zettel haben.
Die Rede ist von Hermann Gerland, Spitzname „Tiger“. Für Matthäus wäre der 69-Jährige „eine Idealbesetzung für diese kurze Zeit, wo es eben in der Mannschaft nicht mehr stimmt“. Gerland sei ein Typ, der die Stimmung drehen könne. Und das sei entscheidend. Denn gute Stimmung und damit auch Zusammenhalt macht Matthäus als „wichtig“ aus.
„Tiger“ mit Stallgeruch: Hermann Gerland war jahrelang Co-Trainer bei den Bayern
Hermann Gerland wäre beim FC Bayern kein Unbekannter, gewiss nicht. Schließlich war der Ex-Abwehrspieler lange Jahre Trainer der Bayern-Amateure sowie Co-Trainer bei den Profis. In dieser Funktion assistierte der „Tiger“ illustren Namen wie Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti. Eine Rolle, in der sich Gerland zu gefallen scheint.
Denn seit 2021 ist er beim DFB aktiv und leitet hier die U21-Nationalmannschaft an – als Co-Trainer von Antonio Di Salvo, wohlgemerkt. Ob der 69-Jährige, wenn auch nur für ein paar Wochen, im Rampenlicht stehen möchte? Als Trainer vom FC Bayern wäre das alternativlos. Dem Verein, der auf dem Papier nach wie vor über einen guten Kader verfügt. Das weiß auch Matthäus.
„Könnte das Ding der Bayern werden“: Warum Matthäus dem Tuchel-Team den Champions-League-Titel zutraut
Zuhauf hatte er die Situation beim kriselnden Rekordmeister FC Bayern mit der in der Nationalmannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann verglichen. Wenn man die einzelnen Spieler auf ihren Positionen zusammenstelle und noch vier, fünf Ersatzspieler dazu nehme, sei Bayern eine der stärksten Mannschaften in Europa.
Wie Matthäus bei Sky90 betonte, habe er dies auch nach den Niederlagen der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei und Österreich im November 2023 gesagt. „Deswegen glaube ich irgendwie noch daran, dass diese Champions League das Ding der Bayern werden könnte, aus dem Grund, weil keiner mehr damit rechnet“, nennt der Sky-Experte explizit die letzte Titelhoffnung der Münchner in der laufenden Saison. Braucht es hierfür den „Tiger“?
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Über Bochum und Bielefeld zum Cheftrainerposten bei den Bayern? Matthäus könnte sich Gerland als FCB-Coach vorstellen
Fakt ist: Gerland kann bereits auf Anstellungen als Cheftrainer zurückblicken, in seiner Heimat Bochum, Bielefeld und Nürnberg hatte der „Tiger“ das Zepter der Macht in der Hand und coachte erstklassig. Die letzte dieser Anstellungen, nämlich die in Bielefeld, liegt jedoch bereits 24 Jahre zurück. Darauf war Matthäus nicht eingegangen – ebenso wenig wie Gerland selbst, der sich noch nicht geäußert hat.
So oder so: Für die Bayern geht es im Saisonendspurt darum, den Bock umzustoßen und zumindest noch einen Titel einzufahren. Im DFB-Pokal war bereits in der 2. Runde gegen den Drittligisten Saarbrücken Schluss, in der Liga beläuft sich der Rückstand auf Spitzenreiter Leverkusen nach Niederlagen gegen Dortmund und in Heidenheim auf 16 Punkte.
Bleibt nur noch die Champions League, wo am Dienstag der FC Arsenal in London zum Hinspiel im Viertelfinale wartet – und Aleksandar Pavlovic sehr wahrscheinlich ausfällt. Kein leichtes Unterfangen, schließlich grüßen die „Gunners“ aktuell von der Tabellenspitze in der Premier League. Dass Tuchel binnen zwei Tagen gefeuert wird und Gerland als Interimslösung installiert wird, ist eher unwahrscheinlich. Aber wer weiß: Geht die Partie gegen Arsenal krachend in die Hose, könnte auch schon der „Tiger“ bereitstehen – um den Bayern mehr Biss zu verleihen. (han)