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Der FC Bayern geht am 14. Spieltag der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt mit 1:5 unter. Die Stimmen zum Spiel.
Frankfurt – Der FC Bayern kassiert am 14. Spieltag der Bundesliga eine herbe Klatsche bei Eintracht Frankfurt. Am Ende geht der FCB am Main mit 1:5 unter. Vor allem die Defensive der Münchener erlebte dabei einen rabenschwarzen Tag.
Die Eintracht meldet sich hingegen nach vier Niederlagen in Folge eindrucksvoll zurück. Die Münchener verpassten es mit der Niederlage Bayer Leverkusen unter Druck zu setzen. Die Alonso-Elf kann mit einem Sieg morgen auf sechs Punkte davonziehen. Die Stimmen zum Spiel:
Thomas Tuchel nach dem Spiel bei Sky über …
… was der FC Bayern falsch gemacht hat: „Viele Argumente haben wir nicht, wenn du eine Woche Training hast und dann so beginnst. Das gilt natürlich auch für mich. Wir haben nicht gut gespielt, verdient verloren. Es ist ein bisschen kurios, weil wir in der ersten Halbzeit auch gute Chancen hatten.“
… ob die individuellen Fehler der Knackpunkt waren: „Klar. Fünf Gegentore ohne Fehler geht nicht. Das hat sich heute durchgezogen. Wir sind heute knallhart bestraft worden.“
… eine Erklärung für die Niederlage: „Wir haben eine gute Trainingswoche gehabt. Aber klar, wir haben jetzt wenig Argumente. Wir hatten acht, neun Tage Zeit, die Mannschaft vorzubereiten und die war definitiv nicht bereit. Deswegen müssen wir uns natürlich hinterfragen, warum wir das Spiel so begonnen haben. Die Bereitschaft, Giftigkeit, die Energie, die es benötigt, um Auswärtsspiele zu gewinnen, war sicherlich nicht da.“
… ob er glaubt, dass das Team die SGE unterschätzt hat: „Ne, das glaube ich nicht. Wir haben eine sehr homogene, eine sehr schnelle, eine sehr gute Mannschaft gesehen von der Eintracht, die einen guten Fußball spielt. Wir haben die Mannschaft mehrfach darauf hingewiesen. Aber klar, wir sitzen da auch mit im Boot, die Message kam nicht rüber. Es war auf keinen Fall das, was wir haben wollten. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen.“
… den Anteil von Kimmich: „Ich denke, die Mannschaftsleistung war heute einfach ungenügend und zur Mannschaft gehöre ich auch dazu und das hat heute so nicht gereicht. Wir werden das mit der Mannschaft kritisch analysieren und dann geht es weiter.“
Tuchel wunderte sich vor Bayern-Debakel über Spielberichtsbogen
… seinen Vorwurf an sich selbst: „Wenn wir eine Woche Training haben und so spielen, dann kann ich mich nicht hinsetzen und sagen, wir haben alles richtig gemacht. Wir haben mit einer Viererkette gerechnet, sie haben auch mit einer gespielt, aber auf dem Spielberichtsbogen sah es dann so aus, als wäre es eine Fünferkette. Vielleicht haben wir nach dem Aufwärmen dann zu viele Infos reingegeben und ein bisschen den Fokus weggenommen von dem, was wir eigentlich haben wollten. Die ganze Woche stand unter dem Fokus, giftig zu sein. Wir wollten unbedingt diesen Schritt machen in der Saison, gerade in der Pause, giftig zu sein, aber das haben wir definitiv nicht auf dem Platz gebracht.“
Thomas Müller nach dem Spiel bei Sky über …
… wie sich die Niederlage erklären lässt: „Eine Erklärung brauchen wir gar nicht. Man muss Frankfurt erstmal gratulieren, die haben verdient gewonnen. Frankfurt war sehr effektiv, die erste halbe Stunde haben sie uns gewissermaßen den Schneid abgekauft. Dann wird es natürlich deutlich. 5:1 verlieren, da muss eine Reaktion folgen, da muss der Wutmotor angehen.“
… die individuellen Fehler: „Das ist klar. Da kam heute schon viel zusammen. Das hilft dann natürlich nicht, wenn du zurückkommen willst. Grundsätzlich ist es mir lieber, alles in einem Spiel. Wir werden zurückschlagen, wir werden zurückkommen.“
… die Reaktion von Thomas Tuchel: „Bleibt intern. Sonst könnt ihr gleich in der Kabine filmen.“
… die Reaktion der Fans: „Die Fans haben einen Liedtext gesungen, da ging es darum, dass wir zusammenstehen, ob Sieg oder Niederlage. Das Spiel müssen wir abstreifen, aber wir müssen eine Schippe oder zwei drauflegen, damit wir nach dem Spiel merken, wir sind an unsere Grenzen gegangen. Nicht so, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss, wir müssen auch mal drüberspringen.“
Dino Toppmöller nach dem Spiel bei Sky über …
… den veränderten Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben eine Reaktion verlangt von den Jungs. Ich würde es nicht in die vergangenen Wochen legen: Wir haben vier Spiele hintereinander verloren und die letzten zwei Spiele richtig schlecht gespielt. Da haben wir auch drüber gesprochen. Und heute haben wir eine Reaktion gezeigt. Wir können die Niederlagen richtig einschätzen, aber auch das Spiel heute.“
… die Herangehensweise: „Für diese Mannschaft lege ich meine Hand ins Feuer, die geben immer Gas. Von den 23 Spielen, die wir gehabt haben, sind wir 21 mal bis an die Grenze gegangen. Nur weil das jetzt zweimal nicht da, zweifele ich nicht an der Mentaliät der Mannschaft.“
… die Leistung: „Es war eine tolle Leistung vom gesamten Kollektiv. Ich konnte der Mannschaft heute kein Ergebnis versprechen, gerade bei dem Gegner. Ich konnte ihr aber versprechen: Wenn wir von der ersten Minuten brennen, steigt die Chance, dass wir das Spiel gewinnen.“
… sein Gespräch mit Leroy Sané nach dem Spiel: „Ich hatte eine super Verhältnis zu ihm in München und eine sehr hohe Meinung von ihm. Ich hab ihm einfach gesagt, er soll so weiter machen.“
Thomas Tuchel, Trainer Bayern München, vor dem Spiel bei Sky über …
… die Herausforderung, den Rythmus zu halten: „Wir haben intensiv trainiert. Wir wollten die Zeit ein bisschen stressiger haben, aber jetzt war sie sehr ruhig. Sehr ungewöhnlich, aber gut, weil wir eine sehr gute Trainingswoche hatten. Wir konnten an unseren Abläufen arbeiten und auf sehr guten Niveau trainieren.“
… ob er sich über die lange Pause gefreut hat: „Ja klar. Also wir mögen es nicht, wenn andere spielen in einem Wettbewerb, in dem wir nicht mehr dabei sind, aber grundsätzlich freuen wir uns natürlich über Trainingseinheiten mit einem fast vollen Kader.“
… dass man Toppmöller überraschen kann: „Weiß gar nicht, ob es darum geht, zu überraschen. Er hat eine bisschen andere Aufstellung gewählt, als die letzten Spiele. Sie spielen eh immer flexibel. Das ist aber auch normal. Das ist auch der Rolle geschuldet, weil jeder gegen uns eine Underdog-Rolle spielt und der Fußball eh sehr flexibel geworden ist. Deswegen müssen wir auch flexibel sein. Wir haben schon ein paar Sachen, die wir in unserer Struktur anpassen können, aber wir setzten schon auf unsere Automatismen.“
… die Möglichkeit, Musiala wieder in die Startelf zu beordern: „Ne, das ist noch zu früh. Deswegen war klar, dass es nicht 90 Minuten geht und dann haben wir die Option, dass er am Ende kommt.“
… den Vorzug von Choupo-Moting vor Müller: „Er hat ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht in Köln. Jetzt hat er eine ganze Trainingswoche gehabt und wir waren sehr, sehr gut im Zusammenspiel vorne. Er gibt uns die Option. Es ist eine Entscheidung für Choupo.“
… ein angebliches Telefonat mit Ronald Araújo: „Das werde ich in keine Richtung kommentieren. Ich habe auch mit meiner Mutter telefoniert, da war keine Meldung. Ich spreche nur über unsere Spieler.“
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt, vor dem Spiel bei Sky über …
… das Ausscheiden im Pokal: „Wir hatten jetzt keine Zeit, das großartig zu analysieren. Wir wissen, dass wir es dort und auch gegen Augsburg sehr schlecht gemacht haben. Es war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben vom Engagement und der Einstellung.“
… Gründe für die fehlenden Basics: „In 23 Spielen waren bis jetzt immer die Basics da, gegen Saarbrücken war es halt einmal nicht so. Deswegen stelle ich mich auch vor die Mannschaft. Jeder, der schon mal Fußball gespielt hat weiß, dass das auch mal passieren kann. Heute wollen wir es wieder besser machen.“
… den Glauben, die Bayern schlagen zu können: „Es gehört im Leben immer dazu, auch mal Niederlagen einstecken zu können. Das Entscheidende ist, wie man darauf reagiert. Die großen Sportler zeigen sich darin, auf eine solche Niederlage eine Reaktion zu zeigen. Aber wir können heute auch kein Ergebnis versprechen, wir spielen gegen Bayern München, die beste Mannschaft Deutschlands.“
… die Aufstellung mit Mario Götze: „In den letzten vier Spielen war Mario Götze jetzt das dritte Mal in der Startelf. Er war wegen der Geburt seiner Tochter ein bisschen aus dem Rhythmus, ist aber ein sehr wichtiger Spieler für uns. Wir sind froh, dass Mario dabei ist, sowie auch Robin. Von diesen Führungsspielern erwarten wir, dass sie vorweg gehen. “
… über seine Zeit bei Bayern: „Es war eine extrem schöne Zeit und ich bin sehr stolz darauf. Ich konnte dort meine erste Meisterschaft feiern, auch wenn das für Bayern München normal ist. Es hat extrem viel Spaß gemacht, aber die Zeit ist vorbei und jetzt bin ich bei der Eintracht, wo es mir genauso Spaß macht.“
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