Seilpartnerin sah zertrümmerten Helm und schwere, offene Kopfverletzung von Laura Dahlmeier
VonKorbinian Kothny
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Neue Details zum tragischen Unfall von Laura Dahlmeier: Seilpartnerin Marina Krauss schildert die dramatischen Szenen am Laila Peak in Pakistan.
München – Neue erschütternde Details zum tödlichen Bergunfall von Laura Dahlmeier kommen ans Licht. Marina Krauss, die Seilpartnerin der verstorbenen Biathlon-Legende, hat den Eltern von Laura Dahlmeier ausführlich geschildert, was sich am 28. Juli am pakistanischen Laila Peak abspielte. Andreas Dahlmeier, der Vater der zweifachen Olympiasiegerin, rekonstruierte im Spiegel nun den Unfallhergang aufgrund der Schilderungen von Krauss.
Die dramatischen Minuten ereigneten sich demnach an der zweiten Abseilstelle auf etwa 5.700 Metern Höhe. Krauss befand sich bereits unten und bereitete den nächsten Abseilpunkt vor, als Dahlmeier nachkommen sollte. „Dann ging der Steinschlag los. Ich habe beobachtet, wie Laura ein riesengroßer Stein getroffen hat und wie sie gegen die Wand geschleudert wurde“, beschrieb Krauss das Drama schon in einem früheren Interview.
Seilpartnerin versuchte Laura Dahlmeier mehrmals abzuseilen
Was die erfahrene Bergsteigerin dort antraf, war schockierend: Dahlmeiers Helm war wohl vollständig zertrümmert, eine schwere offene Kopfverletzung war deutlich erkennbar. „Von dem Moment an hat sie sich nicht mehr bewegt“, schildert Krauss die dramatische Situation. Sie versuchte dem Bericht zufolge trotzdem mehrmals Dahlmeier abzuseilen – allerdings ohne Erfolg. Über einen Sender aus dem Rucksack der Ex-Biathletin löste Krauss daraufhin den Notruf aus.
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Die Rettungsaktion gestaltete sich aufgrund der extremen Bedingungen und des anhaltenden Steinschlags als unmöglich. Krauss musste sich in der Nacht aus der Gefahrenzone zurückziehen, ohne ihre Partnerin bergen zu können. „Wenn wir eine halbe Stunde früher dran gewesen wären, dann wären wir auch sicher runtergekommen“, reflektiert die Seilpartnerin schon früher über das tragische Timing.
Die beiden Bergsteigerinnen hatten ihre Gipfelbesteigung bereits vor Erreichen des höchsten Punktes abgebrochen und befanden sich im Abstieg, als das Unglück geschah. Dahlmeier hatte zuvor verfügt, dass ihre Leiche im Falle eines tödlichen Unfalls nicht geborgen werden soll, um niemanden zu gefährden. Mittlerweile ist eine Bergung nicht mehr möglich, wie der Vater von Dahlmeier bestätigte. (kk)
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