Unerwartete BVB-Transferpläne: Kovač spricht Klartext zur Stürmer-Situation
VonLars Pollmann
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Vor dem Klub-WM-Achtelfinale gegen Monterrey erstaunt BVB-Coach Niko Kovač mit seinen Plänen zur Kaderplanung. Vielen Fans wird es nicht gefallen.
Atlanta – Für Borussia Dortmund soll die FIFA Klub-WM in den USA mit dem Achtelfinale gegen CF Monterrey (Dienstag, 1. Juli, 21 Uhr Ortszeit/Mittwoch, 2. Juli, 03 Uhr deutscher Zeit, alle TV-Infos) endlich Fahrt aufnehmen.
Der BVB überzeugte während der Gruppenphase nur in vereinzelten Momenten, qualifizierte sich dennoch als Tabellenerster. Der Turnierbaum ist für Dortmund deshalb kurioserweise deutlich komplizierter, als er sich für den Tabellenzweiten Fluminense darstellt, nachdem er Inter Mailand überrascht hat.
Neben der Klub-WM dominiert mit Öffnung des Transferfensters am 01. Juli die Diskussion der unzähligen Gerüchte das Geschehen beim BVB. Von einer Vorstellung müssen sich die Fans dabei wohl verabschieden, wie Trainer Niko Kovač andeutete.
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BVB-Trainer Niko Kovač bleibt bei seiner „Lebensversicherung“
In der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Monterrey im hochmodernen NFL-Stadion von Atlanta wurde der Chefcoach zur Bedeutung von Serhou Guirassy befragt – und ob er sich einen Backup für den Torjäger wünsche, der bei der Klub-WM als einziger echter Mittelstürmer im Kader steht.
„Ich bin froh, dass wir Serhou haben. Ich habe immer wieder gesagt, dass er unsere Lebensversicherung ist. Er spielt viel, weil ich davon überzeugt bin, dass er die Qualitäten hat, die ganzen Spiele zu spielen“, sagte Kovač.
„Klar macht man sich Gedanken, aber wir haben mit Karim Adeyemi und Maximilian Beier Leute, die ihn ersetzen können auf eine andere Art und Weise“, fügte der Trainer an. Das kommt einer Transfer-Absage gleich: Einen zweiten waschechten Mittelstürmer hat Kovač jedenfalls auf der BVB-Wunschliste nicht weit oben stehen.
„Solange Serhou gesund ist und nicht von sich aus sagt, er möchte nicht und kann nicht, wird er spielen“, wurde der Trainer deutlich und sprach Guirassy sogar eine seltene Einsatzgarantie für das Achtelfinale aus – üblicherweise will sich Kovač nicht in die Karten schauen lassen.
Damit, dass er freiwillig verzichtet, ist bei Guirassy nicht zu rechnen. „Es ist nicht mein Geschäft, über Transfers zu reden. Ich versuche immer bereit zu sein, um zu spielen. Wenn ich mich gut fühle, spiele ich hoffentlich jedes Spiel“, sagte der Nationalspieler von Guinea.
In der abgelaufenen Bundesliga-Saison stand nur Torhüter Gregor Kobel über mehr Minuten auf dem Spielfeld als Guirassy, der in 30 Einsätzen 21 Treffer markierte. Auch in der Champions League absolvierte nur Kobel mehr Minuten als Co-Torschützenkönig Guirassy.
Gut für den BVB, dass Guirassy nicht zum Afrika-Cup fährt
In der Vergangenheit hatte Guirassy durchaus öfters mit Verletzungen zu kämpfen, im Laufe der neuen Saison wird er 30 Jahre alt. Gut für Dortmund, dass Guinea die Qualifikation zum Afrika Cup verpasst hat, der im Winter ausgetragen wird.
Bisher hatten die meisten Beobachter angenommen, dass der BVB im Transferfenster Ausschau nach einem entwicklungsfähigen Stürmer hält, der sich ohne Murren hinter Guirassy auf die Bank setzen würde. Nach den Aussagen von Kovač steht das im Zweifel, sofern der Trainer nicht taktisch gesprochen hat.
Theoretisch steht nach der Klub-WM mit Leih-Rückkehrer Sébastien Haller ein zweiter echter Neuner zur Verfügung, den Ivorer würde der BVB allerdings weiterhin gern von der Gehaltsliste streichen. Das hohe Salär von Haller macht bislang aber einen dauerhaften Wechsel zum FC Utrecht schwer, das kolportierte Interesse aus der Türkei hat sich zuletzt noch nicht konkretisiert.
Mit Youssoufa Moukoko hatte der BVB am Wochenende einen weiteren potenziellen Ersatzstürmer endgültig nach Kopenhagen verkauft.