Sparende Schwaben?

Wie es um finanzielle Vorgaben beim VfB in der Transferperiode steht

  • schließen

Die aktuelle Transferperiode ist beim VfB Stuttgart eine, die in Erinnerung bleiben wird. Doch gibt es eigentlich Vorgaben, was die Einnahmen angeht?

Stuttgart - Der VfB Stuttgart ist zurück. Zurück auf der großen Bühne. Als Vizemeister gehen die Schwaben in die neue Saison und nach 14 Jahren wird wieder einmal die Champions-League-Hymne im Neckarstadion ertönen. Auch fürs Finanzielle bedeutet dieser Erfolg, dass sich der VfB in anderen Sphären als zuletzt bewegt.

Dies zeigte bereits die Verpflichtung von Ermedin Demirovic, denn mit 23 Millionen Euro Ablöse ist der Stürmer zunächst der neue Rekordtransfer der Schwaben. Ob dies so bleibt, ist allerdings zu bezweifeln. Immerhin kämpft VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth um die feste Verpflichtung von Deniz Undav, der Demirovic als teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte wieder ablösen würde.

Muss beim VfB Stuttgart in Sachen Transfereinnahmen etwas übrig bleiben?

Klar, das Geld aus dem Fenster werfen die Schwaben jetzt trotzdem nicht. Immerhin hat der VfB mit den Verkäufen von Hiroki Ito (23 Millionen Euro, Bayern München), Waldemar Anton (22,5 Millionen) und Serhou Guirassy (18 Millionen, beide Borussia Dortmund) auch hohe Transfereinnahmen in diesem Sommer verbucht. Doch muss von diesem eingenommenen Geld etwas übrig bleiben? In den vergangenen Jahren geisterte nämlich regelmäßig um die Mercedesstraße herum, dass der VfB in der Transferperiode um die 30 Millionen Euro einnehmen müsste – also einen Betrag, der nach Ab- und Zugängen übrig bleibt.

Auf BW24-Nachfrage, ob dies in der aktuellen Sommertransferperiode der Fall sei, sagte VfB-Finanzvorstand Thomas Ignatzi beim Bilanzpressegespräch: „Wichtig ist, dass wir nur dann verkaufen, wenn es ökonomisch und sportlich sinnvoll ist. Dass Transfers und TV-Einnahmen der größte Hebel sind, ist völlig klar. Aber wir sind in einer Situation, dass wir davon unabhängig sind, Spieler verkaufen zu müssen. Daher gibt es keine Zielvorgaben. Was wir natürlich machen, ist eine Budgetierung und da gehören Transfererlöse genauso dazu wie Transferinvestitionen. Und es gibt noch eine andere Komponente, nämlich, was wächst nach aus dem NLZ. Am Ende des Tages geht es darum, jede Saison einen guten und ausgewogenen Kader präsentieren zu können.“

VfB-Finanzvorstand Thomas Ignatzi (l.) hat ebenfalls ein Blick auf das Geld bei den Schwaben so wie Sportvorstand Fabian Wohlgemuth (M.) und Marketingchef Rouven Kasper (r.).

VfB wird auch künftig nicht komplett auf Ausstiegsklauseln verzichten können

Logisch ist jedoch, dass die Stuttgarter längst nicht mit den ganz Großen konkurrieren können. Schmerzvoll bekamen sie es in diesem Sommer zu spüren, als sie aufgrund von Ausstiegsklauseln nur zuschauen konnten, wie Ito, Anton und Guirassy den Klub verließen. Zwar wollen die VfB-Bosse mit Ausstiegsklauseln künftig sparsamer umgehen, doch darauf verzichten können die Schwaben weiterhin nicht.

Auch Finanz-Vorstand Ignatzi machte deutlich, dass diesbezüglich individuell von Fall zu Fall entschieden werden müsse. Sowieso sei laut ihm immer das Ziel, Spieler zu halten. Auch aus einem anderen Grund, wie Ignatzi klarmachte: „Das Bestreben ist, einen guten Kader zu haben. Im übrigen auch mit Spielern, die sich nicht nur mit uns identifizieren, sondern auch mit der Region.“ Denn man wolle zurück in die Stadtgesellschaft. Und diesem Ziel komme man Schritt für Schritt, Jahr für Jahr, näher. Zuletzt berichtete BW24 live aus der Porsche-Arena über die Mitgliederversammlung, als die VfB-Anhänger für ein Boss-Beben sorgten.

Rubriklistenbild: © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel&/IMAGO

Kommentare