Jüngster Wechsel erzürnt ihn besonders

„Gefahr für den Fußball der Zukunft“: Kroos warnt vor Transfer-Offensive aus Saudi-Arabien

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Toni Kroos ist für ehrliche Worte bekannt. Auch zu Transfers nach Saudi-Arabien hat er eine klare Meinung. Dabei stört ihn vor allem ein Aspekt.

Madrid – Der aktuelle Transfer-Sommer im Fußball steht wohl im Zeichen der saudi-arabischen Wechsel-Offensive. Die Saudi Professional League lockt immer mehr Akteure mit finanziell lukrativen Vertragsangeboten – nicht nur Altstars, die dort ihre Karriere ausklingen lassen, sondern zusehends auch jüngere Spieler. Weltmeister Toni Kroos hat sich jetzt zu dieser Entwicklung geäußert. Er sieht darin eine klare Bedrohung für den Fußball.

Toni Kroos
Geboren:4. Januar 1990 (Alter 33 Jahre), Greifswald
Position:Zentraler Mittelfeldspieler
Vertrag bei Real Madrid bis zum:30. Juni 2024
Marktwert:15 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)

Toni Kroos kritisiert Wechsel nach Saudi-Arabien: Geld als „einzige Motivation“

Im Podcast „Einfach mal Luppen“, den der Weltmeister von 2014 gemeinsam mit seinem Bruder Felix moderiert, nahm Toni Kroos Stellung zu den vielen Wechseln nach Saudi-Arabien im Laufe der letzten Monate. Er kritisierte dabei vor allem die „26-, 27-, 28-Jährigen, die absolute Top-Qualität haben, in Top-Klubs in Europa spielen“, und sich im besten Fußballer-Alter entschließen würden, ihre Karriere im Golfstaat fortzusetzen.

Er betonte dabei, dass es nur die offerierten hohen Saläre seien, die die Fußballer derzeit nach Saudi-Arabien zögen. „Für einen 28-jährigen Top-Spieler, der bei einem guten Verein in Europa spielt, die einzige Motivation, da hinzugehen“, so der mehrfache Champions-League-Sieger.

Ex-DFB-Star Toni Kroos zeigte sich besorgt ob der vielen Spielerwechsel nach Saudi-Arabien.

„Gefahr für den Fußball der Zukunft“: Kroos bedauert Transfers nach Saudi-Arabien

Er kann den rein monetären Beweggrund in diesem Alter nicht nachvollziehen: „So ein Einschnitt in seine sportliche Karriere, von seinen Ansprüchen, das nur wegen Geld so herunterzuschrauben – davon bin ich kein Fan“, machte der 33-Jährige klar. „Das ist ein unfassbar schlechtes Vorbild für ganz viele junge Jugendspieler, dass da die Motivation Geld ist.“

Kroos, der unlängst auch gegen die DFB-Elf geätzt hatte, ging in seiner Kritik sogar noch einen Schritt weiter: „Ich finde es schade um jeden, der den sportlichen Gedanken im absoluten Top-Fußball-Alter so hinten anstellt. Das ist für mich einfach kein gutes Vorbild und eine Gefahr für den Fußball der Zukunft.“

„Peinlich“: Kroos erzürnt über Transfer von Youngster Veiga nach Saudi-Arabien

Kurz nach seinem Statement im Podcast untermauerte Kroos sein Bedauern gegenüber den jüngsten Entwicklungen auf dem Transfermarkt. Unter einem Beitrag auf dem Instagram-Kanal von Transferexperte Fabrizio Romano, der den bevorstehenden Wechsel von Celta Vigos 21-jährigem Youngster Gabriel Veiga zum saudi-arabischen Verein Al-Ahli verkündet, tat der 33-Jährige seine Meinung dazu kund. „Peinlich“, schrieb Kroos, der seinen Kommentar kurz darauf zwar löschte – die klare Abneigung wurde jedoch auch so ersichtlich.

Al-Ahli bestätigte die Verpflichtung Veigas zunächst nicht. Sollte dies nicht vor dem anstehenden Spieltags-Wochenende geschehen, kreuzen sich die Wege des Spaniers und des Deutschen wohl: Kroos gastiert am Freitagabend in La Liga mit Real Madrid bei Veigas Noch-Verein Celta.

Neymar, Mané, Kanté, Benzema: Diese Stars sind im Sommer nach Saudi-Arabien gewechselt

Franck Kessie bei einem Spiel des FC Barcelona
Für rund zwölf Millionen Euro ging Mittelfeldspieler Franck Kessie vom FC Barcelona zu Al-Ahli. © IMAGO/Ken Asakura
Allan Saint-Maximin bei einem Spiel von Al-Ahli
Anstatt mit Newcastle United Champions League zu spielen, verabschiedete sich Allan Saint-Maximin (re.) in die Wüste zu Al-Ahli. Kostenpunkt: Rund 27 Millionen Euro. © IMAGO/Khalid Alhaj/MB Media
Roger Ibanez bei einem Spiel der AS Rom
Auch Roger Ibanez kickt künftig für Al-Ahli, der Innenverteidiger wurde für kolportierte 30 Millionen Euro von der AS Rom verpflichtet. © IMAGO
Fabinho nach einem Spiel von Al-Ittihad
Mittelfeldspieler Fabinho (li.) schnürt in Zukunft die Treter für Al-Ittihad. Für den Sechser sollen circa 47 Millionen Euro nach Liverpool gewandert sein. © IMAGO/Abdul Ghani Bashir Issa/MB Media
Sadio Mane nach einem Spiel von Al-Nassr
Beim FC Bayern wurde Sadio Mané nicht glücklich, nach nur einem Jahr zog es ihn in zu Al-Nassr. Kostenpunkt: Rund 30 Millionen Euro. © IMAGO / MB Media Solutions
Neymar bei seiner Vorstellung bei Al-Hilal
Der bislang dickste Transfer der Saudi Pro League in diesem Sommer trägt den Namen Neymar. Für angeblich rund 80 Millionen Euro plus 20 Millionen Euro an möglichen Boni ging der Brasilianer von PSG zu Al-Hilal. © IMAGO/Strigner
Bono bei einem Spiel des FC Sevilla
Auch beim FC Bayern soll Torhüter Bono ein Thema gewesen sein, den Zuschlag erhielt aber Al-Hilal, das wohl um die 21 Millionen Euro für den Ex-Sevilla-Keeper hinlegte. © IMAGO/Joaquin Corchero
Merih Demiral bei einem Spiel von Atalanta Bergamo
Der türkische Nationalspieler Merih Demiral, zuvor bei Atalanta Bergamo aktiv, schloss sich für circa 20 Millionen Euro Al-Ahli an. © IMAGO/Giuseppe Maffia
Aleksandar Mitrovic bei einem Spiel vom FC Fulham
Für den FC Fulham erzielte Aleksandar Mitrovic in 202 Pflichtspielen 111 Treffer, nun geht er für Al-Hilal auf Torejagd. Als Ablöse sollen rund 52 Millionen Euro nach London gewandert sein.  © IMAGO/Jed Leicester/Shutterstock
Matthias Jaissle im Trainingslager von Al-Ahli
Matthias Jaissle führte RB Salzburg 2021 erstmals in der Vereinshistorie in die Champions-League-Gruppenphase, verabschiedete sich unmittelbar vor dem Start der Saison 2023/24 aber zu Al-Ahli. © IMAGO/Daniel Scharinger
Mit Slaven Bilic sitzt einiges an Premier-League-Erfahrung auf der Bank von Al-Fateh SC.
Mit Slaven Bilic sitzt einiges an Premier-League-Erfahrung auf der Bank von Al-Fateh SC. © IMAGO / PA Images
Der Vertrag von Karim Benzema bei Real Madrid ist ausgelaufen und er schloss sich Al-Ittihad an.
Der Vertrag von Karim Benzema bei Real Madrid ist ausgelaufen und er schloss sich Al-Ittihad an. © IMAGO / ABACAPRESS
Al-Hilal zahlt 55 Millionen Euro für die Dienste von Ruben Neves an die Wolverhampton Wanderers.
Al-Hilal zahlt 55 Millionen Euro für die Dienste von Ruben Neves an die Wolverhampton Wanderers. © IMAGO / Sportsphoto
Kalidou Koulibay verlässt den FC Chelsea nach einem Jahr für 23 Millionen Euro zu Al-Hilal.
Kalidou Koulibay verlässt den FC Chelsea nach einem Jahr für 23 Millionen Euro zu Al-Hilal. © IMAGO / AFLOSPORT
Roberto Firmino wechselte ablösefrei vom FC Liverpool zu Al-Ahli.
Roberto Firmino wechselte ablösefrei vom FC Liverpool zu Al-Ahli. © IMAGO / PA Images
Nach seinem Vertragsende beim FC Chelsea schloss sich Ngolo Kante Al-Ittihad an.
Nach seinem Vertragsende beim FC Chelsea schloss sich Ngolo Kante Al-Ittihad an. © IMAGO / Pro Sports Images
Für 42 Millionen Euro sicherte sich Al-Hilal Sergej Milinkovic-Savic von Lazio Rom.
Für 42 Millionen Euro sicherte sich Al-Hilal Sergej Milinkovic-Savic von Lazio Rom. © IMAGO / Independent Photo Agency
Für Edouard Mendy zahlte Al-Ahli 18,5 Millionen Euro an den FC Chelsea.
Für Edouard Mendy zahlte Al-Ahli 18,5 Millionen Euro an den FC Chelsea. © IMAGO / PA Images
Marcelo Brozovic wechselte für 18 Millionen Euro von Inter Mailand zu Al-Nassr.
Marcelo Brozovic wechselte für 18 Millionen Euro von Inter Mailand zu Al-Nassr. © IMAGO / ZUMA Wire
Der Portugiese Jota brachte Celtic 29 Millionen Euro von Al-Ittihad ein.
Der Portugiese Jota brachte Celtic 29 Millionen Euro von Al-Ittihad ein. © IMAGO / Sportsphoto
Liverpool-Kapitän Jordan Henderson wechselte für 14 Millionen Euro zu Al-Ettifaq und spielt nun für seinen Vorgänger Steven Gerrard.
Liverpool-Kapitän Jordan Henderson wechselte für 14 Millionen Euro zu Al-Ettifaq und spielt nun für seinen Vorgänger Steven Gerrard. ©  IMAGO / PA Images
Champions-League-Sieger gab Flügelspieler Riyad Mahrez für 30 Millionen Euro an Al-Ahli ab.
Champions-League-Sieger Manchester City gab Flügelspieler Riyad Mahrez für 30 Millionen Euro an Al-Ahli ab. © IMAGO / Nicolo Campo
60 Millionen Euro ließ sich Al-Hilal die Dienste von Malcolm von Zenit St. Petersburg kosten.
60 Millionen Euro ließ sich Al-Hilal die Dienste von Malcolm von Zenit St. Petersburg kosten. ©  IMAGO / Russian Look
Ablösefrei kam Moussa Dembele von Olympique Lyon zu Al-Ettifaq.
Ablösefrei kam Moussa Dembele von Olympique Lyon zu Al-Ettifaq. © IMAGO / PanoramiC
Nachdem der Leihe zum FC Sevilla verkaufte Manchester United Alex Telles für 7,5 Millionen Euro an Al-Nassr.
Nach der Leihe zum FC Sevilla verkaufte Manchester United Alex Telles für 7,5 Millionen Euro an Al-Nassr. © IMAGO / Nicolo Campo
Steven Gerrard ist neuer Trainer bei Al-Ettifaq.
Steven Gerrard ist neuer Trainer bei Al-Ettifaq. © IMAGO / Pixsell
Vom französischen Vizemeister RC Lens wechselt Seko Fofana für 25 Millionen Euro zu CR7-Club Al-Nassr.
Vom französischen Vizemeister RC Lens wechselt Seko Fofana für 25 Millionen Euro zu CR7-Club Al-Nassr. © IMAGO / Sportpix
Jorge Jesus, neuer Trainer von Cristiano Ronald bei Al-Nassr, besitzt einiges an Champions-League-Erfahrung.
Jorge Jesus, neuer Trainer von Cristiano Ronaldo bei Al-Nassr, besitzt einiges an Champions-League-Erfahrung. © IMAGO / NurPhoto

Kroos verteidigt Saudi-Arabien-Wechsel von Ronaldo: „Haben Legenden-Status“

Seine ehemaligen Madrider Teamkollegen Karim Benzema und Cristiano Ronaldo, die inzwischen beide ebenfalls in Saudi-Arabien kicken, nahm Kroos in seinem Podcast jedoch in Schutz. Ihre Wechsel im höheren Fußballer-Alter seien verständlich, schließlich hätten sie „alles gewonnen, haben Legenden-Status, alles erreicht und lassen dann von mir aus ihre Karrieren dort austrudeln“, so der ehemalige deutsche Nationalspieler.

Doch Benzema dürfte es nicht nur wegen des Geldes dorthin verschlagen haben. Wie für einige weitere Stars spielte bei seinem Transfer nach Saudi-Arabien auch der Islam eine wesentliche Rolle. (wuc)

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