„Gefahr für den Fußball der Zukunft“: Kroos warnt vor Transfer-Offensive aus Saudi-Arabien
VonChristoph Wutz
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Toni Kroos ist für ehrliche Worte bekannt. Auch zu Transfers nach Saudi-Arabien hat er eine klare Meinung. Dabei stört ihn vor allem ein Aspekt.
Madrid – Der aktuelle Transfer-Sommer im Fußball steht wohl im Zeichen der saudi-arabischen Wechsel-Offensive. Die Saudi Professional League lockt immer mehr Akteure mit finanziell lukrativen Vertragsangeboten – nicht nur Altstars, die dort ihre Karriere ausklingen lassen, sondern zusehends auch jüngere Spieler. Weltmeister Toni Kroos hat sich jetzt zu dieser Entwicklung geäußert. Er sieht darin eine klare Bedrohung für den Fußball.
Toni Kroos
Geboren:
4. Januar 1990 (Alter 33 Jahre), Greifswald
Position:
Zentraler Mittelfeldspieler
Vertrag bei Real Madrid bis zum:
30. Juni 2024
Marktwert:
15 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)
Toni Kroos kritisiert Wechsel nach Saudi-Arabien: Geld als „einzige Motivation“
Im Podcast „Einfach mal Luppen“, den der Weltmeister von 2014 gemeinsam mit seinem Bruder Felix moderiert, nahm Toni Kroos Stellung zu den vielen Wechseln nach Saudi-Arabien im Laufe der letzten Monate. Er kritisierte dabei vor allem die „26-, 27-, 28-Jährigen, die absolute Top-Qualität haben, in Top-Klubs in Europa spielen“, und sich im besten Fußballer-Alter entschließen würden, ihre Karriere im Golfstaat fortzusetzen.
Er betonte dabei, dass es nur die offerierten hohen Saläre seien, die die Fußballer derzeit nach Saudi-Arabien zögen. „Für einen 28-jährigen Top-Spieler, der bei einem guten Verein in Europa spielt, die einzige Motivation, da hinzugehen“, so der mehrfache Champions-League-Sieger.
„Gefahr für den Fußball der Zukunft“: Kroos bedauert Transfers nach Saudi-Arabien
Er kann den rein monetären Beweggrund in diesem Alter nicht nachvollziehen: „So ein Einschnitt in seine sportliche Karriere, von seinen Ansprüchen, das nur wegen Geld so herunterzuschrauben – davon bin ich kein Fan“, machte der 33-Jährige klar. „Das ist ein unfassbar schlechtes Vorbild für ganz viele junge Jugendspieler, dass da die Motivation Geld ist.“
Kroos, der unlängst auch gegen die DFB-Elf geätzt hatte, ging in seiner Kritik sogar noch einen Schritt weiter: „Ich finde es schade um jeden, der den sportlichen Gedanken im absoluten Top-Fußball-Alter so hinten anstellt. Das ist für mich einfach kein gutes Vorbild und eine Gefahr für den Fußball der Zukunft.“
„Peinlich“: Kroos erzürnt über Transfer von Youngster Veiga nach Saudi-Arabien
Kurz nach seinem Statement im Podcast untermauerte Kroos sein Bedauern gegenüber den jüngsten Entwicklungen auf dem Transfermarkt. Unter einem Beitrag auf dem Instagram-Kanal von Transferexperte Fabrizio Romano, der den bevorstehenden Wechsel von Celta Vigos 21-jährigem Youngster Gabriel Veiga zum saudi-arabischen Verein Al-Ahli verkündet, tat der 33-Jährige seine Meinung dazu kund. „Peinlich“, schrieb Kroos, der seinen Kommentar kurz darauf zwar löschte – die klare Abneigung wurde jedoch auch so ersichtlich.
Al-Ahli bestätigte die Verpflichtung Veigas zunächst nicht. Sollte dies nicht vor dem anstehenden Spieltags-Wochenende geschehen, kreuzen sich die Wege des Spaniers und des Deutschen wohl: Kroos gastiert am Freitagabend in La Liga mit Real Madrid bei Veigas Noch-Verein Celta.
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Kroos verteidigt Saudi-Arabien-Wechsel von Ronaldo: „Haben Legenden-Status“
Seine ehemaligen Madrider Teamkollegen Karim Benzema und Cristiano Ronaldo, die inzwischen beide ebenfalls in Saudi-Arabien kicken, nahm Kroos in seinem Podcast jedoch in Schutz. Ihre Wechsel im höheren Fußballer-Alter seien verständlich, schließlich hätten sie „alles gewonnen, haben Legenden-Status, alles erreicht und lassen dann von mir aus ihre Karrieren dort austrudeln“, so der ehemalige deutsche Nationalspieler.