Ist der Hype real?

Warum ein Woltemade-Wechsel zu Bayern München wenig Sinn ergibt

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Der Hype um Nick Woltemade vom VfB Stuttgart ist ungebrochen groß. Doch inwiefern ergibt ein Wechsel zum FC Bayern München jetzt Sinn?

Stuttgart - Die Medienberichte über einen möglichen Wechsel Nick Woltemades überschlagen sich seit Wochen. Längst wird über ein Preisschild spekuliert, ab wann der VfB Stuttgart schwach werden würde. Erst war von 40 und 50 Millionen Euro die Rede, doch inzwischen sollen es sogar 60 sein.

Überraschend ist diese Steigerung nicht, immerhin steht Woltemade aktuell im Rampenlicht der U21-EM und befindet sich mit der DFB-Elf auf dem Weg zum Titel sowie zur Torjägerkrone. Auch darüber hinaus rechtfertigt Woltemade durch seine Leistung, mit der er in der Rückrunde maßgeblich am Pokalgewinn des VfB beteiligt war, eine gewisse Aufmerksamkeit.

Ist der Hype um Nick Woltemade zu groß?

Doch aktuell nimmt es Ausmaße an, dass man sich fragen muss, inwiefern der Hype gerechtfertigt ist. 60 Millionen Euro für einen 23-jährigen Spieler, der in der zurückliegenden Rückrunde einen – zugegebenermaßen – großen Entwicklungsschub gemacht hat? Gerade für den FC Bayern München, der fleißig mit Woltemade am Flirten ist, ergibt solch ein Transfer wenig Sinn. Zwar suchen die Münchner einen Back-up-Stürmer für Harry Kane, doch von höchster Priorität soll diese Personalsuche nicht sein.

Fraglich also, warum die Bayern so viel Geld für einen Angreifer ausgeben sollten, der zumindest nicht als Stammkraft eingeplant werden dürfte. Würde man von einer Ablösesumme über 60 Millionen Euro ausgehen, wäre Woltemade übrigens der viertteuerste Bayernneuzugang der Geschichte.

Nick Woltemade steht bei der U21-EM im Rampenlicht.

VfB-Sportvorstand Wohlgemuth: „Bei allem, was wir besprechen, geht es um die Wertschätzung“

Realistischer wäre sicherlich ein Abgang in die Premier League. Doch selbst der FC Chelsea, der gerne vorschnell viel Geld ausgibt, dürfte sich überlegen, inwiefern die Verpflichtung einen sportlichen Mehrwert hat. Bei einem Abgang zu Real Madrid, der jüngst in der Gerüchteküche serviert wurde, müsste man sich außerdem fragen, wo genau Woltemade in diesem Starensemble denn spielen sollte.

Der VfB lehnt sich derweil zurück und kann sich tagtäglich das neue Menü der Woltemade-Gerüchteküche anschauen. Ohne Panik zu bekommen, denn der Stürmer hat einen Vertrag bis 2028 – ohne Ausstiegsklausel. Statt um einen Wechsel geht es beim VfB deshalb darum, Woltemade eine verdiente Gehaltserhöhung zu ermöglichen.

Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sagte zuletzt dem kicker: „Bei allem, was wir besprechen, geht es um die Wertschätzung der überragenden Entwicklung Nicks und um die Frage, wie wir diese und die Ausgestaltung seines Vertrags näher zusammenbringen.“ Zuletzt kommentierte VfB-Reporter Niklas Noack, warum der Bayern-Tanz um VfB-Star Woltemade respektlos und verzweifelt wirkt.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

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