Wegen Rekordzugang: Eintracht Frankfurt in der Zwickmühle
VonChristopher Michel
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Eintracht Frankfurt zahlte nach Omar Marmoushs Abgang viel Geld für Nachfolger Elye Wahi. Der Stürmer entwickelt sich zunehmend zum Rätsel.
Frankfurt – Eintracht Frankfurt will in diesem Sommer einen Umbruch vermeiden und die Mannschaft zu größten Teilen zusammenhalten.
Die Offensive von Eintracht Frankfurt steht noch nicht
Während das Gerüst in Defensive und Zentrale steht, gibt es in der Offensive noch viele Fragezeichen. Verlässt Hugo Ekitiké die Hessen für die gewünschten 100 Millionen Euro? Setzt sich Sportvorstand Markus Krösche im Poker um Jonathan Burkardt gegen den FSV Mainz 05 durch?
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Und was passiert mit Elye Wahi? Als Omar Marmoush im vergangenen Januar für über 80 Millionen Euro zu Manchester City wechselte, kam er und sollte Teil des Umbaus im Angriff werden. Das Problem: Wahi war erst nicht richtig fit, enttäuschte dann bei den ersten Einsätzen und fehlte in der Phase, als Trainer Dino Toppmöller sein Team gefunden hatte, verletzungsbedingt wochenlang. Die zunächst kommunizierte Geduld war ziemlich rasch aufgebraucht.
Der Coach sagte daher auch Anfang März auf die Frage, wann Wahi denn zünde: „Das ist die Eine-Million-Euro-Frage bei Wer wird Millionär. Ich glaube schon, dass er vielleicht nicht ganz so frei aufspielt, wie wir uns das alle erhoffen.“ Toppmöller fand die Lösung im 4-2-3-1-System mit Mario Götze als Taktgeber hinter Ekitiké und den beiden Flügelakteuren Ansgar Knauff und Jean-Matteo Bahoya.
Eintracht kam ohne Wahi-Hilfe in die Champions League
Als vor dem Duell in Augsburg am 30. Spieltag alle vier Angreifer Ekitiké, Wahi, Igor Matanovic und Michy Batshuayi zur Verfügung standen, stellte der Coach auf Doppelspitze um. Statt Wahi startete jedoch Batshuayi, das Experiment wurde nach einer Halbzeit abgebrochen – und zwar mit der Umstellung auf eine Formation im 3-4-3.
Die Crunchtime jedenfalls wurde auch ohne den Angreifer, für den Krösche den Sockelbetrag in Höhe von 20 Millionen Euro nach Marseille überwiesen hatte, erfolgreich bestritten. Es war eine große Leistung Toppmöllers, die Marmoush-Lücke mit den internen Optionen schließen zu können. In der Sommer-Transferperiode jedenfalls wurde hervorragende Arbeit geleistet.
Mit Blick nach vorne war das schwache Halbjahr von Wahi allerdings ein Problem. Der pfeilschnelle Stürmer bekam die PS nicht auf den Rasen. Die Krönung war sein Zehn-Minuten-Einsatz am letzten Spieltag (3:1) in Freiburg. Wahi machte keine Bälle fest, arbeitete nicht mit zurück und vergab eine Konterchance kläglich. Der Knoten wollte in seinen insgesamt 191 Einsatzminuten nicht platzen.
Die Eintracht steckt in der Wahi-Zwickmühle. Was passiert, wenn Ekitiké wechseln sollte? Können Wunschkandidat Burkardt und Wahi diese Verantwortung schultern? In welchem Zustand wird sich der frühere französische U21-Nationalspieler nach seinem Urlaub präsentieren? Kann Wahi die hohen Erwartungen dann erfüllen? Im Umfeld geht die Angst vor einem millionenschweren Fehlgriff um.
Hoffnungsvolle Aktionen? Davon gab es nur ganz wenige. Auch in Mannschaftskreisen kam sein Auftreten nicht immer gut an. Es wirkte befremdlich, dass Wahi nach seinem schwachen Auftritt in Freiburg hemmungslos und exzessiv feierte. Eine Portion Demut und der richtige Fokus sind nötig in der aktuellen Situation.
Es ist völlig offen, wie es bei Elye Wahi weitergeht. Er muss sich vom ersten Tag an zeigen und vor allem das Trainingslager in den USA dazu nutzen, sich anzubieten. Im Optimalfall zeigt der Angreifer seine Qualitäten und zwingt Toppmöller dazu, auf die Doppelspitze zu gehen. Dort hat Wahi seine Stärken, kann Lücken reißen und seine Tiefenläufe einbringen.
Kommt es sogar zu einer schnellen Trennung bei der Eintracht?
Was aber passiert, wenn er weiterhin enttäuscht? Wenn Toppmöller den Daumen senkt und ihn nicht für tauglich hält? Kommt es im Fall der Fälle sogar zu einer schnellen Trennung? Die Eintracht spielt Champions League und will nicht den Touristen-Status einnehmen. Dafür benötigt Toppmöller Durchschlagskraft im Sturm. Es ist eine knifflige Situation für die Eintracht, die in Sachen Angriff noch nicht endgültige Klarheit hat.