Traum geplatzt

Dreierpackerin Lea Schüller zu stark: Aufopferungsvoll kämpfende Werder-Frauen verlieren DFB-Pokal-Finale gegen FC Bayern

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Keine Chance für die Frauen des SV Werder Bremen: Der FC Bayern gewinnt den DFB-Pokal 2025 dank Dreierpackerin Lea Schüller.
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Traum geplatzt! Der SV Werder Bremen hat das DFB-Pokal-Finale der Frauen gegen den FC Bayern München mit 2:4 (1:2) verloren. Der Spielbericht der DeichStube.

Köln – Die Träume waren groß und die Sensation wäre noch größer gewesen, doch am Ende haben sich die Fußballerinnen des SV Werder Bremen geschlagen geben müssen. Im DFB-Pokal-Finale der Frauen zeigten die Grün-Weißen eine höchst engagierte Leistung, doch zu einem echten Fußball-Feiertag wurde der 1. Mai nur für den FC Bayern München: Der haushohe Favorit und frisch gebackene Deutsche Meister setzte sich im Kölner Rhein-Energie-Stadion in einem umkämpften Spiel letztlich verdient mit 4:2 (2:1) durch und krönte sich erstmals zum Double-Gewinner.

Werder Bremen-Frauen im DFB-Pokal-Finale gegen FC Bayern München: Früher Rückstand durch Lea Schüller

Werder-Trainer Thomas Horsch hatte eine Startelf mit zwei Viererketten aufs Feld geschickt. Vor Torhüterin Livia Peng formierte sich eine Abwehr bestehend aus Maria Penner, Kapitänin Lina Hausicke, Hanna Nemeth und Kaylie Ronan. Davor bildeten Tuana Mahmoud, Ricarda Walkling, Rieke Dieckmann und Reena Wichmann das Mittelfeld. Im Sturm begannen einmal mehr Larissa Mühlhaus und Sophie Weidauer, die mit zwei Toren im Halbfinale gegen den Hamburger SV (3:1 n.V.) entscheidenden Anteil am Einzug ins Endspiel gehabt hatte.

Ein Duell war übrigens bereits vor dem Anpfiff entschieden: Stimmungsmäßig hatten die Grün-Weißen Anhänger die mit 45.146 Fans ausverkaufte Arena (Rekord für ein Frauen-Pokal-Finale!) fest im Griff. Doch auf dem Platz setzte der FC Bayern früh ein Ausrufezeichen: Giulia Gwinn traf den Pfosten, den Abpraller köpfte Lea Schüller humorlos ein (6.) – das 0:1, die kalte Dusche. Doch das schockte die Werder-Frauen nicht, sie reagierten mutig auf den frühen Rückstand und hätten mit etwas Glück fast umgehend den Ausgleich erzielt. Nach einem Mix aus Flachschuss und Hereingabe von Mahmoud ließ FCB-Keeperin Ena Mahmutovic den Ball durchrutschen, bekam ihn aber rechtzeitig wieder zu fassen, ehe Mühlhaus die Fußspitze dazwischen bekommen konnte (10.).

Frauen von Werder Bremen im DFB-Pokal-Finale gegen FC Bayern: Rieke Dieckmann verkürzt vor der Pause

Auch im Anschluss suchten die Bremerinnen ihre Gelegenheiten, doch die hochkarätig besetzten Bayern blieben die zielstrebigere Mannschaft, erarbeiten sich eine gute Chance nach der anderen. Gegen Schüller blieb Torfrau Livia Peng noch Siegerin (16.), gegen Caroline Simon, die nach einer schönen Kombination über die linke Seite in Szene gesetzt wurde, war sie dann aber chancenlos: Die Nationalspielerin vollstreckte wuchtig unter die Latte ins kurze Eck (30.). Ebenfalls bitter für Werder: Die junge Maria Penner, vor wenigen Tagen erst 18 Jahre alt geworden, musste bei ihrem Pokal-Debüt wenig später verletzt ausgewechselt werden. Für sie kam Lara Schmidt in die Partie (34.).

Während die Bayern aufs nächste Tor drängten, meldete sich plötzlich Werder per Konter wieder im Spiel an. Walking schickte Mahmoud auf dem rechten Flügel auf die Reise, wo die 22-Jährige in den Strafraum eindrang, clever zurücklegte auf die mitgelaufene Dieckmann, die wiederum aus 15 Metern eiskalt vollstreckte. Das wichtige 1:2 noch rechtzeitig vor dem Pausenpfiff! Von den Rängen, auf denen sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Werders kommende Trainerin Friederike Kromp (übernimmt im Sommer von Horsch) das Spiel ansahen, gab es tosenden Beifall.

Werder-Frauen verlieren DFB-Pokalfinale gegen FC Bayern: Lea Schüller schnürt Dreierpack

Zum Wiederanpfiff wechselte Horsch ein zweites Mal, nahm Walking aus der Partie und brachte in Maja Sternad eine weitere Angreiferin. Weidauer ließ sich dafür auf die Zehnerposition fallen. Die zweite Hälfte begann dann ähnlich wie der erste Durchgang: Werder Bremen (hier geht‘s zum Liveticker gegen den 1. FC Köln) trat selbstbewusst auf, die besseren Chancen hatte aber der Deutsche Meister. Klara Bühl schloss aus bester Position ab, ihren Versuch blockte Hausicke gerade noch zur Ecke (54.). Außerdem scheiterte Pernille Harder an der glänzend reagierenden Peng (62.). Besser machte es dann wieder Schüller. Nach Flanke der eingewechselten Tuva Hansen köpfte die deutsche Nationalspielerin das 3:1 (65.). Wenig später schnürte die 27-Jährige dann sogar den Dreierpack: Nach einem cleveren Schnittstellenpass tauchte sie frei im Strafraum auf und schob die Kugel überlegt ins lange Eck – das 4:1 (79.). In der Nachspielzeit verwandelte Larissa Mühlhaus zwar noch einen Freistoß herrlich direkt, doch das war nur noch Ergebniskosmetik (90.+3). Das 2:4 blieb der Endstand, den auch noch Ex-Bremerin Michelle Ulbrich als Einwechselspielerin auf dem Platz feiern konnte. Während sich Werders Spielerinnen am Ende immerhin damit trösten konnten, einen großen Kampf geboten zu haben, ging im Münchner Lager die große Party los. Nach zehn Jahren geht der DFB-Pokal der Frauen erstmals nicht an den VfL Wolfsburg. (han)

Werder Bremen: Peng – Penner (34. Schmidt), Hausicke, Nemeth, Ronan – Mahmoud, Walkling (46. Sternad), Dieckmann (83. Papai), Wichmann (68. Wieder) – Weidauer (83. Wirtz), Mühlhaus

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