Wie die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte läuft – und warum der „Sportschau“ das Aus droht
VonMarius Epp
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Die Schlacht um die TV-Rechte der Bundesliga ist eröffnet – erneut. In den kommenden Tagen steht eine Entscheidung an. Fragen und Antworten.
Frankfurt am Main – Sky? DAZN? Amazon? Etwas anderes? Bald haben die Fußball-Fans endlich Klarheit, welche Abonnements sie ab der Saison 2025/26 brauchen, um die Bundesliga zu sehen. In den kommenden Tagen werden die TV-Rechte versteigert.
Eigentlich hätte das längst erledigt sein sollen. Doch die erste Auktion endete in einem Fiasko, weshalb sie nun wiederholt werden muss. Hintergrund: Die DFL verlangte innerhalb kurzer Zeit eine Bankbürgschaft von DAZN, die der Streamingdienst nicht erbringen konnte. Sky erhielt den Zuschlag, doch DAZN klagte erfolgreich dagegen. Ein Schiedsgericht ordnete eine neue Auktion an.
DFL-Rechtevergabe: Was ist beim zweiten Versuch anders?
Das Meiste ist identisch. Die DFL beginnt an diesem Montag erneut mit dem Verkauf von Paket B, dem größten Paket mit den Spielen am Samstag um 15.30 Uhr und am Freitagabend sowie den Relegations-Partien. Anschließend folgen in der ersten Woche die anderen Pay-TV-Pakete. Neu ist, dass in der zweiten Woche die Free-TV-Pakete an drei statt fünf Tagen verkauft werden. Zudem wurden die Regeln der Auktion leicht angepasst, damit sich ein Streit wie im April nicht wiederholen kann.
DFL-Rechtevergabe: Um welche Pakete geht es?
Die DFL hat die Übertragungsrechte in mehrere Pakete aufgeteilt. Eine Übersicht der begehrtesten:
Paket A: Konferenzen
Paket B: 15.30-Uhr-Spiele am Samstag, Freitagsspiel (20.30 Uhr) und Relegation
Paket C: Top-Spiele am Samstag (18.30 Uhr) und Supercup
Das DFL-Angebot enthält ein paar komplizierte Details, die vor allem die ARD mit ihrer „Sportschau“ unter Druck setzen. So gibt es das Paket I in zwei Varianten, die Kompakt und Klassik heißen. Bei Kompakt wären die Höhepunkte im frei zugänglichen Fernsehen am Samstag zwischen 19.15 und 20.15 Uhr zu sehen.
Pay-Anbieter können sogar indirekt das Aus der „Sportschau“ mitfinanzieren, indem sie eine Zusatzzahlung leisten. Das Modell Klassik erlaubt Zusammenfassungen ab 18.00 Uhr. Sie würden die „Sportschau“ in der bisherigen Form erhalten. Eine Kurzversion ab 19.15 Uhr kommt für die ARD nicht infrage, heißt es aus Senderkreisen.
Die DFL legt für jedes Paket eine Mindestsumme fest. Im einfachsten Fall läuft es dann so: Wer am meisten Geld bietet, erhält automatisch den Zuschlag und noch am gleichen Tag eine Nachricht. Ein besonderer und komplizierter Fall tritt nur dann ein, wenn das nächstbeste Gebot 20 Prozent oder weniger unter dem des Meistbietenden liegt. Dann gibt es eine zweite Runde und schließlich bei gleichbleibender Differenz eine Entscheidung durch die DFL.
DFL-Rechtevergabe: Welche Auswirkungen hat die Auktion auf die Fans?
Das ist noch nicht absehbar. Durch den Wegfall der „No-Single-Buyer-Rule“ ist es in der Theorie möglich, dass ein Anbieter alle vier Erstliga-Pakete kauft. In dem Fall würden Fans nur noch ein Abonnement für alle Spiele benötigen, das sich dann aber höchstwahrscheinlich verteuern würde.
Möglich ist aber auch, dass Bundesliga-Fans künftig noch mehr kostenpflichtige Abos brauchen, wenn sich die Pakete auf mehrere Bewerber aufteilen. (epp/dpa)