Katar

WM-Spiel zwischen USA und Iran: Proteste auf der Tribüne und in Teheran

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Während US-Präsident Joe Biden den Sieg des US-Teams gegen den Iran feiert, kommt es im Iran zu Protesten und Schadenfreude über die Niederlage.

Doha – Bei der WM 2022 in Katar sicherte sich die USA durch einen 1:0-Erfolg über den Iran Rang zwei in der Gruppe und die Qualifikation fürs Achtelfinale. Dort geht es am Samstag gegen die Niederlande. Die USA sind in vier Jahren gemeinsam mit Mexiko und Kanada Gastgeber der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft.

In seiner Heimat hat Präsident Joe Biden geradezu euphorisch auf den Sieg reagiert. Nach einem doppelten „USA, USA“-Ruf und mit zur Faust geballter Hand berichtete Biden am Rande einer Rede zu seiner Wirtschaftspolitik in Michigan am Dienstag (29. November) von einem Gespräch mit dem Team im Vorfeld und schloss: „Sie haben es geschafft! Gott liebt sie.“ Zuvor war er erneut ans Rednerpult getreten und hatte gesagt: „US eins, Iran null. Das Spiel ist aus!“

WM 2022 in Katar: Pussy Riot protestieren auf der Tribüne

Zuvor hatten Aktivistinnen der russischen Punk-Gruppe Pussy Riot auf der Tribüne für Frauenrechte im Iran protestiert. Sie trugen im Al-Thumama Stadion in Doha T-Shirts mit der Aufschrift „Woman Life Freedom“ („Frau Leben Freiheit“) und dem Logo des iranischen Fußballverbands. Einige von ihnen hatten zudem bunte Sturmhauben auf dem Kopf.

Stiller Protest auf der Tribüne: „Woman Life Freedom“

Ein Sprecher von Cinema for Peace bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich um Mitglieder von Pussy Riot handelte. Einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge skandierten die Frauen auch den Slogan der Protestbewegung im Iran.

WM 2022 in Katar: Schadenfreude in Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Autofahrer nach der WM-Niederlage gegen die USA vereinzelt ihre Schadenfreude ausgedrückt. An belebten Plätzen riefen Menschen in der Nacht zu Mittwoch etwa: „War wohl nichts mit Eurem Nationalteam“. Sie spielten damit auf die hohen politischen und sportlichen Erwartungen an das Team Melli an.

Die Spieler standen angesichts der landesweiten Proteste durch den heimischen Fußballverband stark unter Druck. Politiker hatten sich einen Sieg gegen den Erzfeind USA und dadurch Rückendeckung in der Innenpolitik erhofft. Irans Führung habe viel politischen Druck vor dem Spiel ausgeübt, erklärte ein Sportjournalist in Teheran.

Fußball-WM 2022 in Katar: Alle Stadien in der Übersicht

Das Stadium Khalifa International in Doha fasst 45.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs 
Vorrundenspiele, ein Achtelfinale sowie für das Spiel um Platz 3. 

- Folgende Gruppenspiele werden hier ausgetragen:
o England vs Iran
o Deutschland vs Japan
o Niederlande vs Ecuador
o Kroatien vs Kanada
o Ecuador vs Senegal
o Japan vs Spanien
Das Stadium Khalifa International in Doha fasst 45.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs Vorrundenspiele, ein Achtelfinale sowie für das Spiel um Platz 3. Folgende Gruppenspiele werden hier ausgetragen: England vs Iran, Deutschland vs Japan, Niederlande vs Ecuador, Kroatien vs Kanada, Ecuador vs Senegal und Japan vs Spanien. © IMAGO
Das Stadion Al-Bayt in Al-Chaur ist mir einer Kapazität für 60.000 Zuschauer das zweitgrößte Stadion. Es ist Austragungsort für das Eröffnungsspiel sowie für fünf weitere Gruppenspiele und drei KO-Spiele (je ein Achtel-, Viertel- und Halbfinale). Folgende Gruppenspiele werden hier ausgetragen: Katar vs Ecuador (Eröffnungsspiel), Marokko vs Kroatien, England vs USA, Spanien vs Deutschland, Niederlande vs Katar und Costa Rica vs Deutschland.
Das Stadion Al-Bayt in Al-Chaur ist mir einer Kapazität für 60.000 Zuschauer das zweitgrößte Stadion. Es ist Austragungsort für das Eröffnungsspiel sowie für fünf weitere Gruppenspiele und drei KO-Spiele (je ein Achtel-, Viertel- und Halbfinale). Folgende Gruppenspiele werden hier ausgetragen: Katar vs Ecuador (Eröffnungsspiel), Marokko vs Kroatien, England vs USA, Spanien vs Deutschland, Niederlande vs Katar und Costa Rica vs Deutschland. © IMAGO
Das Stadion Al-Janoub in Al-Wakrah fasst 40.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale. Folgende Gruppenspiele finden hier statt:
 Frankreich vs Australien, Schweiz vs Kamerun, Tunesien vs Australien, Kamerun vs Serbien, Australien vs Dänemark und Ghana vs Uruguay.
Das Stadion Al-Janoub in Al-Wakrah fasst 40.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale. Folgende Gruppenspiele finden hier statt: Frankreich vs Australien, Schweiz vs Kamerun, Tunesien vs Australien, Kamerun vs Serbien, Australien vs Dänemark und Ghana vs Uruguay. © IMAGO
Im Stadion Education in Doha finden 40.000 Zuschauer Platz. Hier werden sechs Vorrunden-Begegnungen, ein Achtelfinale sowie ein Viertelfinale ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden im Education Stadion statt: Dänemark vs Tunesien, Uruguay vs Südkorea, Polen vs Saudi-Arabien, Südkorea vs Ghana, Tunesien vs Frankreich und Südkorea vs Portugal.
Im Stadion Education in Doha finden 40.000 Zuschauer Platz. Hier werden sechs Vorrunden-Begegnungen, ein Achtelfinale sowie ein Viertelfinale ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden im Education Stadion statt: Dänemark vs Tunesien, Uruguay vs Südkorea, Polen vs Saudi-Arabien, Südkorea vs Ghana, Tunesien vs Frankreich und Südkorea vs Portugal. © IMAGO
Das Stadion Ahmed Bin Ali in Al-Rayyan fasst 40.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs Grupenspiele sowie ein Achtelfinale. Folgende Gruppenspiele finden hier statt: USA vs Wales, Belgien vs Kanada, Wales vs Iran, Japan vs Costa Rica, Wales vs England und Kroatien vs Belgien.
Das Stadion Ahmed Bin Ali in Al-Rayyan fasst 40.000 Zuschauer und ist Austragungsort für sechs Grupenspiele sowie ein Achtelfinale. Folgende Gruppenspiele finden hier statt: USA vs Wales, Belgien vs Kanada, Wales vs Iran, Japan vs Costa Rica, Wales vs England und Kroatien vs Belgien. © IMAGO
Das Stadion Al-Thumama in Doha wurde 2020 eröffnet und fasst 40.000 Zuschauer. Hier werden sechs Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale und eine Viertelfinalpartie ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden in diesem Stadion statt: Senegal vs Niederlande, Spanien vs Costa Rica, Katar vs Senegal, Belgien vs Marokko, Iran vs USA und Kanada vs Marokko.
Das Stadion Al-Thumama in Doha wurde 2020 eröffnet und fasst 40.000 Zuschauer. Hier werden sechs Gruppenspiele sowie ein Achtelfinale und eine Viertelfinalpartie ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden in diesem Stadion statt: Senegal vs Niederlande, Spanien vs Costa Rica, Katar vs Senegal, Belgien vs Marokko, Iran vs USA und Kanada vs Marokko. © IMAGO
Ebenfalls in Doha befindet sich das Stadion 974 Ras Abu Aboud mit Platz für 40.000 Zuschauer. Neben sechs Vorrundenspielen wird hier auch ein Achtelfinale ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden im Stadion 974 statt: Mexiko vs Polen, Portugal vs Ghana, Frankreich vs Dänemark, Brasilien vs Schweiz, Polen vs Argentinien und Serbien vs Schweiz.
Ebenfalls in Doha befindet sich das Stadion 974 Ras Abu Aboud mit Platz für 40.000 Zuschauer. Neben sechs Vorrundenspielen wird hier auch ein Achtelfinale ausgetragen. Folgende Gruppenspiele finden im Stadion 974 statt: Mexiko vs Polen, Portugal vs Ghana, Frankreich vs Dänemark, Brasilien vs Schweiz, Polen vs Argentinien und Serbien vs Schweiz. © IMAGO
Das Stadion Lusail Iconic in Lusail ist das größte Stadion und bietet Platz für 80.000 Zuschauer. Hier finden sechs Gruppenspiele, je ein Achtel- Viertel- und Halbfinale sowie auch das Finale statt. Folgende Gruppenspiele werden in Lusail ausgetragen: Argentinien vs Saudi-Arabien, Brasilien vs Serbien, Argentinien vs Mexiko, Portugal vs Uruguay, Saudi-Arabien vs Mexiko und Kamerun vs Brasilien.
Das Stadion Lusail Iconic in Lusail ist das größte Stadion und bietet Platz für 80.000 Zuschauer. Hier finden sechs Gruppenspiele, je ein Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie auch das Finale statt. Folgende Gruppenspiele werden in Lusail ausgetragen: Argentinien vs Saudi-Arabien, Brasilien vs Serbien, Argentinien vs Mexiko, Portugal vs Uruguay, Saudi-Arabien vs Mexiko und Kamerun vs Brasilien. © IMAGO

Auch Frust war auf den Straßen zu vernehmen, wie Augenzeugen berichteten. In sozialen Medien wurden Videos verbreitet, in denen Protestslogans von Balkonen der Wohnviertel zu hören waren. Menschen riefen darin „Tod dem Diktator“ – als Anspielung auf das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Bereits nach Anpfiff hatten viele Iraner im Netz die Aufmerksamkeit genutzt, die jüngsten Todesopfer im Rahmen der Proteste beim Namen zu nennen. „Nun freuen sich die Revolutionäre über eine Niederlage des Teams der Islamischen Republik“, schrieb die bekannte iranische Sozialaktivistin Atena Daemi auf Twitter.

Auslöser der Proteste im Iran war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war. Nach Einschätzungen von Menschenrechtler:innen wurden seitdem mindestens 450 Demonstrierende getötet und rund 18.000 Protestteilnehmende verhaftet. (skr/dpa/sid)

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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