Der VfB Stuttgart im Bundesliga-Check: Vieles hängt an Woltemade
VonJan Christian Müller
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Der VfB Stuttgart steht vor einer Doppelaufgabe gegen den FC Bayern - im Kampf um Supercup und um Mittelstürmer Nick Woltemade, der gerade nicht besonders gut gelaunt daherkommt.
Stuttgart – Für den VfB Stuttgart beginnt der sogenannte Pflichtspielbetrieb nicht mit dem DFB-Pokal, sondern am Samstag (18 Uhr) mit dem Supercup des Pokalsiegers daheim gegen den Meister FC Bayern. Das Duell ist umso pikanter, weil die Schwaben keine Lust haben, wegen ihres Stürmers Nick Woltemade um plus minus 50 Millionen mit den Bayern zu feilschen. Das ginge erst bei 70 Millionen los. Klubchef Alexander Wehrle sagt: „Bayern München möchte Jamal Musiala ja auch nicht verkaufen.“ Also, liebe Münchner, haltet euch bitte zurück – oder bietet mehr Geld.
Viel zu meckern gibt´s nicht, auch wenn der Abgang von Enzo Millot natürlich ein bisschen wehtut. Andererseits hat der Franzose sein Topniveau allzu selten erreicht, weshalb die Schwaben 28 Millionen Euro aus der saudischen Kasse von Al-Ahli SFC gern genommen haben. Der teuerste Einkauf bisher ist Lorenz Assignon, ein physisch starker Rechtsverteidiger aus der schier unerschöpflichen Talentschmiede von Stade Rennes, den sich der VfB zwölf Millionen Euro kosten ließ. Mit Ex-Nationalspieler Josha Vagnoman sind die Stuttgarter auf der Position nie recht glücklich geworden.
Worauf steht der Trainer?
Auf ansehnlichen Kombinationsfußball vor allem. Das Dumme nur: Das gepflegte Passspiel war zwar auch in der insgesamt enttäuschenden vergangenen Saison gut. Jedoch: Das Spieljahr endete in der Bundesliga auf Rang neun und in der Champions League im Aus schon in der Ligaphase. Auch, weil die Angriffe viel zu oft irgendwo im Nirgendwo versandeten und hinten der letzte Biss fehlte. Einzig der DFB-Pokal rettete die Saison. Hoeneß ist gleichwohl hochanerkannt, nachdem er die Truppe zuvor aus dem Abstiegskampf in die Königsklasse geführt hatte. „Er ist ein herausragender Fußballlehrer“, lobt Wehrle.
Wo hapert es noch?
Beim 0:1 in der Generalprobe gegen den FC Bologna legte der VfB ordentlich los, verloren aber mit zunehmender Spielzeit den Zugriff. Da ist noch jede Menge Luft nach oben. Hapern tut es auch hinter den Kulissen. Beate Beck-Deharde ist neulich ziemlich geräuschvoll aus dem Aufsichtsrat abgetreten. Die Unternehmerin kritisierte unter anderem eine „unausgewogene Informations- und Diskussionskultur“.
Dagegen verwahrte sich der notorisch unruhige Verein „in aller Klarheit“. Jetzt gibt’s schon wieder Diskussionsbedarf. Die heikle Personalie: Lutz Meschke - in der Fankurve unbeliebte Triebfeder des 41-Millionen-Euro-Anteilskaufs durch die Porsche AG - ist inzwischen dort nicht mehr Vorstand. Was passiert nun mit seinem Platz im VfB-Aufsichtsrat? Mal sehen.
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Logo, Nick Woltemade, den man zuletzt aber öfter mal auffällig schlecht gelaunt ohne sein bezauberndes Lächeln angetroffen hat, weil der VfB ihn nicht widerstandlos zu den Bayern ziehen lässt. Was wird der lange Lulatsch künftig zeigen? Wieder so super performen, dass er auch in der Nationalmannschaft Sturmführer bleiben darf? Oder war die vergangene Saison ein Aussetzer nach oben? Alle Leute, die Ahnung vom Fußball und von Woltemades Charakter haben, sind ziemlich sicher: Der 23-Jährige wird eine stabil niveauvolle Saison spielen - wenn er nicht doch noch geht.
Was ist drin?
Mit der positiven Energie des wild gefeierten Pokalsiegs gibt es eine Menge Rückenwind. Alexander Wehrle sagt es so: „Wenn wir gute Arbeit leisten, sind wir in der Lage, in den nächsten Jahren immer mal wieder europäisch zu spielen.“ Aber der Boss weiß eben auch: „Dortmund, Leipzig, Leverkusen, auch Frankfurt haben mehr Mittel zur Verfügung als wir.“ Dennoch: Die Mannschaft ist gut genug, eine deutlich bessere Saison zu spielen als 2024/25. Das ist auch das Selbstverständnis in Stuttgart. Das gilt es zu erfüllen.