Keine Grenzen nach oben

Premier League pumpt halbe Milliarde in Bundesliga – das ist erst der Anfang

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Die Premier League gilt durch ihre Finanzstärke als Super League des europäischen Fußballs. In diesem Jahr profitiert die Bundesliga am stärksten.

München – Es war schon aus England herübergeschwappt, doch am 28. August ließ Transfer-Experte Florian Plettenberg um 18.54 Uhr auf dem Kurznachrichtendienst ‚X‘ die Bombe platzen. Nick Woltemade steht vor einem Wechsel zu Newcastle United, als Ablöse winken dem VfB Stuttgart bis zu 90 Millionen Euro.

Nick Woltemade steht vor einem sündhaft teuren Wechsel vom VfB Stuttgart zu Newcastle United.

Nach Stand vom 29. August um 9.22 Uhr haben über 8,3 Millionen Nutzer den Beitrag gesehen. Natürlich war der Überraschungseffekt groß, weil – anders als sonst – nicht minutiös über jeden Verhandlungsschritt des Transfers berichtet wurde. Noch größeres Aufsehen erregte aber die Ablösesumme, mit deren Größenordnung noch vor wenigen Wochen kaum zu rechnen war.

Transfer von Nick Woltemade zeigt Macht der Premier League auf

Woltemade wechselte 2024 ablösefrei von Werder Bremen nach Stuttgart und war vergangene Saison nicht einmal für den Champions-League-Kader nominiert worden. Vor dem Abflug auf die Insel stehen 18 Tore in 36 Pflichtspielen und eine 100-Prozent-Quote im DFB-Pokal zu Buche: In saisonübergreifend sechs Partien erzielte Woltemade jeweils einen Treffer.

Der Star der U21-Europameisterschaft (sechs Tore, drei Vorlagen) hat eine ordentliche Entwicklung durchgemacht. Sind 90 Millionen Euro dennoch gerechtfertigt? Aus Sicht des FC Bayern, der vergeblich um Woltemade gebuhlt hatte, nicht. Den VfB-Verantwortlichen kann diese Diskussion egal sein – denn Geld spielt für die Premier-League-Klubs augenscheinlich keine Rolle mehr.

Coman in guter Gesellschaft – immer mehr Top-Stars im besten Alter zieht es in die Wüste

Cristiano Ronaldo: Die Gallionsfigur. Im Zuge der „Vision 2030“, die die saudische Gesellschaft wirtschaftlich und gesellschaftlich auf ein neues Fundament stellen soll, soll auch die heimische Fußballliga zu einer hochklassigen und prestigeträchtigen Freizeitbeschäftigung werden. Wer eignet sich da besser als Botschafter als der exzentrische Portugiese? 2023 zu Al-Nassr gekommen, verlängerte der 40-Jährige seinen Vertrag jüngst bis 2027.
Cristiano Ronaldo: Die Galionsfigur. Im Zuge der „Vision 2030“, die das Ziel hat, die saudische Gesellschaft wirtschaftlich und gesellschaftlich auf ein neues Fundament zu stellen, soll auch die heimische Fußballliga zu einer hochklassigen und prestigeträchtigen Freizeitbeschäftigung werden. Wer eignet sich da besser als Botschafter als der exzentrische Portugiese? 2023 zu Al-Nassr gekommen, verlängerte der 40-Jährige seinen Vertrag jüngst bis 2027. © IMAGO/Maciej Rogowski
Karim Benzema: Nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere wechselte auch der ehemalige Real-Stürmer Karim Benzema nach Saudi-Arabien. Sein Klub Al-Ittihad gehört – wie Ronaldos Team – seit 2023 zu 75 % dem saudischen Staatsfonds PIF, der die nötige Anschubfinanzierung für Transferoffensiven bereitstellt.
Nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere wechselte auch der ehemalige Real-Stürmer Karim Benzema nach Saudi-Arabien. Sein Klub Al-Ittihad gehört – wie Ronaldos Team – seit 2023 zu 75 Prozent dem saudischen Staatsfonds PIF, der die nötige Anschubfinanzierung für Transferoffensiven bereitstellt. © IMAGO/Mohammed Saad
Jordan Henderson: Für viele überraschend kam der Transfer von Jordan Henderson vom FC Liverpool zu Al-Ettifaq. Während Kritik an der Menschenrechtslage im Königreich Dauerbegleiter bleibt, profilierte sich Henderson zuvor als Unterstützer der LGBT-Community. Nach nur sechs Monaten und 19 Einsätzen wechselte er schließlich im Januar 2024 zu Ajax Amsterdam.
Für viele kam der Transfer von Jordan Henderson vom FC Liverpool zu Al-Ettifaq überraschend. Während Kritik an der Menschenrechtslage im Königreich Dauerbegleiter bleibt, profilierte sich Henderson zuvor als Unterstützer der LGBT-Community. Nach nur sechs Monaten und 19 Einsätzen wechselte er schließlich im Januar 2024 zurück nach Europa zu Ajax Amsterdam. © IMAGO
Neymar Jr.: Ähnlich viel Klang und Wucht wie bei Ronaldo sollte auch der Transfer von Neymar Jr. seinem Klub Al-Hilal und der saudischen Liga verleihen. 90 Millionen Euro Ablöse kassierte PSG für den Brasilianer. Der Aufenthalt entpuppte sich jedoch als Flop: Verletzungsbedingt kam Neymar in zwei Spielzeiten nur auf sieben Einsätze und kehrte im Januar 2025 zum FC Santos in seine Heimat zurück.
Ähnlich viel Klang und Wucht wie bei Ronaldo sollte auch der Transfer von Neymar Jr. seinem Klub Al-Hilal und der saudischen Liga verleihen. 90 Millionen Euro Ablöse kassierte PSG für den Brasilianer. Der Aufenthalt entpuppte sich jedoch als Flop: Verletzungsbedingt kam Neymar in zwei Spielzeiten nur auf sieben Einsätze und kehrte im Januar 2025 zum FC Santos in seine Heimat zurück. © IMAGO/Mmirhosseini for SFSI Limited
Aymeric Laporte: Über Jahre war die spanisch-französische Abwehrrecke bei Pep Guardiola gesetzt und gewann mit Manchester City fünf Meistertitel. 2023 folgte der Wechsel zu Al-Nassr – was seinen Berufungen in die spanische Nationalelf vorerst keinen Abbruch tat.
Über Jahre war der spanisch-französische Abwehrrecke Aymeric Laporte bei Pep Guardiola gesetzt und gewann mit Manchester City fünf Meistertitel. 2023 folgte der Wechsel zu Al-Nassr – was seinen Berufungen in die spanische Nationalelf vorerst keinen Abbruch tat. © IMAGO/SAMUELLO
Sadio Mané: Mit dem Transfer aus Liverpool verbanden die Fans des FC Bayern einst große Hoffnungen. Doch zu selten sorgte er auf dem Platz für Wirbel – dafür mit einer Ohrfeige gegen Mitspieler Leroy Sané. Nach nur einer Saison in München zog es ihn zur Saison 2023/24 zu Al-Nassr.
Mit dem Transfer von Sadio Mané aus Liverpool verbanden die Fans des FC Bayern einst große Hoffnungen. Doch zu selten sorgte er auf dem Platz für Wirbel – dafür mit einer Ohrfeige gegen Mitspieler Leroy Sané. Nach nur einer Saison in München zog es ihn zur Saison 2023/24 zu Al-Nassr. © IMAGO/Maciej Rogowski
Fabinho: Englischer Meister, Champions-League-Sieger und jahrelanger Stammspieler unter Jürgen Klopp. Mit 29 Jahren verließ der Brasilianer die Premier League, um für Al-Ittihad aufzulaufen.
Englischer Meister, Champions-League-Sieger und jahrelanger Stammspieler unter Jürgen Klopp. Mit 29 Jahren verließ der Brasilianer Fabinho die Premier League, um für Al-Ittihad aufzulaufen. © IMAGO/Alexandre Neto / SPP
Gabri Veiga: Statt zur SSC Neapel zog es den damals 21-jährigen Gabri Veiga im August 2023 von Vigo zu Al-Ahli. Ein Wechsel, der mit Blick auf Alter und Veranlagung des Spaniers für Stirnrunzeln sorgte, gilt die saudische Liga doch fußballerisch als mittelmäßig. Im Sommer 2025 zieht es ihn zurück nach Europa zum FC Porto.
Statt zur SSC Neapel zog es den damals 21-jährigen Gabri Veiga im August 2023 von Vigo zu Al-Ahli. Ein Wechsel, der mit Blick auf Alter und Veranlagung des Spaniers für Stirnrunzeln sorgte, gilt die saudische Liga doch fußballerisch als mittelmäßig. Im Sommer 2025 zog es ihn zurück nach Europa zum FC Porto. © IMAGO/Mohammed Saad
Allan Saint-Maximin: Im Alter von 26 Jahren wechselt der französische U-Nationalspieler von Newcastle zu Al-Ahli. Zu diesem Zeitpunkt stehen sowohl die Magpies als auch der aufnehmende Klub Al-Ahli bereits im Besitz des saudischen Staatsfonds. Über eine Leihe zu Fenerbahçe landete der verheißungsvolle Offensivakteur nun in Mexiko bei Club América.
Im Alter von 26 Jahren wechselt der französische U-Nationalspieler Allan Saint-Maximin von Newcastle zu Al-Ahli. Zu diesem Zeitpunkt stehen sowohl die Magpies als auch der aufnehmende Klub Al-Ahli bereits im Besitz des saudischen Staatsfonds. Über eine Leihe zu Fenerbahçe landete der einst verheißungsvolle Offensivakteur nun in Mexiko bei Club América. © IMAGO/Khalid Alhaj/MB Media
Mohamed Simakan: Als großes Abwehrtalent aus Nizza geholt, entwickelte sich Simakan in Leipzig zum Bundesliga-Stammspieler und sammelte Champions-League-Erfahrung. Im Alter von 24 Jahren folgte er im September 2024 jedoch dem Ruf der Wüste und schloss sich Al-Nassr an.
Als großes Abwehrtalent aus Nizza geholt, entwickelte sich Mohamed Simakan in Leipzig zum Bundesliga-Stammspieler und sammelte Champions-League-Erfahrung. Im Alter von 24 Jahren folgte er im September 2024 jedoch dem Ruf der Wüste und schloss sich Al-Nassr an. © IMAGO/Stringer
Jhon Durán: Im Alter von 19 Jahren kam der Kolumbianer 2023 zu Aston Villa und steuerte in 78 Einsätzen 20 Tore bei. Dies veranlasste Al-Nassr, das junge Talent zur Saison 2024/25 für kolportierte 77 Millionen Euro aus England loszueisen. Kurz darauf wurde Durán an Fenerbahçe verliehen.
Im Alter von 19 Jahren kam der Kolumbianer Jhon Durán 2023 zu Aston Villa und steuerte in 78 Einsätzen 20 Tore bei. Dies veranlasste Al-Nassr, das junge Talent zur Saison 2024/25 für kolportierte 77 Millionen Euro aus England loszueisen. Kurz darauf wurde Durán an Fenerbahçe verliehen. © IMAGO/Mohammed Saad
Moussa Diaby: In Leverkusen gelang Diaby der Durchbruch, woraufhin Aston Villa beim Werksklub anklopfte. Mit 24 Jahren wechselte er im besten Fußballeralter in die Premier League – nur um ein Jahr später zu Al-Ittihad weiterzuziehen.
In Leverkusen gelang Moussa Diaby der Durchbruch, woraufhin Aston Villa beim Werksklub anklopfte. Mit 24 Jahren wechselte er im besten Fußballeralter in die Premier League – nur um ein Jahr später zu Al-Ittihad weiterzuziehen. © IMAGO/Goal Sports Images
Marcos Leonardo: Für den Brasilianer schien die kurze Zeit in Europa nur ein Sprungbrett. Für 22 Millionen Euro sicherte sich Benfica die Dienste des Talents vom FC Santos. Nach nur neun Monaten in Portugal wechselte er im Alter von 21 Jahren zu Al-Hilal – und weist damit neben seiner Station beim FC Santos eine weitere Parallele zu Neymar Jr. auf.
Für den Brasilianer Marcos Leonardo schien die kurze Zeit in Europa nur ein Sprungbrett. Für 22 Millionen Euro sicherte sich Benfica die Dienste des Talents vom FC Santos. Nach nur neun Monaten in Portugal wechselte er im Alter von 21 Jahren zu Al-Hilal – und weist damit neben seiner Station beim FC Santos eine weitere Parallele zu Neymar Jr. auf. © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd
João Cancelo: Anfang 2023 schlug der portugiesische Nationalspieler auf Leihbasis beim FC Bayern auf, konnte jedoch nicht vollends überzeugen. Auch die anschließende Leihe – Cancelo war bei Manchester City ins Hintertreffen geraten – zum FC Barcelona brachte trotz zahlreicher Startelfeinsätze keine dauerhafte Verpflichtung. Im August 2024 fand er in Al-Hilal ein neues, dauerhaftes Zuhause.
Anfang 2023 schlug der portugiesische Nationalspieler João Cancelo auf Leihbasis beim FC Bayern auf, konnte jedoch nicht vollends überzeugen. Auch die anschließende Leihe – Cancelo war bei Manchester City ins Hintertreffen geraten – zum FC Barcelona brachte trotz zahlreicher Startelfeinsätze keine dauerhafte Verpflichtung. Im August 2024 fand er in Al-Hilal ein neues, dauerhaftes Zuhause. © IMAGO/Markus Ulmer
Ivan Toney: Bei Newcastle unglücklich und immer wieder verliehen, gelang Toney der Durchbruch erst in Brentford – wo er den Klub in die Premier League führte und selbst unverhofft in die Nationalmannschaft berufen wurde. Nach einer Sperre wegen eines Wettskandals wechselte er im August 2024 zu Al-Ahli.
Bei Newcastle unglücklich und immer wieder verliehen, gelang Ivan Toney der Durchbruch erst in Brentford – wo er den Klub in die Premier League führte und selbst unverhofft in die Nationalmannschaft berufen wurde. Nach einer Sperre wegen eines Wettskandals wechselte er im August 2024 zu Al-Ahli. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Galeno: Über Brasilien und portugiesische Mittelständler wie den SC Braga arbeitete sich Galeno zum Stammspieler beim FC Porto hoch. Im Alter von 27 Jahren wechselte er zu Al-Ahli – und zeigt damit erneut, wie eng die Transferfäden zwischen Portugal und Saudi-Arabien gesponnen sind.
Über Brasilien und portugiesische Mittelständler wie den SC Braga arbeitete sich Galeno zum Stammspieler beim FC Porto hoch. Im Alter von 27 Jahren wechselte er zu Al-Ahli – und zeigt damit erneut, wie eng die Transferfäden zwischen Portugal und Saudi-Arabien gesponnen sind. © IMAGO/Abdullah Ahmed
Marcin Bulka: Die polnische Torwart-Hoffnung ging von PSG nach Nizza, um Spielpraxis zu sammeln und sich in der Nationalelf als Erbe von Wojciech Szczęsny zu empfehlen. Im Sommer 2025 folgte jedoch der Wechsel zum NEOM SC – einem Projekt, das sich 2023 die Spielberechtigung von Al-Suqoor sicherte und langfristig das sportliche Aushängeschild der futuristischen Planstadt Neom werden soll.
Die polnische Torwart-Hoffnung Marcin Bulka ging von PSG nach Nizza, um Spielpraxis zu sammeln und sich in der Nationalelf als Erbe von Wojciech Szczęsny zu empfehlen. Im Sommer 2025 folgte jedoch der Wechsel zum NEOM SC – einem Projekt, das sich 2023 die Spielberechtigung von Al-Suqoor sicherte und langfristig das sportliche Aushängeschild der futuristischen Planstadt Neom werden soll. © IMAGO/Giuseppe Maffia
Amadou Koné: Ein Projekt, dem sich im Sommer 2025 auch das Mittelfeldtalent Amadou Koné anschließt. Mit nur 20 Jahren zieht es ihn nach Saudi-Arabien – statt bei Stade Rennes weitere Ligue-1-Erfahrung zu sammeln.
Ein Projekt, dem sich im Sommer 2025 auch das Mittelfeldtalent Amadou Koné anschließt. Mit nur 20 Jahren zieht es ihn nach Saudi-Arabien – anstatt bei Stade Rennes weitere Ligue-1-Erfahrung zu sammeln. © Imago-Images/Emmefoto
Nathan Zézé: Dem Profil des verheißungsvollen Talents entspricht auch der zum Zeitpunkt des Wechsels 20-jährige Nathan Zézé. Vor seinem Transfer zu NEOM SC etablierte er sich als Stammverteidiger beim FC Nantes. Wie Koné und Bulka wird er in Neom zudem mit Alexandre Lacazette die Schuhe schnüren.
Dem Profil des verheißungsvollen Talents entspricht auch der zum Zeitpunkt des Wechsels 20-jährige Nathan Zézé. Vor seinem Transfer zu NEOM SC etablierte er sich als Stammverteidiger beim FC Nantes. Wie Koné und Bulka wird er in Neom zudem mit Alexandre Lacazette die Schuhe schnüren. © Imago-Images/Emmefoto
Enzo Millot: Die Zukunft von Enzo Millot war womöglich eines der meistdiskutierten Transferthemen beim VfB Stuttgart in diesem Sommer. Dass es am Ende für den 23-Jährigen jedoch zu Al-Ahli ging, überraschte viele – standen doch auch offenbar West Ham, Tottenham und Atlético Madrid in der Schlange der Interessenten.
Die Zukunft von Enzo Millot war womöglich eines der meistdiskutierten Transferthemen beim VfB Stuttgart in diesem Sommer. Dass es am Ende für den 23-Jährigen jedoch zu Al-Ahli ging, überraschte viele – standen doch auch offenbar West Ham, Tottenham und Atlético Madrid in der Schlange der Interessenten. © Screenshot Instagram @alahli
Íñigo Martínez: Der Wechsel des 34-jährigen Basken vom FC Barcelona zu Al-Nassr fällt in die Kategorie des gut bezahlten Karriereherbstes – wie es einst schon den Pionieren um Ronaldo und Benzema nachgesagt wurde.
Der Wechsel des 34-jährigen Basken Íñigo Martínez vom FC Barcelona zu Al-Nassr fällt in die Kategorie des gut bezahlten Karriereherbstes – wie es einst schon den Pionieren um Ronaldo und Benzema nachgesagt wurde. © IMAGO/Samuel Carreno
Kingsley Coman: Noch nicht am Ende seines Schaffens, doch mit dem Abschied nach zehn Jahren beim FC Bayern geht eine echte Ära zu Ende. Was der Wechsel für seine Nationalmannschaftskarriere bedeutet, bleibt abzuwarten. Zuvor soll es auch Interesse aus der türkischen Süper Lig gegeben haben.
Noch nicht am Ende seines Schaffens, doch mit dem Abschied von Kingsley Coman nach zehn Jahren beim FC Bayern geht eine echte Ära zu Ende. Was der Wechsel für seine Nationalmannschaftskarriere bedeutet, bleibt abzuwarten. Zuvor soll es auch Interesse aus der türkischen Süper Lig gegeben haben. © Screenshot Instagram @alnassrfc
João Félix: Einst das große Zukunftsversprechen des Weltfußballs: Milan, Chelsea, Atlético und Barça hießen bereits die klangvollen Stationen des Spielers, für den die Colchoneros einst 127 Millionen Euro an Benfica überwiesen. Der endgültige Durchbruch blieb jedoch aus. Mit 25 Jahren zieht es ihn nun zu Al-Nassr.
Einst das große Zukunftsversprechen des Weltfußballs: Milan, Chelsea, Atlético und Barça hießen bereits die klangvollen Stationen von João Félix, für den die Colchoneros einst 127 Millionen Euro an Benfica überwiesen. Der endgültige Durchbruch blieb jedoch aus. Mit 25 Jahren zieht es ihn nun zu Al-Nassr. © IMAGO/Samuel Carreno
Theo Hernández: Im Trikot des AC Milan ist der Bruder von Lucas Hernández über Jahre eine Institution in der Serie A und im Europacup – und erarbeitet sich folgerichtig denselben Status bei der Équipe Tricolore. Im Sommer 2025 geht es für ihn im Alter von 27 Jahren zu Al-Hilal.
Im Trikot des AC Milan ist Theo Hernández – der Bruder von Lucas Hernández – über Jahre eine Institution in der Serie A und im Europacup – und erarbeitet sich folgerichtig denselben Status bei der Équipe Tricolore. Im Sommer 2025 geht es für ihn im Alter von 27 Jahren zu Al-Hilal. © IMAGO/Priscila Bütler / SPP
Darwin Núñez: Während seiner drei Jahre beim FC Liverpool konnte sich der Uruguayer nie als unumstrittener Stammstürmer durchsetzen. Im Sommer 2025 zieht der 26-Jährige weiter zum Klub-WM-Teilnehmer Al-Hilal – und bringt den Reds eine festgeschriebene Ablöse von 53 Millionen Euro ein.
Während seiner drei Jahre beim FC Liverpool konnte sich der Uruguayer Darwin Núñez nie als unumstrittener Stammstürmer durchsetzen. Im Sommer 2025 zieht der 26-Jährige weiter zum Klub-WM-Teilnehmer Al-Hilal – und bringt den Reds eine festgeschriebene Ablöse von 53 Millionen Euro ein. © IMAGO/Markus Ulmer

In dieser Größenordnung wird es selbst für den FC Bayern schwer, Bundesliga-Stars von einem Wechsel an die Säbener Straße zu überzeugen. Umgekehrt dürfen sich die Konkurrenten des deutschen Rekordmeisters über nie dagewesene Einnahmen freuen.

Alleine im bisherigen Transfersommer 2025 haben die finanziellen Schwergewichte der Premier League laut Transfermarkt Ablösesummen über 502,5 Millionen Euro an die Bundesligisten gezahlt. Der Woltemade-Deal und ein möglicher Wechsel von Xavi Simons zu Tottenham Hotspur für 60 Millionen Euro sind da noch nicht eingerechnet. Da beide Transfers über die Bühne gegangen sind, stehen knapp 650 Millionen Euro zu Buche.

Übertroffen wird der 500-Millionen-Euro-Wahnsinn nur von der höchsten englischen Spielkasse selbst. Innerhalb der Premier League sind bereits Transfererlöse in Höhe von 937 Millionen Euro geflossen, an der Spitze steht Bryan Mbeumo, der für 75 Millionen Euro vom FC Brentford zu Manchester United gewechselt ist.

Premier League schüttet Bundesliga mit Geld zu

Demgegenüber zahlte der FC Liverpool 125 Millionen Euro an Bayer Leverkusen für Florian Wirtz und 95 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt für Hugo Ekitiké. RB Leipzig kassierte wiederum 76,5 Millionen Euro von Manchester United für Benjamin Šeško und der FC Chelsea zahlte der an der Stamford Bridge gern gesehenen Dortmunder Borussia 56 Millionen Euro für Jamie Gittens.

Dass Kingsley Coman hingegen für 25 Millionen Euro vom FC Bayern zu Al-Nassr gewechselt ist, dürfte den Verantwortlichen des Rekordmeisters wie ein Treppenwitz erscheinen. Lachhaft wirken mittlerweile auch frühere Einnahmen der Bundesligisten durch Verkäufe in die Premier League.

In der gesamten Saison 2024/25 flossen 238 Millionen Euro aus England nach Deutschland, 2023/24 waren es 448 Millionen Euro, 2022/23 betrug die Summe 281,5 Millionen Euro. Selbst vor der Corona-Pandemie kamen „nur“ Einnahmen über 261,3 Millionen Euro in 2018/19 zustande.

Kein Wunder, dass mittlerweile von gesonderten Premier-League-Preisen gesprochen wird, wenn einzelne Spieler ins Rampenlicht rücken. Die englischen Klubs können noch und nöcher investieren, Grenzen sind scheinbar keine gesetzt.

Tim Steidten sieht für die Bundesliga eine Chance

Ketzerisch darf die Frage gestellt werden, wann die Bundesliga nur durch Transfers in die Premier League Erlöse in Höhe von einer Milliarde Euro erreichen wird. Das entspräche in etwa den jährlichen Einnahmen aus den Medienerlösen der Deutschen Fußball Liga (DFL). Ob der englische Spitzenfußball dann einholbar wäre? Daran darf trotzdem gezweifelt werden.

Tim Steidten, der aufgrund seiner Zeit bei Werder Bremen, Bayer Leverkusen und West Ham United beide Seiten des Geschäfts kennt, sieht in diesen Machtverhältnissen aber eine Chance. „Das Kapital, das aus England hierher fließt, sollten wir nutzen, um den Nachwuchs zu stärken. Denn auf der Insel brauchen die meisten Vereine die Nachwuchsarbeit eigentlich gar nicht“, so der 46-Jährige im kicker.

Man müsse die Gelegenheit am Schopfe packen, „eigene Talente auszubilden und Talenten aus dem Ausland die Chance zu geben“, führte Steidten aus. „Das ist unser Weg, und den finde ich nicht verwerflich. Da müssen wir uns auch nicht als Opfer der Engländer sehen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

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