VonDaniel Michelschließen
Der FC Bayern ist auf der Jagd nach neuen Topstars. Ein von den Münchnern einst begehrter Spieler ist „free agent“ und wäre dankbar für ein Angebot.
München – „Für ihn würde ich mein letztes Hemd geben“: Das sagte 2018 der damalige FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes über seinen Wunschspieler. Wen der Triple-Sieger meinte? Kevin de Bruyne!
Der Belgier galt damals als einer der besten Spieler der Welt – und die Bayern wollten den Flügelstürmer sogar schon im Jahr 2014 nach München locken.
Hat Guardiola den FC Bayern veräppelt?
Warum der Deal nicht klappte, darum ranken sich zahlreiche Geschichten. Herausgepickt sei die Version des Brasilianers Fernandinho.
Er spielte von 2013 bis 2022 bei Manchester City und behauptete 2024 in einem Podcast sinngemäß: Pep Guardiola, Trainer des FC Bayern von 2013 bis 2016, wusste während seiner Amtszeit in München bereits, dass er bald Manchester City trainieren werde. Deshalb soll der Katalane der Bayern-Führung unter einem Vorwand gesagt haben, De Bruyne passe nicht zum FC Bayern.
De Bruyne wechselte dann 2015 vom VfL Wolfsburg zu Manchester City, die Ablösesumme lag bei 75 Millionen Euro. Guardiola sagte wiederum im Nachhinein, die Münchner seien nicht bereit gewesen, die hohe Ablösesumme für den Ausnahmekönner zu bezahlen.
De Bruyne gewann die Champions League mit Manchester City
Jedenfalls stieg De Bruyne in Manchester zum Weltstar auf und gewann mit Coach Guardiola unter anderem die Champions League 2023. Der Belgier ist Kapitän der Citizens, aber er erlebte nun seinen eigenen Thomas-Müller-Moment!
Er wartete lange auf ein Angebot des Klubs, bekam aber gar keines mehr. Manchester gab Anfang April bekannt, dass De Bruyne keinen neuen Vertrag mehr erhalten werde.
„Überrascht“: De Bruyne rechnete mit Angebot von ManCity
Nach über 400 Pflichtspielen für die Skyblues eine herbe Enttäuschung für De Bruyne. Wie Müller drückte er zwar sein Unverständnis über die Entscheidung aus, blieb aber gegenüber dem Verein respektvoll. Er sei über die Entscheidung „überrascht“ gewesen, so De Bruyne, „aber ich muss es einfach akzeptieren.“
De Bruyne, der im Juni 34 Jahre alt wird, denkt nicht ans Aufhören: „Ehrlich gesagt, glaube ich immer noch, dass ich auf diesem Niveau spielen kann.“ Und: „Ich habe noch viel zu geben. Natürlich weiß ich, dass ich keine 25 mehr bin, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass ich meinen Job machen kann.“
Wechsel innerhalb der Premier League?
Erste Gerüchte besagen, De Bruyne könnte bei einem anderen Klub in der Premier League spielen oder in die USA wechseln. Sein Jahresgehalt liegt Schätzungen zu Folge bei rund 23 Millionen Euro, aber der Kapitän der belgischen Nationalmannschaft soll bereit sein, künftig für ein deutlich geringeres Salär aufzulaufen.
So wird es spannend für den FC Bayern, und zwar nicht nur, da De Bruyne ablösefrei zu haben ist. Die Münchner haben kommende Saison, abgesehen von Stürmer Harry Kane und Torwart Manuel Neuer, bislang keine Stammspieler, die deutlich über 30 Jahre alt sind.
Inter Mailand besaß mehr Routiniers als der FC Bayern
Das Aus in der Champions League gegen die „Senioren-Truppe“ von Inter Mailand hat jedoch gezeigt, dass es auch mehrere Routiniers im Team braucht, die der Mannschaft Halt geben.
So abgezockt wie die Italiener auftraten, war das ein großer Vorteil gegenüber dem FC Bayern.
De Bruyne und Kompany waren Teamkollegen
De Bruyne ist zudem zwei Jahre jünger als Thomas Müller, der den deutschen Rekordmeister verlassen muss, und De Bruyne kennt FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany noch als Spieler und Kapitän bei Manchester City und der belgischen Nationalmannschaft.
Auch ist De Bruyne extrem flexibel einsetzbar. Außer Verteidiger und Torwart hat er in seiner Karriere schon auf jeder Position gespielt. Zuletzt kam er in der Regel als offensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz, bis 2021 war er ein zentraler Mittelfeldspieler.
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Nur als Verteidiger kann De Bruyne nicht spielen
Zu Beginn seiner Bundesligazeit rollte er über den rechten und linken Flügel an, auch als Halb- und Mittelstürmer lieferte er seine Scorer-Punkte. De Bruyne betont, es sei bei der Vereinswahl im Sommer „alles offen“.
Derzeit müsste der FC Bayern demnach wohl nicht mal „sein letztes Hemd“ geben, um seinen einstigen Wunschspieler ablösefrei zu verpflichten.
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