„Zukunft steht auf dem Spiel“: Effenberg fürchtet Horror-Szenario für den FC Bayern
VonChristoph Klaucke
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Der FC Bayern schlittert immer tiefer in die Krise. Auch die letzten Saisonziele geraten in Gefahr. Stefan Effenberg hat kaum noch Hoffnung.
München – Nach der Pleite gegen den BVB dachte man, tiefer kann der FC Bayern eigentlich nicht mehr sinken. Bei der Blamage in Heidenheim haben die Münchner eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen – der nächste Tiefpunkt ist erreicht, wieder einmal. Keine rosigen Aussichten vor dem so wichtigen Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Arsenal. Stefan Effenberg sieht schwarz und noch eine ganz andere Gefahr auf die Bayern lauern.
„Totale Verunsicherung“: Effenberg poltert gegen Bayern-Stars
Die Bayern haben beim 2:3 in Heidenheim erstmals in ihrer Historie ein 2:0 gegen einen Aufsteiger verspielt – beim deutschen Rekordmeister scheint in diesen Tagen alles möglich. Ob das Pendel wieder einmal in die andere Richtung ausschlägt, dafür fehlt Stefan Effenberg die Fantasie.
„Du siehst die totale Verunsicherung“, polterte der 55-Jährige am Sonntag im Sport1-„Doppelpass“ in Richtung Bayern-Stars. Vor dem Hinspiel in der Königsklasse am Dienstag in London stelle sich die Frage: „Wie soll das denn funktionieren? Dass sie dort die Leistung wieder abrufen, das sehe ich in keinster Weise“, sagte Effenberg.
Stefan Effenberg sieht Champions League für den FC Bayern in Gefahr
Sollte es gegen Arsenal nicht klappen, wollen die Bayern naturgemäß in der kommenden Saison, wenn das Champions-League-Finale in München stattfindet, einen neuen Anlauf auf den Henkelpott starten. Doch dafür müsste man sich über die Bundesliga erstmal qualifizieren. Der FC Bayern liegt mit 16 Punkten Rückstand auf Leverkusen zwar noch auf dem zweiten Platz, doch Stuttgart hat mittlerweile gleichgezogen. Viel Schlimmer: Der Vorsprung auf Leipzig und Dortmund auf dem fünften Rang ist sechs Spiele vor Schluss auf sieben Punkte zusammengeschmolzen.
Nicht nur bei Sportvorstand Max Eberl, der die Bayern-Stars heftig attackierte, schrillen die Alarmglocken, auch Effenberg warnt eindringlich. „Die Möglichkeit besteht, noch tiefer zu sinken“, sagte der Experte. „Sie haben noch sechs Spiele vor der Brust, die Gefahr ist da. Leipzig hat gewonnen, Stuttgart ist punktgleich und unglaublich stabil. Es sind noch einige Punkte zu holen, um die Champions League zu schaffen. Sie sollten – wie Max Eberl sagte – auch ein bisschen in den Rückspiegel schauen, nach der Leistung gestern sollten sie das wirklich tun.“
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Effenberg gegen Tuchel-Rauswurf – Führungsproblem beim FC Bayern
Nach dem Offenbarungseid in Heidenheim stellte sich nicht umsonst die Trainer-Frage: Fliegt Tuchel doch vorzeitig? Eberl zeichnet ein mögliches Szenario. Für Effenberg wäre das keine Lösung, vielmehr nimmt der langjährige Bayern-Kapitän die Spieler in die Pflicht. „Viele sagen: Den FC Bayern kann auch meine Mutter trainieren! Das ist natürlich Quatsch. Du brauchst einfach Erfahrung. Ich weiß auch, dass die Mehrheit der Spieler pro Tuchel sind – von daher irritiert mich auch wieder diese Leistung.“
Effenberg sieht die Bayern-Profis in der „absoluten Hauptverantwortung. Es gibt keinen Führungsspieler, an dem sie sich orientieren können“, sagte der 55-Jährige, der ein Führungsproblem ausgemacht hat, das die Münchner auch noch langfristig begleiten könnte. „Diese Baustelle werden sie auch nicht im Sommer beheben können, das wird länger dauern.“
Effenberg um FC Bayern besorgt: „Zukunft steht auf dem Spiel“
Effenberg fordert in der Champions League gegen Arsenal nun eine Reaktion und wendet sich direkt an die Bayern-Stars: „Deshalb appelliere ich nun an die Spieler, gegen Arsenal noch einmal alles rauszuhauen. Da geht es nicht nur um das Weiterkommen, es steht auch ein Stück weit die Zukunft auf dem Spiel.“ (ck)