Krösche muss Frage beantworten

Zukunftsplanung bei Eintracht: Was passiert im Tor?

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Wie sieht die Zukunft für die Torhüter Kevin Trapp und Kaua Santos aus? Eintracht Frankfurt muss wichtige Fragen beantworten.

Frankfurt – Torhüter Kevin Trapp stand nach der harten Kritik der vergangenen Woche im Duell von Eintracht Frankfurt gegen Bayer Leverkusen (1:4) im Fokus. Der 34-Jährige hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und seine Hausaufgaben solide erfüllt. Bei den vier Gegentreffern war er machtlos, zweimal griff er mit Paraden ein.

Gute Reaktion von Eintracht-Torhüter Trapp

Nach dem Patzer bei der Pleite in München (0:4) gingen im Umfeld die Diskussionen um Trapp los. Die Verantwortlichen ließen aber zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran aufkommen, bis zum Sommer weiterhin voll auf ihn zu bauen.

Trainer Dino Toppmöller sagte zu der Härte der Kritik: „Wenn du Erfolge wie Kevin gefeiert hast, dann ist es klar, dass du ein Spieler bist, der das Rampenlicht auf sich zieht. Das ist absolut in Ordnung.“ Es sei eben so, dass „Kapitän, Trainer und Sportvorstand öfters im Wind stehen“. Dies könne der mit viel Erfahrung ausgestattete Trapp „aber ab“. Seine Reaktion gegen Bayer gab dem Coach recht.

Kevin Trapp und Kaua Santos sind Kollegen, aber auch Konkurrenten.

Ob das Vertrauen der Mitspieler in ihn bröckele? Dieses Gefühl hatte Toppmöller nicht. Eine Brandrede für Trapp? Diese gab es jedoch auch nicht. Denn die Eintracht steckt bei dieser hochsensiblen Torhüterthematik durchaus in einer Zwickmühle.

Der Plan lautet nach Informationen von fussball.news, dem Fußballportal von IPPEN.MEDIA, im kommenden Sommer einen offenen Konkurrenzkampf zwischen Trapp und Kaua Santos auszurufen. Gibt es dann die Wachablösung? Der junge Brasilianer soll mittel- und langfristig, bestenfalls schon ab kommender Saison, die Nummer eins bei der Eintracht werden.

Am 9. Oktober vergangenen Jahres setzten die Frankfurter daher ein Statement und verlängerten den bis 2028 laufenden Vertrag von Santos um zwei weitere Jahre. „Kaua hat sich in den vergangenen Monaten gut weiterentwickelt und wir sind fest von seinem Potenzial überzeugt“, sagte Krösche in der offiziellen Pressemitteilung. Trapp ist nach Informationen von fussball.news in diese Gedankenspiele des Klubs involviert.

Eintracht-Ersatztorhüter Santos hat großes Talent

Der Topverdiener der Eintracht zeigt aber bislang bei öffentlichen Auftritten wenig Bereitschaft, sich etwas zurückzunehmen. Trapp fühlt sich fit, ein Modell „Jobsharing“ kommt für ihn eher nicht infrage. Sein Kontrakt läuft noch bis 2026 und ist mit der Option auf ein weiteres Jahr versehen. So lange will Santos, von dem sich vor allem internationale Scouts begeistert zeigen, nicht auf seine Chance warten. Bereits im vergangenen Winter klopften diverse Klubs aus der Premier League vergeblich an.

100 Jahre Waldstadion: Eine Zeitreise in Bildern durch die Frankfurter Arena – Von Ali bis CR7

Seit 2021 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park.
Seit 2020 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park. © Boris Roessler/dpa
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926.
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926. © dpa/Archiv
Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Nach den dunklen 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts unter der NS-Herrschaft, brachte auch der Sport den Menschen wieder Freude. Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.  © dpa/Archiv
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion.
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion. © dpa/Archiv
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O.
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O. © Willi Gutberlet/dpa
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel.
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel. © Karl Schnörrer/dpa
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974.
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974. © Karl Schnörrer/dpa
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet.
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet. © Istvan Bajzat/dpa
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich.
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich. © dpa
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach. © Roland Witschel/dpa
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion.
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion. © Frank Kleefeldt/dpa
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy.
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy. © Oliver Stratmann/dpa
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen.
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen. © Oliver Berg/dpa
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen.
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen. © Arne Dedert/dpa
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001.
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001. © Frank May/dpa
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen.
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen. © Arne Dedert
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005.
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005. © Arne Dedert/dpa
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12.
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12. © Arne Dedert/dpa
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München.
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München. © Oliver Weiken/dpa
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena.
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena. © Boris Roessler/dpa
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion.
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion. © Bernd Weißbrod/dpa
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi.
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion gegen die Niederlande. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi. © Bernd Weissbrod/dpa
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen.
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen. © Frank Kleefeldt/dpa
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball.
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball. © Bernd Weissbrod/dpa
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt.
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt. © Torsten Silz/dpa
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte.
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte. © Torsten Silz/dpa
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast.
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast. © Andreas Arnold/dpa

Die Eintracht weiß: Santos bringt auf dem Papier alles mit, um später in die Weltklasse aufzusteigen. Er ist 1,96 Meter groß, hat eine herausragende Spannweite, ist trotz seiner Länge blitzschnell unten, mutig beim Herauslaufen und kann durchaus auch fußballerisch noch zulegen. Natürlich gibt es Themen, an denen er arbeiten muss, vor allem in Sachen Risikomanagement und Konzentration. Einen Katastrophentag, wie er ihn vor der Winterpause in Mainz (1:3) erlebte, sollte es in seiner Karriere so schnell nicht mehr geben.

Was allerdings für ihn und seine mentale Stärke spricht: Wenige Tage später stand er bei einem Testspiel gegen die 05er im Gehäuse und blieb seinem Stil treu. Santos droht nicht daran zu zerbrechen. Er ist sich seiner Fehler bewusst, weiß aber zugleich auch um seine Qualitäten. Und diese hat er beim größten Teil seiner sieben Partien in der aktuell laufenden Spielzeit als Stellvertreter von Trapp schon nachgewiesen.

Welches Potenzial in ihm schlummerte, zeigte ein Ritterschlag von Thomas Müller nach dem Spektakel-Remis (3:3) des FC Bayern München bei den Hessen: „Die Frankfurter hatten einen überragenden Torhüter hinten drin. Ich hatte zum Schluss auch noch mal eine Tor-Chance. Bei jedem anderen ist der drin.“ Wenige Tage zuvor überragte Santos schon im Europa League-Duell bei Besiktas (3:1), sein gehaltener Elfmeter gegen Ciro Immobile war die Krönung. Daran änderte auch ein Patzer in den Schlusssekunden nichts.

Eintracht-Torwarttrainer Zimmermann fördert und fordert Santos

Aktuell weiß der talentierte Schlussmann um seine Rolle als Nummer zwei hinter Trapp, die er vollumfänglich annimmt. Er hält den Druck im Training hoch und profitiert von der Arbeit von Torwarttrainer Jan Zimmermann, der ihn fordert und fördert. Santos stellt daher bis zum Sommer keine Ansprüche auf einen Stammplatz. Im Anschluss an die Saison sollten die Karten aber neu gemischt werden. Die Eintracht muss die Frage für sich ehrlich beantworten, ob sie an ihrem Plan mit Santos festhalten will.

Denn eine weitere Spielzeit auf der Bank bringt den jungen Familienpapa, der 2023 für 1,6 Millionen Euro aus der U20 von Flamengo kam, nicht voran. Er hat diverse Möglichkeiten, wobei das oberste Ziel lautet, seine Spuren bei der Eintracht zu hinterlassen. Dafür braucht Santos Vertrauen, Spielpraxis und Rhythmus. Eine Leihe über ein oder zwei Jahre ist nach Informationen von fussball.news keine Option.

Die Eintracht steht somit vor einer elementaren Entscheidung. Einerseits ist Trapp auf dem Weg zur Vereinslegende, er ist Kapitän und niemand im Klub hat den Wunsch, ihn abzusägen. Andererseits hat Santos sein großes Potenzial gezeigt und will nicht mehr ewig warten, sich dauerhaft zu präsentieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jan Huebner

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