Mit 156.000 Einwohnern kleinstes Land

Zwergstaat verwirklicht WM-Sensation

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Curaçao verwirklicht Fußball-Traum. Der Inselstaat qualifiziert sich erstmals für das WM-Turnier. Ein kleinerer Starter existierte nie.

Willemstad – Eine kleine Karibikinsel vor der Küste Venezuelas sorgt für eine der größten Sensationen in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft. Curaçao hat sich als erstes Land mit weniger als 200.000 Einwohnern für eine WM qualifiziert und löst damit Island als kleinste Nation bei einer Endrunde ab. Ein torloses Remis in Jamaika reichte dem Zwergstaat, um den historischen Sprung zur Weltmeisterschaft 2026 zu schaffen.

Jubel über die erstmalige WM-Teilnahme von Curaçao.

Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde zählte Curaçao im Januar exakt 156.115 Einwohner, so viele wie Heidelberg oder Paderborn. Damit ist die Inselnation nicht einmal halb so groß wie Island, das sich 2018 als bisher kleinster FIFA-Staat für eine WM qualifizieren konnte. Die „blaue Welle“, wie die Mannschaft wegen ihrer Trikotfarbe genannt wird, blieb in der gesamten CONCACAF-Qualifikation ungeschlagen und sicherte sich Platz eins in Gruppe B.

Curaçao WM-Qualifikation: Advocaat fehlt bei historischem Triumph

Ausgerechnet beim wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte musste Trainer Dick Advocaat passen. Der 78-jährige Niederländer konnte aus familiären Gründen nicht nach Kingston reisen. „Es ist eine sehr schwere Entscheidung, die Jungs hier verlassen zu müssen. Ich habe die Entscheidung schweren Herzens getroffen, aber die Familie ist wichtiger als Fußball“, erklärte Advocaat dem niederländischen Fachmagazin Voetbal International.

Trotz der Abwesenheit ihres Erfolgscoaches behielten die Curaçao-Spieler die Nerven. Das 0:0 gegen Jamaika, selbst WM-Teilnehmer von 1998, genügte für den Gruppensieg. Die Mannschaft setzte damit ein Ausrufezeichen gegen deutlich größere Nationen der CONCACAF-Region und ließ etablierte Teams wie Honduras und Costa Rica hinter sich.

WM 2026: In diesen Stadien wird bei der Mega-Weltmeisterschaft gespielt

Vancouver/Kanada: BC Place Stadium. Kapazität: 21 000-54 320.
Vancouver/Kanada: BC Place Stadium. Kapazität: 21.000-54.320. © IMAGO/Anne-Marie Sorvin
Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer. Kapazität: 51.000.
Monterrey/Mexiko: Estadio BBVA Bancomer. Kapazität: 51.000. © IMAGO/Jorge Martinez
Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron. Kapazität: 45.500.
Guadalajara/Mexiko: Estadio Akron. Kapazität: 45.500.  © IMAGO/Carlos Zepeda
Toronto/Kanada: BMO Field. Kapazität: 30.991.
Toronto/Kanada: BMO Field. Kapazität: 30.991. © IMAGO/Tom Szczerbowski
Seattle: Lumen Field. Kapazität: 67.000.
Seattle: Lumen Field. Kapazität: 67.000.  © IMAGO/Joe Nicholson
Mexiko City/Mexiko: Aztekenstadion. Kapazität: 81.070.
Mexiko City/Mexiko: Aztekenstadion. Kapazität: 81.070. © imago sportfotodienst
Miami: Hard Rock Stadium. Kapazität: 65.326.
Miami: Hard Rock Stadium. Kapazität: 65.326. © IMAGO/Jasen Vinlove
San Francisco: Levi‘s Stadium. Kapazität: 68.500.
San Francisco: Levi‘s Stadium. Kapazität: 68.500.  © Douglas Stringer/Icon Sportswire via www.imago-images.de
Philadelphia: Lincoln Financial Field. Kapazität: 69.176.
Philadelphia: Lincoln Financial Field. Kapazität: 69.176. © IMAGO/Andy Lewis/Icon Sportswire
Dallas: A&T-Stadium. Kapazität: 80.000 bis 108.713
Dallas: A&T-Stadium. Kapazität: 80.000 bis 108.713 © Imago/Robin Alam/Icon Sportswire
New York/ New Jersey: MetLife Stadium. Kapazität: 82.500.
New York/ New Jersey: MetLife Stadium. Kapazität: 82.500. © IMAGO/Dennis Schneidler
Los Angeles: SoFi Stadium. Kapazität: 70.270 bis 100.240
Los Angeles: SoFi Stadium. Kapazität: 70.270 bis 100.240 © IMAGO/Kirby Lee
Kansas City: Arrowhead Stadium. Kapazität: 76.416
Kansas City: Arrowhead Stadium. Kapazität: 76.416 © Imago/Robin Alam/Icon Sportswire
Houston: NRG Stadium. Kapazität: 71.500
Houston: NRG Stadium. Kapazität: 71.500 © Imago/John Glaser
Boston: Gilette Stadium. Kapazität: 68.756.
Boston: Gilette Stadium. Kapazität: 68.756. © IMAGO/Marc Schueler
Atlanta: Mercedes-Benz Stadium. Kapazität: 71.000
Atlanta: Mercedes-Benz Stadium. Kapazität: 71.000  © Imago/ Cecil Copeland

Der Erfolg ist auch dem geschickten Händchen von Dick Advocaat zu verdanken. Der Trainerveteran stellte seine Mannschaft geschickt zusammen. Ausnahmslos alle Stammspieler haben ihre Fußballwurzeln in den Niederlanden, was dem Team eine besondere Qualität verleiht. Wertvollster Profi im mit 26 Millionen Euro bewerteten Kader ist Tahith Chong von Sheffield United mit einem Marktwert von fünf Millionen Euro.

Die Qualifikation wurde durch glückliche Umstände begünstigt. Das Turnier 2026 wurde auf 48 Teilnehmerstaaten ausgeweitet, und die drei Großen der CONCACAF-Region – USA, Mexiko und Kanada – sind als Ausrichter gesetzt und machten somit Qualifikationsplätze frei. Eine eigenständige Nationalmannschaft gibt es auf Curaçao erst seit 2010, als die Insel nach Auflösung der niederländischen Antillen zum autonomen Staat im niederländischen Königreich wurde.

Neben Curaçao sicherten sich auch Panama und Haiti die WM-Tickets aus der CONCACAF-Region. Panama feierte nach 2018 die zweite WM-Teilnahme durch einen 3:0-Erfolg gegen El Salvador, während Haiti mit einem 2:0 gegen Nicaragua Gruppe C gewann und die favorisierten Teams aus Honduras und Costa Rica überraschte.

Zwergstaat mit 156.000 Einwohnern macht WM-Sensation perfekt

Der historische Erfolg löst auf der Karibikinsel eine beispiellose Euphorie aus. Was als Traum begann, wird 2026 in den USA, Kanada und Mexiko Realität – Curaçao wird als kleinste Nation aller Zeiten bei einer Fußball-Weltmeisterschaft antreten. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat sich bereits für die WM 2026 qualifiziert und könnte bei der Endrunde auf den Zwergstaat treffen. (ck)

Rubriklistenbild: © Collin Reid/dpa

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