Aktuelle Lage in Deutschland

Corona: RKI veröffentlicht Wochenbericht – Arztbesuche durch Erwachsene „bis zu dreimal höher als sonst“

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Lothar Wieler (l.), Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), und Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, bei einer Pressekonferenz im Rahmen des 126. Deutsche Ärztetag in Bremen. (Archivbild)
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Der aktuelle Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Coronalage in der Bundesrepublik liegt vor. Das, am frühen Abend des 21. Juli 2022 veröffentlichte Dokument zeigt: BA.5 hat Deutschland fest im Griff.

Berlin – Der Wochenbericht des RKI wird jeden Donnerstag in aktuellster Fassung ausgegeben. Die Experten der biomedizinischen Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung protokollieren darin die Entwicklung der Lage rund um das Coronavirus in Deutschland und bewerten die Daten. Im letzten Wochenbericht vom 14. Juli 2022 war bereits ein „für die Jahreszeit deutlich erhöhte[s] Niveau“ der Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen verzeichnet worden; rund 1.2 Millionen Menschen nahmen wegen Beschwerden medizinische Hilfe in Anspruch. Die gegenwärtigen Infektionszahlen seien unverändert hoch, Ausbrüche von COVID-19 vollzogen sich wieder vermehrt in Alten- und Pflegeheimen, hieß es. Vorherrschend sei dabei mit 83 Prozent die, seit Mitte Juni dominierende Omikron-Sublinie BA.5.

Aktueller Wochenbericht des RKI: Zahlen steigen weiter – Infekte sind in den meisten Fällen Corona

Die Zahl Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen bleibt dem aktuellen Bericht vom 21. Juli 2022 nach weitgehend unverändert, allerdings sei die „Konsultationsinzidenz der Erwachsenen“ dem RKI zufolge mittlerweile „bis zu dreimal höher als sonst um diese Jahreszeit.“ Grund sei das gleichzeitige Zirkulieren von SARS-CoV-2 und verschiedenen Rhino- und Parainfluenzaviren, „wobei bei den Erwachsenen SARS-CoV-2 dominiert.“

Im Video: Die aktuellen Corona-Infektionszahlen für Europa

Etwa 1 bis 1,6 Millionen Menschen leiden derzeit an Atemwegsbeschwerden wegen Corona. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz aller gemeldeten Fälle, bei denen nicht zwangsläufig Symptome vorliegen müssen, stieg weiter leicht an, wobei „vor allem Bundesländer in der Mitte und im Süden des Landes, und insbesondere die Altersgruppen ab 70 Jahre“ betroffen seien. Sowohl in Alten- und Pflegeheimen, als auch medizinischen Behandlungseinrichtungen nahm die Zahl an Corona-Ausbrüchen deutlich zu. Am höchsten ist allerdings der 7-Tages-Inzidenzwert in den jüngeren Altersgruppen (25-49 Jahre).

RKI-Wochenbericht: Aktuelle Coronainfektionen fast vollständig durch Omikron-Sublinie BA.5

87 Prozent der Coronainfektionen in der 28. Kalenderwoche seien durch BA.5 verursacht, die Sublinien BE.1.1 und BA.5.1 zu jeweils 26 Prozent verantwortlich für die aktuellen Krankenzahlen. Die Zahl derer, die wegen Corona im Krankenhaus behandelt werden mussten, blieb mit 3.300 neuen Fällen jedoch „relativ stabil“ gegenüber der Vorwoche (3.100 Fälle). Meist betroffen sind weiterhin die Menschen ab 80 Jahren. „Die im DIVI-Intensivregister berichtete absolute Zahl der auf einer Intensivstation behandelten Personen mit einer COVID-19-Diagnose ist“ dem Institut zufolge „weiter gestiegen und lag am 20.07.2022 bei 1.330 Fällen (Vorwoche 1.238). Auch die Sterbefallzahlen steigen im Zusammenhang mit den hohen Infektionszahlen und nachträglich eingehenden Meldungen an, allerdings bisher nur leicht.“

RKI: Wochenbericht empfiehlt weiterhin die Coronaimpfung

„Die Impfung hat aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung vor einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch die Omikron-Variante nicht an Bedeutung verloren“, so das RKI auch im aktuellen Wochenbericht. Auch die neuen Daten zeigten, dass ungeimpfte, an Corona erkrankte Personen deutlich öfter einen schweren Verlauf der Krankheit erlitten. Insbesondere vulnerablen Gruppen wurde „vor dem Hintergrund hoher Inzidenzen durch die stärkere Verbreitung der Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5“ die Empfehlung der Stiko zu einem zweiten Booster ans Herz gelegt. Insgesamt sei die Gefahr der Gesundheit der Bevölkerung durch Corona immer noch als „hoch“ einzustufen. (askl)

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