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- Carmen Mörwald
Moritz Bletzinger
Julia Hanigk
Auf der großen griechischen Insel Chios brachen an nahezu gleichzeitig an fünf Stellen Brände aus. Die Rauchbildung ist sogar auf Satellitenbildern zu sehen.
Update vom 25. Juni, 6.45 Uhr: Nach ersten Schätzungen sind in der Region rund 26.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer gefallen, wie der griechische Fernsehsender Skai berichtet. Drei Tage lang kämpften Einsatzkräfte und Anwohner gegen die verheerenden Waldbrände auf der Insel Chios. „Wir kämpfen weiter. Von einem Rückzug der Front kann nicht gesprochen werden. Die Lage bleibt schwierig“, sagte der Bürgermeister von Chios, Yiannis Malafis, am Dienstagnachmittag gegenüber dem Sender.
Die Feuerwehr vor Ort berichtet nach Informationen von Skai, dass sich die Lage gegenüber den vergangenen Tagen etwas entspannt habe – derzeit kämpfe man vor allem gegen kleinere Aufflammungen. Der Fokus der Einsätze lag am Dienstag auf dem Gebiet zwischen Agios Giorgis und Vessa-Lithi. Mithilfe von Bodentruppen, Löschflugzeugen und Hubschraubern versuchte man, die Feuer bis zum Abend unter Kontrolle zu bringen.
Besonders dramatisch war die Lage am Dienstagmorgen in der Küstenregion bei Lithi. Dort hatte das Feuer laut Gemeindepräsident Nektarios Kavakakis bereits eine Küstensiedlung erreicht. Gäste eines Hotels mussten das Gebäude verlassen. „Auch in Lithi wurden Mastixplantagen beschädigt, und zwei einsturzgefährdete Gebäude oberhalb des Strandes brannten nieder“, so Kavakakis. Der starke Wind erschwerte die Löscharbeiten zusätzlich.
Update vom 24. Juni, 6.40 Uhr: Auf der griechischen Insel Chios wüten seit Sonntagnachmittag (22. Juni) schwere Brände, gegen die Feuerwehr und Hilfskräfte im Dauereinsatz sind. Für die Insel wurde am Montagnachmittag der Notstand ausgerufen, berichtet skai.gr. Kurz nach 22 Uhr wurden die Bewohner der Siedlungen Ververato und Zyfia zum zweiten Mal aufgefordert, diese zu verlassen und sich in Richtung der Stadt Chios zu begeben.
Dem Bericht zufolge forderte zwanzig Minuten nach Mitternacht eine 112-Warnung die Bewohner des Gebiets Lithi auf, über Kontelopou in Richtung des Gemeindehauses von Neochori zu evakuieren.
Wie der Minister für Klimakrise und Katastrophenschutz, Yiannis Kefalogiannis , mitteilte, prüfe der Staat ernsthaft die Möglichkeit organisierter Kriminalität, insbesondere Brandstiftung. Er verwies außerdem auf die Verstärkung von Feuerwehr und Polizei und betonte, dass die Militärpatrouillen verdoppelt würden. „Wenn Brände gleichzeitig an so verstreuten Orten ausbrechen, müssen wir von verdächtigen Aktivitäten sprechen“, so Kefalogiannis weiter.
Update vom 23. Juni, 11.24 Uhr: Der nächste Brand ist auf Chios ausgebrochen. Wie der ehemalige Minister für Bürgerschutz von Griechenland, Notis Mitarachi, dem Sender Skai berichtet, hat ein neues Feuer den nördlichen Teil der Insel getroffen. Mindestens vier bis fünf Häuser brannten demnach in der Siedlung Paphylida nieder, das Kloster Agios Markos konnte immerhin gerettet werden.
Update vom 23. Juni, 9.50 Uhr: „Leider hat sich die Front weiter ausgebreitet und der Wind ist, wenn auch nicht so stark wie gestern, immer noch stark. Die Situation auf unserer Insel ist beispiellos“, sagt der Bürgermeister von Chios, Yiannis Malafis der griechischen Zeitung Kathimerini.
Das große Problem, so Malafis: „Ein Feuer erlischt, ein anderes bricht irgendwo in der Nähe aus.“ Der Radius der Feuerfront sei groß, heißt es von der Feuerwehr. Mit Sonnenaufgang wurden die nächsten Löschungen mit Helikoptern und Booten gestartet.
Mittlerweile wurden Hotels und Herbergen für Bewohner aktiviert, die aus ihren Häusern evakuiert worden waren. Verheerende Schäden in Siedlungen gibt es laut Malafis bislang zwar nicht, aber das Feuer nähere sich dem Kloster Nea Moni, ein historisches Denkmal auf der Insel Chios und UNESCO-Weltkulturerbe.
Brände wüten auf griechischer Urlaubsinsel: 16 Orte evakuiert – Winde entfachen Flammen immer wieder
Erstmeldung 23. Juni, 7.17 Uhr: Chios – Die griechische Feuerwehr kämpft gegen drei große Brände, die am Sonntagnachmittag (22. Juni) fast zeitgleich auf der Insel Chios ausgebrochen sind. Unter Urlaubern gilt sie als Geheimtipp. Das erste Feuer brach in der Gegend von Kofinas aus, das zweite in der Gegend von Agia Anna und das dritte in Agios Makarios Vrontadou, wie griechische Medien berichten.
Insel Chios in Griechenland brennt: Weitere Ortschaften evakuiert
Im Einsatz waren schon am Sonntag nach Angaben der örtlichen Behörden elf Löschflugzeuge und Helikopter. Wegen der starken Rauchbildung mussten 16 Ortschaften evakuiert werden, berichtete der griechische Rundfunk ERTnews. Zudem musste ein großes Aufnahme- und Registrierlager für Migranten evakuiert werden. Insgesamt wurden 629 Geflüchtete in Sicherheit gebracht. Sie werden so lange es nötig ist, in einer Sporthalle bleiben, teilte das Migrationsministerium weiter mit.
Auch am Montagmorgen geht der Kampf gegen die Flammen weiter. Wie skai.gr am Morgen berichtet, wurden um 06:05 Uhr neue 112-Warnung für die Gebiete Resta und Agia Paraskevi Karyon ausgesendet. Die Bewohner wurden aufgefordert, sich in Richtung des Hafens von Chios zu begeben.
Urlaubsinsel in Griechenland kämpft gegen schwere Brände
Immerhin: Wie das Portal berichtet, gebe es „nach einer höllischen Nacht“ wieder vorsichtigen Optimismus, da „Anzeichen des Abklingens“ gesehen werden. Und das, obwohl es in den kritischen Gebieten weiterhin immer wieder zu Ausbrüchen kommt. Seit den Morgenstunden um 05.50 Uhr fliegen Löschflugzeuge, die Wasser abwerfen, so die griechische News-Seite. Aussagen über Verletzte gibt es bisher keine.
Die Rauchbildung ist derweil aber so stark, dass sie sogar von Satelliten aus beobachtet werden kann, teilte das Wetteramt mit und veröffentlichte ein Video dazu. Die starken Winde mit Geschwindigkeiten von sechs bis acht Beaufort erschwerten die Löscharbeiten erheblich und trugen zur schnellen Ausbreitung der Brände bei, so enikos.gr.
2025-06-22 🛰️ Meteor-M N2-4 LRPT image.
— Merkouris SV2HWM (@SV2HWM) June 22, 2025
137.9 MHz / OQPSK @ 72k symbol rate.
Raging wildfire in Chios island, 🇬🇷. pic.twitter.com/bEW1nYYeMN
Brand auf Urlaubsinsel: Unterstützung aus mehreren Regionen
Die Feuerwehr teilte mit, dass Einheiten aus anderen Regionen des Landes nach Chios eilen, um die Flammen zu bekämpfen. Diese werden durch starke Winde immer wieder angefacht. Die Behörden vermuten Brandstiftung. Experten der Feuerwehr und der Polizei gehen Informationen nach, wonach innerhalb weniger Minuten an drei Stellen Feuer auf Chios ausbrachen, berichtete der griechische Rundfunk weiter. Auch in Kroatien wüten schwere Brände.
Chios ist eine griechische Insel in der östlichen Ägäis, die nur etwa sieben Kilometer von der türkischen Küste entfernt liegt. Mit einer Fläche von 842 km² ist sie die fünftgrößte griechische Insel und gehört zur Verwaltungsregion Nördliche Ägäis. Auch im letzten Jahr im Juli gab es Waldbrände auf der Insel. (jh/dpa)
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