Sicherheitslandung erforderlich

Nächste Panne bei Boeing-Flugzeug: Maschine muss kurz nach dem Start plötzlich umkehren

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40 Minuten nach dem Start war Umdrehen angesagt. Eine Boeing-Maschine flog zurück zum Amsterdamer Flughafen. Rettungskräfte waren in Alarmbereitschaft.

Amsterdam – Von Amsterdam nach Rio de Janeiro sollte die Reise gehen. Doch ein Großraumflugzeug des Typs Boeing 777 konnte die Passagiere nicht an die Zieldestination bringen. Ein technischer Defekt zwang zum Umkehren an den Flughafen. Es ist ein Vorfall, der sich in eine Reihe von Pannen einreiht – erst kürzlich stand eine Boeing 737 MAX 8 im Zentrum eines gefährlichen Vorfalls.

Sicherheitslandung am Amsterdamer Flughafen – Panne bei Boeing 777

40 Minuten nach dem Start kehrte die Boeing-Maschine am Sonntag (23. Juni) zum Amsterdamer Flughafen Schiphol zurück. Das Flugzeug der niederländischen Gesellschaft KLM befand sich über Belgien, als ein technischer Defekt gemeldet wurde. Das teilte die niederländische Luftverkehrsleitung laut der Nachrichtenagentur ANP mit.

Das Flugzeug sei sicher gelandet, die Insassen seien nicht in Gefahr gewesen, sagte ein KLM-Sprecher der Agentur. Um was für einen Defekt es sich konkret handelte, wurde nicht mitgeteilt. Vor der Sicherheitslandung wurde den Angaben zufolge über der Nordsee Kerosin abgelassen. Am Airport waren Rettungskräfte in Alarmbereitschaft – das entspricht einer Routinemaßnahme in solchen Fällen.

Flugzeuge der niederländischen Gesellschaft KLM am Flughafen Schiphol.

Die Passagiere von Flug KLM705 würden noch am Sonntag mit einer anderen Maschine nach Rio de Janeiro gebracht, hieß es bei KLM. Wie viele Fluggäste betroffen waren, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Boeing-Pannen häufen sich: Kabinenwand herausgebrochen, Reifen abgefallen

Zuletzt hatten mehrere technische Pannen bei Boeing-Maschinen für Verunsicherung gesorgt. Darunter folgende:

  • Anfang 2024: Bei einer Boeing 737 MAX 9 der Alaska Airlines brach während des Fluges ein Teil der Kabinenwand heraus. Das Flugzeug musste notlanden. Die Flugaufsichtsbehörde FAA ordnete im Januar ein vorübergehendes Flugverbot der für Maschinen der Bauart 737 MAX an. Davon waren 171 Flugzeuge betroffen.
  • März 2024: Bei einer Boeing 777 der United Airlines fiel kurz dem Abflug von San Francisco ein Reifen ab.
  • Mai 2024: Neuseeländische Behörden kündigten eine Untersuchung an. Mehrere Passagiere wurden auf dem Flug einer Boeing 787 Dreamliner von Sydney nach Auckland bei heftigen Turbulenzen verletzt.

Dave Calhoun, Vorstandsvorsitzender von Boeing, gelobte am Dienstag (18. Juni) bei einer Anhörung vor dem Ausschuss des US-Senats Besserung. „Unsere Kultur ist noch lange nicht perfekt, aber wir ergreifen Maßnahmen und machen Fortschritte“, sagte er. Calhoun bat außerdem die Angehörigen von Opfern der Abstürze in den Jahren 2018 und 2019 um Entschuldigung.

Im Skandal um die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen beim Flugzeughersteller Boeing sind im 2024 zwei Zeugen innerhalb weniger Wochen gestorben. Sie hatten schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. (mbr mit dpa)

Rubriklistenbild: © Robin Utrecht/dpa

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