Flüge wurden gestrichen

Erneut Drohnen-Alarm über Flughafen in Dänemark: Polizei will zum äußersten Mittel greifen

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  • Bjarne Kommnick
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    Nadja Orth

Gerade erst haben Drohnen den Flughafen von Kopenhagen lahmgelegt. Nun ist ein anderer dänischer Flughafen betroffen. Die Ermittlungen dauern an.

Update vom 25. September, 6:20 Uhr: Bei der Polizei wurden an mehreren Flughäfen in Dänemark Drohnenaktivitäten gemeldet. Betroffen waren laut BR24 auch Esbjerg und Sönderborg sowie der Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup. Nach Informationen von Bild war der Flughafen Aalborg über mehrere Stunden in der Nacht gesperrt. Mittlerweile sei er wieder geöffnet.

Der Flughafen in Aalborg ist weitaus kleiner als der dänische Hauptstadtflughafen in Kopenhagen. Vor allem Inlandsflüge, etwa nach Bornholm, werden hier bedient. Der Flughafen-Website zufolge sollte der letzte Flug aus Kopenhagen dort eigentlich um 23.50 Uhr ankommen, der erste Flieger zurück in die Hauptstadt sollte am nächsten Morgen planmäßig um 6.20 Uhr abheben.

Drohnen über mehreren Flughäfen in Dänemark – Suche nach Pilot dauert weiter an

Noch immer sind die Hintergründe zu den Drohnensichtungen unklar. Man sei mit starken Einsatzkräften vor Ort und arbeite auch mit den Streitkräften zusammen, den oder die Piloten zu finden und festzunehmen, so Polizei-Einsatzleiter Jesper Bojgaard laut Bild. Es sei aber noch zu früh, sich näher zum Fall zu äußern: „Wir können uns noch nicht zum Zweck der Drohnenflüge in der Gegend äußern und auch nicht sagen, wer dahintersteckt. Ich kann jedoch sagen, dass wir intensive Ermittlungs- und Geheimdienstarbeit betreiben, um das Motiv zu klären und herauszufinden, wer hinter dem Flug steckt“, erklärt er.

Update vom 25. September, 5:35 Uhr: Nur zwei Tage nach dem Drohnenalarm am Flughafen Kopenhagen hat ein ähnlicher Vorfall zur vorübergehenden Sperrung des Luftraums über einem weiteren dänischen Airport geführt. Es seien Drohnen in der Nähe des Flughafens von Aalborg gesichtet worden, der dortige Luftraum sei gesperrt worden, teilte die Polizei der Region Nordjütland am späten Mittwochabend (24. September) auf der Plattform X mit. Die Polizei sei vor Ort und ermittle. 

Der Vertriebs- und Marketingdirektor des Flughafens, Martin Svendsen, bestätigte die Angaben gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau. Das Portal Flightradar24 berichtete ebenfalls davon und schrieb, dass drei ankommende Maschinen auf andere Flughäfen umgeleitet worden seien. Ein ankommender Flug und zwei abgehende Verbindungen seien gestrichen worden.

Einsatzleiter Bojgaard sagte nach Angaben der dänischen Sender DR und TV 2 gegen Mitternacht, dass gegen 21:44 Uhr mehrere Drohnen gesichtet worden seien, die sich noch immer in der Luft befänden. Wie viele es genau seien, könne er noch nicht sagen. Auch die Größe lasse sich noch nicht einschätzen, man erkenne sie mit ihren Lichtern aber vom Boden aus. 

Alarm am Flughafen im Kopenhagen und Aalborg – Polizei will Drohnen abschießen

Erst am Montagabend hatte die Sichtung mehrerer größerer Drohnen zur gut vierstündigen Sperrung des Flughafens von Kopenhagen geführt, der zu den wichtigsten Airports Skandinaviens zählt. Rund 100 Flüge wurden gestrichen, Zehntausende Passagiere waren von Beeinträchtigungen betroffen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach vom „bislang schwersten Anschlag auf dänische kritische Infrastruktur“. Wer dahintersteckt, ist noch unklar. Mittlerweile läuft der Flugbetrieb in Kopenhagen wieder normal.

Die Drohnen über dem Flughafen Kopenhagen haben den Flugverkehr lahmgelegt.

Die Drohnenaktivität in Aalborg ähnele in etwa derjenigen in Kopenhagen, sagte Bundespolizeichef Thorkild Fogde in einer nächtlichen Pressekonferenz. Man sehe ein ähnliches Muster, die Drohnen seien gut sichtbar und mit eingeschaltetem Licht unterwegs. Einsatzleiter Bojgaard kündigte an, dass man die Drohnen vom Himmel holen werde, wenn man die Möglichkeit erhalte und dies sicherheitsmäßig vertretbar sei. Eine Gefahr für Flugpassagiere oder Anwohner bestehe nicht.

Update vom 23. September, 5:15 Uhr: Nach einer rund vierstündigen Sperrung wegen Drohnensichtungen ist der Flugverkehr am Flughafen Kopenhagen in den frühen Morgenstunden des Dienstags wieder aufgenommen worden. Der Betrieb war am Montagabend gegen 21 Uhr vollständig eingestellt worden, nachdem die Polizei zwei bis drei große Drohnen über dem Flughafengelände gesichtet hatte. Rund 50 Flüge mussten gestrichen und weitere 50 auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Obwohl der Flugverkehr wieder läuft, warnt der Flughafen vor anhaltenden Verspätungen und Flugausfällen. Wie Ekstrabladet berichtet, musste um 23 Uhr musste ein Flugzeug trotz Sperrung des Luftraums in Kastrup notlanden. Der Grund dafür sei, dass die SAS-Maschine nicht genügend Treibstoff hatte, um zu einem anderen Flughafen umgeleitet zu werden, so Naviair.

Die Polizei untersucht weiterhin den Vorfall und arbeitet an der Identifizierung der unbekannten Drohnen – deren Herkunft und Zweck bislang ungeklärt bleiben. Parallel dazu wurde auch der Flughafen Oslo wegen ähnlicher Drohnensichtungen vorübergehend gesperrt, wobei die Behörden nun prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen besteht.

Drohnen sorgen für Großeinsatz am Flughafen Kopenhagen

Update vom 22. September, 22:55 Uhr: Laut Informationen von Flightradar24 dauert der Polizeieinsatz am Kopenhagener Flughafen weiter an. Der Flugplatz bleibe bis mindestens 23 Uhr geschlossen, meldet das Portal.

Erstmeldung vom 22. September, 22:30 Uhr: Kopenhagen – Großeinsatz in Dänemark: Wie mehrere dänische Medien übereinstimmend berichten, findet am Montagabend ein Großeinsatz am Kopenhagener Flughafen statt. Der Flugverkehr sei seit 21 Uhr vollständig gestoppt worden, „aufgrund von zwei bis drei Drohnen, die über dem Flughafengelände fliegen“, zitierte Jyllands-Posten Henrik Stormer, den diensthabenden Beamten von der Kopenhagener Polizei.

Die dänische Polizei ist am Kopenhagener Flughafen, wo Flugzeuge aufgrund von Drohnen am Abend weder landen noch starten können.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll die Kopenhagener Polizei angegeben haben, in der Gegend um den Kopenhagener Flughafen seien zwischen zwei und vier „große“ Drohnen gesichtet worden. Details zu Herkunft oder Zweck der Drohnen gibt es bislang nicht.

Drohnen über Flughafen Kopenhagen – alle Starts und Landungen gestoppt

„Es ist klar, dass wir daran interessiert sind, dass (die Polizei) das so schnell wie möglich herausfindet und dass die Drohnen verschwinden, damit wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen können“, sagte die Pressesprecherin des Flughafens auf Anfrage des Nachrichtenportals. Es gebe bislang keine Informationen, wann der Polizeieinsatz abgeschlossen ist.

Der Einsatz habe massive Auswirkungen auf den Flugverkehr. Geplante Landungen seien als verspätet gekennzeichnet, Abflüge teils ebenfalls als verspätet oder als gestrichen markiert. „Mehr als 35 Flüge mit Ziel Kopenhagener Flughafen wurden aufgrund der Drohnensituation zu anderen Flughäfen umgeleitet“, informierte der Flugdienst Flightradar24 auf X. „Malmö, Billund, Aarhus und Göteborg haben die meisten Flüge aufgenommen“.

Zuletzt hatten mehrere Drohnen-Vorfälle in Europa für Aufregung gesorgt, hinter denen Russland um Präsident Wladimir Putin vermutet wurde. Ein Zusammenhang zu der Drohnen-Sichtung in Kopenhagen ist derzeit nicht bestätigt. (Quellen: Jyllands-Posten, Reuters, X, Bild, BR24) (no)

Rubriklistenbild: © Steven Knap/Ritzau Scanpix/Imago

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