VonKarolin Schaeferschließen
Sandra Sporerschließen
Die aktuelle Hitze ist der perfekte Nährboden für Hitzegewitter. Ein solches tobte auch in mehreren Regionen Österreichs. Die Behörden warnen.
Update vom 27. Juni, 8.53 Uhr: Heftige Unwetter sorgten für Chaos in Österreich. Die Einsatzkräfte waren in weiten Teilen des Landes im Dauereinsatz, unter anderem wegen Wassereinsätzen und umgestürzten Bäumen. Wie die Tiroler Tageszeitung unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtete, brach nach einem Blitzeinschlag in ein Haus in Wörgl ein Feuer aus. Die Flammen hätten sich bis unters Dach ausgebreitet, konnten aber gelöscht werden. Verletzte gab es nicht.
In den sozialen Medien häuften sich zudem Bilder und Videos des Unwetters. Aufnahmen, offenbar aus dem Zillertal, zeigten riesige Hagelkörner, die niedergingen und Autoscheiben zerstörten. „Es war zwar heftig, aber auf den Videos schaut es wilder aus, als es in Wirklichkeit war. Trotzdem waren vor allem die Feuerwehren sehr gefordert“, erklärte Fügens Bürgermeister Dominik Mainusch der Zeitung. „Der Hagel erreichte Tischtennisballgröße und hat vor allem Häuserfassaden und Autos beschädigt.“
Zug entgleist bei schweren Unwettern in Österreich
Update vom 27. Juni, 6.53 Uhr: Umgestürzte Bäume, Hagel und Starkregen: Unwetter sind über Teile von Österreich gezogen. Besonders die Steiermark war betroffen. Wie der ORF berichtete, entgleiste in einem Ortsteil von Nestelbach bei Graz ein Zug infolge des Unwetters. „Alle Zufahrten waren durch umgestürzte Bäume versperrt. Wir mussten uns den Weg freischneiden“, wurde ein Feuerwehrsprecher zitiert. Verletzte wurden nicht gemeldet.
In Gleisdorf musste dagegen der Stadtpark gesperrt werden. Riesige Äste waren abgebrochen. „Wenn der Sturm solche Äste in unmittelbarer Nähe des Busbahnhofes abbricht, kann man nur von großem Glück sprechen, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, räumte Bürgermeister Christoph Stark bei Facebook ein.
Das Wetter hat sich allmählich wieder beruhigt. Laut GeoSphere Austria kommt es am Freitag (27. Juni) aber weiter zu teils anhaltenden Regenschauern und Gewittern – vor allem zwischen Tirol und Niederösterreich. In anderen Teilen des Landes bleibe es dagegen meist trocken.
Unwetter in Österreich: Hunderte Haushalte zeitweise ohne Strom
Update vom 26. Juni, 21.00 Uhr: Von den Unwettern in Österreich war am frühen Donnerstagabend besonders Anwohner in der Steiermark betroffen. Laut einem Bericht des lokalen Nachrichtenportals Kleine Zeitung waren gegen 18 Uhr rund 1100 Haushalte vorübergehend ohne Strom. Zumindest ein Großteil der Schäden sei aber rund eine Stunde später wieder behoben worden.
Der Abend war bislang gezeichnet von starkem Niederschlag, riesigen Hagelkörnern und heftigen Sturmböen. Die Feuerwehr Graz berichtete auf X von einem „erhöhten Einsatzaufkommen“ aufgrund des Unwetters. Innerhalb einer Stunde seien 40 Einsatzätze in der Zentrale eingegangen. Derzeit sei die Lage aber stabil. Nach Angaben der Kleine Zeitung sei unter anderem Wasser in die Tiefgarage eines Einkaufszentrums gelaufen, zudem sei ein Baum auf die Gleise einer Straßenbahn gestürzt. Es ist möglich, dass gegen 22 Uhr eine zweite Unwetterzelle auf die österreichische Region trifft.
Auch im Bundesland Tirol war das Unwetter am Donnerstagabend deutlich spürbar. Ein Anwohner aus in Fügen im Zillertal veröffentlichte auf X ein Video, in dem die Auswirkungen des Starkregen zu sehen sind. Die vielen Wassermassen und Hagelkörner rauschen die Straße hinab, der Anblick ähnelt mehr einem reißerischen Bach. Die Echtheit des Videos kann nicht unabhängig geprüft werden.
Eines der starken Gewitter heute in Fügen im Zillertal.
— Manuel Oberhuber (@manu_oberhuber) June 26, 2025
4cm großen Hagel gab es in Innsbruck, über 60 l/m² Regen in Tannheim, 113 km/h Sturmböen soeben in Micheldorf/OÖ.
Die stärksten Gewitter jetzt im Traun-/ Waldviertel, bei Graz & in Südtirol.
📽 Tirols Wetter und Infodienst pic.twitter.com/2q8WlcMENH
Katastrophenwarnung in Österreich: Unwetter rauschen über die Alpen – Euro-große Hagel-Körner und Überflutungen
Erstmeldung vom 26. Juni: Wien – Am Donnerstag (26 Juni) ging auf allen Handys in Österreich eine Katastrophenwarnung ein. Der AT-Alert warnte vor einer aktuen Extremwetterlage für die Steiermark und das Burgenland, hieß es laut puls24.at in der per SMS versandten Meldung. Die ersten Unwetter kamen wie angekündigt zwischen 14 und 15 Uhr. Sie sollen bis 24 Uhr andauern. Den Österreichern steht mit dem Wetter eine stürmische Nacht bevor.
Unwetter in Österreich bringt Hagel, Überschwemmungen und Sturm – Katastrophenwarnung ausgegeben
In der Meldung wird konkret vor der Gefahr von Sturmböen, lokalen Überschwemmungen, umstürzenden Bäumen, Hagel und Blitzschlag gewarnt. Vor allem in der Nordoststeiermark sowie im Grazer Becken könne es zudem zu Sturmböen mit Spitzen bis zu 100 km/h kommen, so puls24.at weiter. Erst am Montag (23. Juni) saßen mehrere Seilbahn-Fahrgäste wegen eines Unwetters stundenlang fest, bis sie schließlich gerettet werden konnten.
In der Warnung von AT-Alert werden zudem konkrete Verhaltensweisen ausgegeben, um Verletzungen, Un- und Todesfälle zu vermeiden:
- Parkanlagen, Wälder und Flussufer sollen gemieden werden.
- Lose Gegenstände unter freiem Himmer wie Gartenmöbel oder Fahrräder sollten gesichert werden.
- Da sich das Wettergeschehen schnell ändern kann, sollten Bürger sich laufend informieren.
Euro-große Hagelkörner und überflutete Straßen: Die ersten Auswirkungen der Unwetter
Auch Teile Tirols und Kärntens sind von den Unwettern betroffen, wie wetter.at berichtet. Im Raum Kramsach, in Tirol, stand ein Abschnitt der A12 Inntal Autobahn unter Wasser. Auch Hagel gab es bereits vielerorts (Stand: 17.45 Uhr). So zeigt etwa ein Post auf X einige Hagelkörner, die in etwa so groß wie Euro-Münzen sind und im Osten von Innsbruck niedergingen. Der Verfasser des Posts warnt eindringlich: „Aufpassen!!“
Hitze endet mit großem Knall!
— Clemens TZ (@alpen_wetter) June 26, 2025
Hagel im Osten von Innsbruck (2-3 cm)! Zieht Richtung Unterland - Aufpassen!!#Hagel #Gewitter #Unwetter pic.twitter.com/uf1plNEntI
„Ja, die Körner waren nicht ohne“, kommentiert ein Nutzer unter dem Beitrag. Mit dieser Einschätzung ist er sicher nicht allein. Unter einem Facebook-Posting über einen Hagelschauer im Unterengadin hat ein User indes eine ganz andere Sorge: „Früher hat es nicht bei jeder Gewitterfront gehagelt. Fast nie eigentlich.“
Der Wetterdienst Kachelmannwetter warnte um kurz vor fünf Uhr auf X zudem vor einer Zelle mit Tornado-Potenzial, die mindestens extreme Windböen bringt, nördlich von Gardelegen bei Kalbe/Milde in der Altmark. Wer in der betroffenen Region wohnt, sollte „in Deckung gehen“ und die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, rät der Wetterdienst. Über die sich entwickelnde Lage informiert Kachelmannwetter aktuell auch in einem Unwetter-Livestream auf YouTube. Auch Deutschland hat aktuell mit Unwettern zu kämpfen. (sp)
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