„Geschichtsverändernde Entdeckung“: 3300 Jahre altes Schiffswrack im Mittelmeer gefunden
VonMomir Takac
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Ein Zufallsfund entzückt die israelische Altertumsbehörde. Ein Tauchroboter fand im Mittelmeer ein Schiffswrack mit bedeutender Ladung.
Tel Aviv – Die israelische Altertumsbehörde sprach von einer „geschichtsverändernden Entdeckung von Weltrang“: Im Mittelmeer vor der Küste Israels ist ein mehrere Tausend Jahre altes Schiffswrack gefunden worden. Ein Tauchroboter entdeckte zufällig auf dem Grund die gut erhaltene Fracht.
Das britisch-griechische Energieunternehmen Energean habe vor rund einem Jahr eine Standarduntersuchung des Meeresbodens durchgeführt und sei in einer Tiefe von 1,8 Kilometern auf eine Ansammlung von Krügen gestoßen, schrieb die israelische Altertumsbehörde. Sie schätzt das Alter auf mehr als 3300 Jahre. Teile der Fracht hätten die lange Zeit nahezu unbeschadet überstanden.
Tauchroboter findet auf Grund des Mittelmeers Hunderte gut erhaltene Krüge aus der Bronzezeit
Bei den Gefäßen handele es sich um hunderte Amphoren – Krüge mit zwei Henkeln, in denen in der Bronzezeit auf See Güter wie Wein oder Olivenöl gelagert wurden. Zwei der Krüge seien kürzlich geborgen worden. Sie stammen nach Einschätzung der Altertumsbehörde aus dem späten Bronzezeitalter und gehörten den Kanaanitern. Diese lebten vor den Israeliten in dem Gebiet, das dem heutigen Israel und Libanon sowie Teilen von Jordanien und Syrien entspricht. Auch vor der griechischen Küste fanden Archäologen Tausende Jahre alte Schiffswracks.
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Die Entdeckung ist laut der Behörde auch ein Beweis dafür, dass die Seefahrer damals das Meer durchquerten, ohne dabei die Küste sehen zu können. „Dieser Fund offenbart uns wie nie zuvor die Navigationsfähigkeiten der antiken Seefahrer“, sagte der Direktor der Abteilung für Meeresarchäologie, Jacob Sharvit.
Noch nie altes Handelsschiff in solcher Tiefe entdeckt
Noch nie sei ein Schiff aus dieser Zeit in der Tiefsee gefunden werden. Aus dem späten Bronzezeitalter seien bislang nur zwei Schiffswracks mit Ladung entdeckt worden. Beide befinden sich den Angaben nach vor der türkischen Küste – allerdings nah am Ufer. Die große Menge an Amphoren an Bord eines einzigen Schiffs sei zudem ein Beleg für die bedeutenden Handelsbeziehungen mit den altorientalischen Ländern an der Mittelmeerküste.
Warum das Schiff damals 90 Kilometer vor der Küste Nordisraels sank, darüber lässt sich nur spekulieren. „Das Schiff scheint in einer Krise gesunken zu sein, entweder wegen eines Sturms oder wegen eines versuchten Piratenangriffs – ein bekanntes Vorkommnis in der späten Bronzezeit“, erklärte Sharvit. Taucher machten im Mittelmeer vor der Küste Sardiniens einen sensationellen Fund. (mt/dpa/afp)