Fracht intakt

„Geschichtsverändernde Entdeckung“: 3300 Jahre altes Schiffswrack im Mittelmeer gefunden

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Ein Zufallsfund entzückt die israelische Altertumsbehörde. Ein Tauchroboter fand im Mittelmeer ein Schiffswrack mit bedeutender Ladung.

Tel Aviv – Die israelische Altertumsbehörde sprach von einer „geschichtsverändernden Entdeckung von Weltrang“: Im Mittelmeer vor der Küste Israels ist ein mehrere Tausend Jahre altes Schiffswrack gefunden worden. Ein Tauchroboter entdeckte zufällig auf dem Grund die gut erhaltene Fracht.

Vor der Küste Israels entdeckte ein Tauchroboter mehr als 3000 Jahre alte Krüge bei einem Schiffswrack.

Das britisch-griechische Energieunternehmen Energean habe vor rund einem Jahr eine Standarduntersuchung des Meeresbodens durchgeführt und sei in einer Tiefe von 1,8 Kilometern auf eine Ansammlung von Krügen gestoßen, schrieb die israelische Altertumsbehörde. Sie schätzt das Alter auf mehr als 3300 Jahre. Teile der Fracht hätten die lange Zeit nahezu unbeschadet überstanden.

Tauchroboter findet auf Grund des Mittelmeers Hunderte gut erhaltene Krüge aus der Bronzezeit

Bei den Gefäßen handele es sich um hunderte Amphoren – Krüge mit zwei Henkeln, in denen in der Bronzezeit auf See Güter wie Wein oder Olivenöl gelagert wurden. Zwei der Krüge seien kürzlich geborgen worden. Sie stammen nach Einschätzung der Altertumsbehörde aus dem späten Bronzezeitalter und gehörten den Kanaanitern. Diese lebten vor den Israeliten in dem Gebiet, das dem heutigen Israel und Libanon sowie Teilen von Jordanien und Syrien entspricht. Auch vor der griechischen Küste fanden Archäologen Tausende Jahre alte Schiffswracks.

Unterirdische Schätze: Zehn spektakuläre Höhlen und Grotten in Kroatien

Cerovac Höhlen in Kroatien
Im Naturpark Velebit, etwa eine Autostunde von der kroatischen Stadt Zadar entfernt, befindet sich der größte Höhlenkomplex des Landes: die Cerovac-Höhlen. Die Länge der erkundeten Kanäle beträgt circa 8 Kilometer. Entdeckt wurden sie beim Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Zagreb und Split. Zu den Fundstücken im Inneren zählen archäologische Überreste aus der Eisenzeit, darunter Keramikgefäße, Nutzgegenstände aus Bronze und ein fossiler menschlicher Knochen. Heute haben Besucher die Möglichkeit, bei einer Führung die ersten 700 Meter der Oberen und der Unteren Höhle zu besuchen. Zu sehen gibt es nicht nur Stalagmiten oder Stalaktiten, sondern auch Schleifspuren von Höhlenbären.  © Pond5 Images/Imago
Odysseus-Höhle an der Küste von Mljet
Die Odysseus-Höhle auf der kroatischen Insel Mljet verdankt ihren Namen dem gleichnamigen Helden aus der griechischen Mythologie. Einer Legende zufolge soll der Seefahrer in der Höhle sieben Jahre lang gelebt haben, nachdem während eines Unwetters sein Boot zerschellt war. Aber nicht nur Odysseus verbrachte einige Zeit in der Höhle, tatsächlich war sie auch viele Jahre lang der natürliche Lebensraum der seltenen Mittelmeer-Mönchsrobbe. Wer die Höhle besichtigen möchte, kann das auf einem Bootsausflug oder auf der Insel angekommen, über den Landweg tun.  © Andreas Volz/Imago
Biserujka-Höhle bei Rudine in Kroatien
Die Insel Krk ist ein beliebter kroatischer Urlaubsort für Strandbesucher. Wer jedoch von der Sonne genug hat, kann sich unter die Erdoberfläche begeben: Etwa 300 Meter südwestlich vom Ort Rundine entfernt, befindet sich die Biserujka-Höhle. Sie besteht aus einigen unterirdischen Sälen, wie dem “Zypressensaal” oder dem “Saal der Brücken”. Auch das Skelett eines Bären wurde darin gefunden.  © Dreamstime/Imago
Grotte Baredine bei Nova Vas
Die Baredine-Grotte ist die erste Höhle der kroatischen Halbinsel Istrien, die für Besucher im Jahr 1995 zugänglich gemacht wurde. Sie befindet sich zwischen Poreč, Višnjan und Tar und nur ungefähr fünf Kilometer vom Meer entfernt. In ihrem Inneren gibt es Erstaunliches zu entdecken: Der etwa 300 Meter lange Weg führt durch fünf Säle an Stalagmiten und Stalaktiten vorbei bis hin zu verschiedenen Tropfsteinformen, die wie unterirdische Skulpturen wirken. Sie erinnern an eine Muttergottesstatue, den Schiefen Turm von Pisa, einen Schneemann oder der Hirtin Milka, um die sich in der Region eine Legende rankt. Auf einer Tiefe von 60 Metern kommt dann ein unterirdischer See zum Vorschein. Außerdem haben Besucher in der Höhle die Gelegenheit, einen seltenen Grottenolm zu sehen.  © Peter Widmann/Imago
Samograd-Höhle in Kroatien
Der Höhlenpark Grabovača befindet sich in Perušić, etwa eineinhalb Autostunden von der Stadt Zadar entfernt. Auf kleinstem Raum gibt es hier neun verschiedene Höhlen, eine davon – die Samograd-Höhle – ist für Touristen zugänglich. Sie ist über eine Treppe erreichbar, die etwa 100 Jahre alt ist und von Hand in den Stein gemeißelt wurde. In den Tiefen der Erde entdecken Besucher Skulpturen, die Millionen von Jahren überdauert haben. © Pixsell/Imago
Vrelo-Höhle bei Fuzine in Kroatien
In der Nähe des Touristengebiets an der Kvarner Bucht gibt es eine weitere Höhle zu entdecken: die Spilja Vrelo. Ihr Alter wird auf ungefähr 3,5 bis 4 Millionen Jahre geschätzt. Vor circa 50 Jahren wurde sie eher durch Zufall entdeckt, als der Bajer Stausee errichtet wurde. Das Besondere an der Vrelo-Höhle: Die Wasserstände in Inneren haben sich ständig verändert, sodass die Tropfsteine außergewöhnliche Formen angenommen haben. Zudem bleibt sie auf ihrer ganzen Länge auf Einganghöhe, das bedeutet, es gibt keine Stufen und sie ist leicht begehbar.  © Pond5 Images/Imago
Tropfsteinhöhle Manita Pec im Nationalpark Paklenica
Auf der einen Seite ein Kletterparadies, auf der anderen Seite ein Eingangstor in den Untergrund: Im Nationalpark Paklenica gibt es hohe Felswände und steile Hänge genauso wie Höhlen und Grotten. Die einzige, die besucht werden kann ist, die Höhle Manita peć. Sie verfügt über Stalagmiten, Stalaktiten und Tropfsteinsäulen, einige von ihnen haben aufgrund ihrer Form einen Namen erhalten – darunter die Orgel, der Helm oder die Hexe. In der Höhle leben außerdem Fledermäuse und andere Höhlenlebewesen, die sich so sehr an ihre Umgebung angepasst haben, dass sie außerhalb ihres Zuhauses nicht überleben könnten. © imagebroker/Imago
Barać Höhlen in Kroatien
Nur etwa 20 Kilometer vom Nationalpark Plitvicer Seen entfernt, befinden sich die Barać-Höhlen. Sie gehören zu den wenigen Karsthöhlen in der Umgebung, die besichtigt werden können. Ein Rundgang dauert ungefähr eine Stunde und offenbart den ehemaligen Lebensraum eines Höhlenbären sowie archäologische Spuren von Menschen. Auch Fledermäuse leben in den Barać-Höhlen und können bei einem Besuch beobachtet werden. © Kristina Stedul Fabac/Imago
Blaue Höhle auf der Insel Biševo
Ein beliebtes Ausflugsziel in Kroatien ist die spektakuläre Blaue Grotte auf der Insel Biševo. Das Wasser in ihrem Inneren erstrahlt in einem leuchtenden Blau: Ursache dafür sind Sonnenstrahlen, die auf das Wasser fallen und dafür sorgen, dass der aus Kalkstein bestehende Boden das Licht reflektiert. Die Grotte hat zwei Eingänge, einer davon wurde im 19. Jahrhundert künstlich geschaffen, der andere befindet sich unter Wasser. Zu erreichen ist das Naturschauspiel am besten über die benachbarte Insel Vis und dann über ein Ausflugsboot vom Dorf Mezuporat aus.  © Davor Javorovic/Imago
Höhle „Königreich von Festini“ in Kroatien
Im Zentrum von Istrien befindet sich die Höhle „Königreich von Festini” oder auf Kroatisch ‚Festinsko kraljevstvo‘. Der Name stammt offenbar daher, dass Kinder aus den umliegenden Dörfern sich dort zum Spielen trafen. Erwachsenen gegenüber erwähnten sie nur, dass sie „im Königreich” waren. Besucher können das Innere auf Sicherheitswegen erkunden, die insgesamt circa 100 Meter lang sind. Die unterirdische Welt bietet zahlreiche faszinierende Tropfsteinformen, darunter den „Zauberhut”, den „Turm von Babylon” oder die „Fledermausflügel”. © Pond5 Images/Imago

Die Entdeckung ist laut der Behörde auch ein Beweis dafür, dass die Seefahrer damals das Meer durchquerten, ohne dabei die Küste sehen zu können. „Dieser Fund offenbart uns wie nie zuvor die Navigationsfähigkeiten der antiken Seefahrer“, sagte der Direktor der Abteilung für Meeresarchäologie, Jacob Sharvit.

Noch nie altes Handelsschiff in solcher Tiefe entdeckt

Noch nie sei ein Schiff aus dieser Zeit in der Tiefsee gefunden werden. Aus dem späten Bronzezeitalter seien bislang nur zwei Schiffswracks mit Ladung entdeckt worden. Beide befinden sich den Angaben nach vor der türkischen Küste – allerdings nah am Ufer. Die große Menge an Amphoren an Bord eines einzigen Schiffs sei zudem ein Beleg für die bedeutenden Handelsbeziehungen mit den altorientalischen Ländern an der Mittelmeerküste.

Jacob Sharvit (links) und Dr. Karnit Bahartan von der israelischen Antikenbehörde begutachten antike Gefäße, die auf dem Grund des Mittelmeers lagen.

Warum das Schiff damals 90 Kilometer vor der Küste Nordisraels sank, darüber lässt sich nur spekulieren. „Das Schiff scheint in einer Krise gesunken zu sein, entweder wegen eines Sturms oder wegen eines versuchten Piratenangriffs – ein bekanntes Vorkommnis in der späten Bronzezeit“, erklärte Sharvit. Taucher machten im Mittelmeer vor der Küste Sardiniens einen sensationellen Fund. (mt/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Israel Antiquities Authority/afp

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