Amsterdam, die Fahrradhauptstadt der Welt, ist in Anlehnung an die niederländische Verfassung seit 1983 die Hauptstadt und die größte Stadt der Niederlande.
Die Hauptstadt der Niederlande ist Amsterdam, auch wenn sich der Regierungssitz des Landes sowie die Residenz des Königs des Königreichs der Niederlande in Den Haag befinden, so ist laut niederländischer Verfassung Amsterdam seit 1983 die Hauptstadt der Niederlande. Sie ist die größte und bevölkerungsreichste Stadt der Niederlande.
In der Stadt bzw. Gemeinde Amsterdam leben rund 900.000 Menschen und die sogenannte Agglomeration Groot-Amsterdam hat ungefähr 1,4 Millionen Menschen. Amsterdam ist sowohl für sein weit verzweigtes Grachtensystem und kleine Häuser mit Giebelfassaden als auch für seinen weltoffenen und toleranten Charakter bekannt.
Amsterdam beherbergt im Museumsviertel das weltberühmte Van-Gogh-Museum, das Rijksmuseum, wo Werke von Rembrandt und Vermeer ausgestellt sind, und das Stedelijk Museum, das moderne Kunst zeigt. Der Stadtkern der niederländischen Hauptstadt wird geprägt durch zahlreiche jahrhundertealte Denkmäler und fast 7.000 Kaufmanns- und Lagerhäuser sowie fast 1.300 Brücken zeugen von dem Goldenen Zeitalter Amsterdams zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Amsterdam hat 165 Grachten und im Jahre 2010 wurde der Amsterdamer Grachtengürtel in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Das Fahrrad gehört zur Kultur der Niederlande und gilt als vorrangiges Fortbewegungsmittel weit vor dem Auto und so gehört das Radfahren auch zur Stadtkultur von Amsterdam.
Die Gründung, Namensgebung und Geschichte Amsterdams
Amsterdam wurde im 13. Jahrhundert als Fischerdorf in der heutigen Provinz Holland gegründet und die Siedlung entwickelte sich an einem Damm des Flusses Amstel und diesem Damm verdankt Amsterdam seinen Namen. Dieser Damm ist übrigens auch heute noch der zentrale Teil der Stadt, auch wenn er zu einem Platz umgebaut wurde. Der Name Amsteldamme fand zum ersten Mal im Jahr 1275 Erwähnung. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts erhielt Amsterdam die Stadtrechte.
Nach einer Phase des Wohlstands sowohl für die Provinz Holland als auch für Amsterdam fiel die Provinz 1433 in burgundische Hände und wurde von Brüssel aus regiert. Die bedeutendste Einnahmequelle, der Fischfang, ging zurück, aber der Handel stand im Vordergrund und Amsterdam erhielt 1323 das Importmonopol für Bier aus Hamburg. Im Jahr 1347 wurden erstmals Schleusen erwähnt, sodass der mühsame Transport über den Damm überflüssig wurde und mittlerweile durchzogen und umschlossen die Stadt zahlreiche Kanäle.
Zu der Zeit bestand die Stadt aus dem Kern der heutigen Altstadt und hatte rund 30.00 Einwohner. Im 15. Jahrhundert wurde Amsterdam zu einem aktiven und bedeutsamen Stapel- und Umschlagmarkt, aus dem Mittelmeerraum wurden Salz und Südfrüchte importiert, der Fischfang wurde wirtschaftlicher, die ankommenden Waren wurde weiterverarbeitet und es entstanden zahlreiche Industrien und Handelsunternehmen.
Im Jahr 1477 übernahmen die Habsburger die Herrschaft über die Provinz und Amsterdam. Die Stadt erhielt einige Jahre später das Recht, die Reichskrone über das Stadtwappen zu platzieren, aber die wichtigsten Häfen im Land blieben zunächst Antwerpen und Rotterdam, insbesondere für die Waren aus den neuen Kolonien. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts wanderten Juden aus Spanien und aus Polen nach Amsterdam ein. Sie lebten sich schnell ein, wurden ein Teil der Stadt und bauten zahlreiche Synagogen.
Nach der Reformationsbewegung, mehreren Unruhen, Aufständen und kriegerischen Auseinandersetzungen gehörte Amsterdam zu einer nördlichen, calvinistischen, protestantischen Union, die 1581 ihre Unabhängigkeit von Spanien erklärte. Amsterdam war im Gegensatz zu anderen Provinzen und Städten religiös sehr nachsichtig und sämtliche Glaubensrichtungen wurden in der Stadt anerkannt. Nach politisch schwierigen Zeiten und den Kämpfen zwischen den nördlichen und den von den Spaniern beherrschten südlichen Provinzen sowie nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1648 mit dem Westfälischen Frieden die Republik der Vereinigten Niederlande international anerkannt.
Das folgende 17. Jahrhundert wurde zur Blütezeit Amsterdams und wurde als das niederländische Goldene Zeitalter bekannt. Holländische Schiffe segelten um die ganze Welt und brachten exotische Produkte vor allem aus Asien nach Hause. Amsterdam erlebte durch Künstler wie Rembrandt eine kulturelle Renaissance und die Stadt wuchs auf mehr als 200.000 Einwohner. Und Amsterdam wurde zu einem Magnet für Einwanderer, denn Hugenotten, Protestanten sowie Juden flohen vor Verfolgung in ihren Heimatländern und brachten aber viel an neuer Kultur und Kenntnissen nach Amsterdam.
Diese Toleranz und Zusammenarbeit war immer der Erfolg von Amsterdam. Es wurden die Vereenigde Oost-Indische Compagnie, die Niederländische Westindien-Kompanie, die 1626 New York gründete und die Amsterdamer Wechselbank gegründet und diese Handelsgesellschaften machten die Republik zu einer weltumspannenden See- und Handelsmacht und Amsterdam zum bedeutendsten europäischen Handelsplatz und zur wohlhabendsten Stadt des Kontinents.
In den Kriegswirren mehrerer Seekriege mit den Großmächten England und Frankreich wurde der Hafen von Amsterdam für die Handelsschiffe aus den neuen Welten immer schwieriger zu erreichen. Sinkende Preise, die englischen Handelsschiffe als Konkurrenz in Übersee, Beschädigungen an Deichen und nachfolgende Überschwemmungen sowie die Rinderpest brachten die Handelstätigkeiten in Amsterdam zum Erliegen.
Die vormals blühende Stadt verlor seine Stellung als wichtige Hafenstadt, gewann aber immer mehr Einfluss auf dem internationalen Geldmarkt. Amsterdam schaffte es in kurzer Zeit zum finanziellen Mittelpunkt der Welt aufzusteigen und so konnten europäische Herrscher mit geliehenem Geld aus Amsterdam ihre kostspieligen Kriege führen. Ab dem Jahre 1795 gehörte das Vereinigte Holland zu den Satellitenstaaten des napoleonischen Frankreich und im Jahre 1806 bei der Krönung von Louis Bonaparte, einem Bruder des Kaisers Napoleon I., wurde Amsterdam zur Hauptstadt erklärt. Auch dies konnte jedoch nicht verhindern, dass Amsterdam in den folgenden Jahrzehnten völlig verarmte und zu einer toten Stadt wurde. Im November 1813 erhoben sich die Amsterdamer Bürger und vertrieben die verbliebenden französischen Besatzer.
Amsterdam erlebte einen neuen Aufschwung, als der Nordzeekanaal eröffnet wurde, der Amsterdam direkt mit der Nordsee verband. Nochmals wurde Amsterdam Zentrum des kulturellen und wissenschaftlichen Lebens, auch wenn es wirtschaftlich nach und nach, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, von Rotterdam überholt wurde. Im Mai 1940 wurden die Niederlande, die sich bis dahin neutral verhielten, von Deutschland überfallen und 5 Jahre besetzt.
Zu der Zeit lebten die meisten niederländischen Juden in Amsterdam und im Februar 1941 gingen die Bürger Amsterdams, nach Razzien gegen die Juden, auf die Barrikaden. Auch wenn die Proteste brutal niedergeschlagen wurden, setzten sich immer mehr selbstlose Amsterdamer aus allen Schichten für ihre jüdischen Mitbürger ein. Anne Frank ist ein berühmtes Beispiel, die sich in einem Hinterhaus der Prinsengracht versteckte, und deren Tagebuch später weltweit berühmt wurde. Ende 1944 wurden die Lebensmittel in Amsterdam knapp und 20.000 Einwohner starben im sogenannten Hungerwinter. Erst am 5. Mai 1945 wurde Amsterdam von den Alliierten befreit.
Amsterdam erholte sich langsam nach dem Krieg und wandelte sich zu einer Industrie- und Handelsstadt und hauptsächlich der Handel mit Diamanten, der Schiffsbau und die Auto- und Flugzeugproduktion brachten neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Während der 1960er und 1970er Jahre wurde Amsterdam zur inoffiziellen Hauptstadt der Hippies, es wurden leichte Drogen legalisiert, Hausbesetzungen waren „in“ und die ehemaligen Arbeiterviertel wurden „hip“ und wurden hauptsächlich von jüngeren Menschen bewohnt.
Seit jeher zog Amsterdam Einwanderer an und zunächst kamen die Menschen aus den besetzten Kolonien, gefolgt von Gastarbeitern und noch heute bilden Zuwanderer aus Ländern wie Marokko, der Türkei, oder Pakistan einen nicht zu übersehenden Anteil an der Bevölkerung Amsterdams. Gerade diese kulturelle Vielfalt und bunte Mischung macht den Charme des modernen Amsterdam als tolerante und offene Metropole aus.
Die Politik von Amsterdam – der Hauptstadt der Niederlande
In Europa ist Amsterdam ein Umschlagplatz für Drogen und ein Zentrum des Drogentourismus. Der Grund dafür ist die liberale Politik in den Niederlanden. In Amsterdam existieren hunderte von sogenannten Coffeeshops, einer offiziell geduldeten Verkaufsstelle für weiche Drogen. Amsterdam wurde wegen der liberalen Politik und Repressionen im Herkunftsland von vielen ausländischen Andersdenkenden als neue Heimat ausgewählt. Die Polizei darf seit 1998 jederzeit Kontrollen nach illegalen Waffen durchführen und seit 2005 gilt eine Ausweispflicht, nach der Personen ab 14 Jahren einen Ausweis mitführen müssen.