Nach Beben vor der Insel Kyushu

Angst vor gewaltigem Erdbeben nimmt zu: Japanische Supermarkt-Regale leer – Regierung äußert sich

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In Japan wächst aktuell die Angst vor einem gewaltigen Erdbeben. Obwohl die Regierung eine Warnung zurückgezogen hat, hamstert die Bevölkerung weiterhin Nahrungsmittel.

Tokio – In Japans Supermärkten herrscht derzeit Chaos: Viele Menschen kaufen dort gerade große Vorräte an Lebensmitteln aus Panik vor einem besonders schweren Erdbeben. Die japanische Wetter- und Erdbebenbehörde JMA hatte vor rund zwei Wochen erstmals seit der Einrichtung eines neuen Warnsystems 2011 vor einem besonders schweren Beben gewarnt. Die Warnung erfolgte nur Stunden nach einem Erdbeben der Stärke 7,1 vor der südlichen Insel Kyushu.

Schon Anfang des Jahres, am 1. Januar 2024 erschütterte ein schweres Erdbeben der Stärke 7,6 und starke Nachbeben die Noto-Halbinsel an der Küste des Japanischen Meeres, mindestens 318 Menschen kamen ums Leben. Gebäude stürzten ein und Straßen wurden zerstört.

Panik vor Erdbeben und Lebensmittelknappheit: Japanische Regierung fordert Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren

Die Regierung in Tokio hat nun erneut dazu aufgerufen, Lebensmittel nicht zu horten. „Bitte bewahren Sie einen kühlen Kopf und kaufen nur so viel Reis, wie Sie brauchen“, sagte Landwirtschaftsminister Tetsushi Sakamoto. „Die Versorgungsengpässe werden sich allmählich auflösen“, versprach der Minister.

Wellen von bis zu einem Meter infolge des Erdbebens vor der Insel Kyushu erreichten die Küste Japans. (Archivbild)

Zu der Katastrophenwarnung kommt derzeit eine allgemeine Getreideknappheit. In einem Supermarkt in Tokio sagte ein Angestellter, seine Filiale habe in diesem Sommer nur die Hälfte der üblichen Menge an Reis einkaufen können. Was in den Regalen liege, „ist schnell ausverkauft“. In anderen Geschäften werden Kunden zur Rationierung aufgefordert. Grund dafür ist eine schlechte Reisernte. Wegen hohen Temperaturen und Wasserknappheit sind die Reisvorräte in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung 1999 gefallen, wie das Landwirtschaftsministerium Ende Juli mitteilte.

Warnung vor Erdbeben in Japan aufgehoben: Bevölkerung müsse keine Vorsichtsmaßnahmen treffen

In ihrer ersten Warnung vor dem Erdbeben, hatte die japanische Regierung die Bevölkerung dazu aufgefordert, wachsam zu sein, aber nicht zu evakuieren. Es hieß, die Wahrscheinlichkeit eines größeren Erdbebens sei höher als sonst, stehe aber nicht unmittelbar bevor. Nun hat die Regierung diese Warnung wieder aufgehoben. Menschen seien nicht mehr aufgefordert, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Der Katastrophenschutzminister Yoshifumi Matsumura sagte aber auch, dass das Risiko eines schweren Erdbebens noch nicht komplett beseitigt sei. Der japanische Archipel liegt auf vier großen tektonischen Platten und wird jedes Jahr von etwa 1500 Beben heimgesucht, von denen die meisten allerdings kleiner sind. (jus/afp)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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