323.000 Menschen in Gefahr

Starkes Erdbeben erschüttert Japan: Tsunami-Wellen gemeldet – Fachleute in Sorge

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  • Nico Reiter
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Der Süden Japans ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Nach der Erschütterung wächst die Sorge eines Mega-Bebens an der Pazifikküste.

Update vom 9.8.2024, 6.39 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben am Donnerstag in Südjapan, gibt es nun erste Einschätzungen zu den Schäden. In der Region Kyushu gab es wohl keine größeren Schäden, berichtete The Japan Times. In der Präfektur Kagoshima wurden drei Wohngebäude beschädigt. Eines soll völlig eingestürzt sein. In den Städten Higashikushira und Kimotsuki wurden zudem kleinere Lecks in zahlreichen Erdöltanks gemeldet. In den Atomkraftwerken in der Region seien dagegen keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

Ein eingestürztes Haus in der Stadt Oosaki in der Präfektur Kagoshima in Südjapan, nach dem starken Erdbeben vom Donnerstag.

Nach Angaben des Brand- und Katastrophenschutzes stieg die Zahl der Verletzten am Freitagmorgen (Ortszeit) auf 13. Die Warnung für einen Tsunami für Teile von Kyushu und Shikoku wurde bereits Donnerstagnacht wieder aufgehoben. Es seien nur kleine Wellen registriert worden.

Wegen eines möglichen massiven Nachbebens entlang des Nankai-Grabens will die Eisenbahngesellschaft Central Japan Railway aber einige ihrer Schnellzüge aussetzen, berichtete die Zeitung. Zudem würden einige Züge aus Sicherheitsgründen mit reduzierter Geschwindigkeit fahren.

Mehrere Verletzte nach Erdbeben in Japan – Sorge vor Mega-Beben wächst

Update vom 8.8.2024, 21.28 Uhr: Im Rahmen einer Notfall-Pressekonferenz bestätigt Kabinettschef Yoshimasa Hayashi, dass in der Stadt Shibushi in der Präfektur Kagoshima ein Erdrutsch gemeldet worden sei, berichtet The Japan Times. Auch die Nationalstraße Nr. 20 in Nichinan in der Präfektur Miyazaki wurde nach Angaben des Ministeriums für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus aufgrund von auf die Straße gestürzter Felsen gesperrt.

In den Kyushu-Präfekturen Miyazaki und Kagoshima wurde am Abend nach dem Beben von insgesamt neun Verletzten gesprochen, wie die Behörde für Brand- und Katastrophenschutz mitteilte. Sieben von ihnen erlitten leichte Verletzungen. Das Ausmaß der Verletzungen bei den beiden verbliebenen Betroffen bleibt vorerst unklar.

Update vom 8.8.2024, 17.08 Uhr: Nach einem Erdbeben der Magnitude 7,1 im Südwesten Japans wurden dabei nach Angaben japanischer Medien mehrere Menschen verletzt und Schäden an Gebäuden und Straßen verzeichnet. Auch, wenn noch keine weitreichenderen Folgen bekannt sind, könnte das Beben ein Vorbote von stärkeren seismologischen Ereignissen sein.

Die Meteorologische Behörde in Tokio hat laut der Deutschen Presseagentur erstmals eine erhöhte Gefahr eines Mega-Erdbebens an der Pazifikküste des Inselstaates angekündigt. Ein Team von Experten gab bekannt, dass die Chance eines massiven Erdbebens entlang des sogenannten Nankai-Grabens sich „um ein Vielfaches“ gesteigert habe. Der Nankai-Graben ist ein Tiefseegraben, der sich über etwa 900 Kilometer der Küste Japans erstreckt.

Laut Prognosen der japanischen Regierung liegt die Wahrscheinlichkeit bei 70 bis 80 Prozent, dass innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Erdbeben der Stärke 8 bis 9 entlang des Nankai-Grabens stattfindet. Die Bevölkerung wurde dazu aufgefordert, sich auf alle möglichen Szenarien einzustellen. Es wird geschätzt, dass bei solch einem Ereignis im schlimmsten Fall bis zu 323.000 Menschen ihr Leben verlieren könnten.

Starkes Erdbeben erschüttert Japan – erste Tsunami-Wellen gemeldet

Erstmeldung vom 8.8.2024, 10.37 Uhr: Tokio – Vor der Küste Japans bebt die Erde: Wie Reuters berichtet, ereignete sich am Donnerstag (8. August) ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1, auf der japanischen Erdbebenskala entspricht das der unteren Stufe 6. Wegen der Schwere wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben, sie gilt vor allem für die Insel Kyushu sowie für den Süden der Insel Shikoku.

Starkes Erdbeben erschüttert Japan: Offizielle Tsunami-Warnung – erste Wellen beobachtet

Daten der japanischen meteorologischen Agentur zufolge wurde das Beben um 16.43 Uhr (Ortszeit) im Pazifik in einer Tiefe von 30 Kilometern registriert. Das Epizentrum liegt im Hyuganada-Meer vor der Küste von Miyazaki.

Eine Karte der Japan Meteorological Agency zeigt das betroffene Gebiet. Demnach ist vor allem die Süd- südliche Ostküste betroffen.

Die Präfekturen Miyazaki, Kochi, Oita befürchten Tsunamiwellen von bis zu einem Meter Höhe. Laut der Zeitung Asahi wurden gegen 17.23 Uhr (Ortszeit) 50 Zentimeter hohe Tsunamiwellen in der Stadt Miyazaki gemeldet, in Ninchan Wellen über 40 Zentimeter.

Erdbeben im Südwesten von Japan: Keine Opfer oder große Schäden – Zugverkehr gestört

Berichte über Opfer oder größere Schäden gibt es bislang nicht. Auch in den Atomkraftwerken in der Region seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden, berichten japanische Medien. Die Meiler werden bei größeren Ereignissen geprüft, zuletzt Fukushima nach einem Beben im März. Allerdings wurde der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen durch das Erdbeben unterbrochen und in Geschäften fielen Waren aus den Regalen. Japan gilt als eines der seismologisch gefährdetsten Länder der Welt. Erst im Januar wurden Hunderte Personen nach einem starken Erdbeben vermisst. Generell gilt das Land allerdings als gut auf Erschütterungen vorbereitet. (asc/moe/dpa)

Rubriklistenbild: © Kyodo News/AP/dpa

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