Österreich

Angst vor Wolf – Polizeihubschrauber rettet Frauen nachts vom Berg

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Eine Bergwanderung entwickelte sich für zwei Frauen in Österreich offenbar zum Alptraum. Auf rund 2.000 Metern Höhe fühlten sich die beiden bedroht – möglicherweise von einem Wolf.

Villach – Das schöne Wetter am Pfingstwochenende lockte viele in die Berge. So waren zwei Wanderinnen zum Mirnock im Unteren Drautal in Kärnten (Österreich) aufgebrochen. Die beiden Frauen wollten nach dem Aufstieg dort auf rund 2.000 Metern in der Natur übernachten. Doch in der Nacht fühlten sich die Frauen – möglicherweise von einem Wolf bedroht und wählten den Notruf. Ein Polizeihubschrauber brachte die beiden in Sicherheit, wie das ORF unter Berufung auf die Polizei berichtet.

Österreich: Angst vor Wolf – Polizeihubschrauber rettet Frauen vom Berg

Die Wanderinnen hatten demnach am Sonntag am Berg in einer Distanz von 200 Meter ein Wildtier gesehen – das sie für einen Wolf hielten. Gegen 22 Uhr bekamen die Frauen offenbar den Eindruck, dass sie längere Zeit von dem Tier beobachtet wurden und alarmierten die Einsatzkräfte. Sie gaben an, dass sie sich gefährdet fühlten. Die Crew eines Polizeihubschraubers brachte die beiden in Sicherheit.

Wanderinnen fühlen sich am Berg von Wolf bedroht. Polizeihubschrauber bringt zwei Frauen in Sicherheit (Symbolfoto).

Die Polizei überprüft nun, ob die Frauen tatsächlich schon ein Zelt aufgestellt hatten, um am Berg zu übernachten. Denn Zelten in freier Natur ist nach dem Kärntner Naturschutzgesetz verboten. In Kärnten droht eine Geldstrafe von bis zu 3.600 Euro.

Die Kosten für den Hubschrauberflug müssen die Wanderinnen wohl nicht bezahlen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Frauen sich wirklich in Gefahr befanden. Ob es sich wirklich um einen Wolf gehandelt hat, wird sich wohl abschließend nicht mehr klären lassen.

Bei Begegnungen zwischen Wolf und Mensch gilt es Ruhe zu bewahren. Wer einen Wolf sehe, soll diesen immer vergraulen und durch lautes Rufen verscheuchen, empfehlen Experten laut dem ORF. Vor allem neugierige Jungtiere könnten so lernen, den Mensch zu meiden.

33 Wölfe solle in Kärnten leben: Angst vor Wolf in Kärnten

In Kärnten kommt es immer zu Wolfssichtungen. Nach neuesten Berichten sollen mindestens 33 Wölfe in Kärnten beheimatet sein. Nach der sogenannten Kärntner Wolfsverordnung dürfen die sonst streng geschützten Wildtiere nach Nutztierrissen oder wiederholter Sichtung in Siedlungsgebieten (Risikowölfen) abgeschossen werden. Drei Wölfe sind nach Kärntner Wolfsverordnung bereits abgeschossen worden.

Im Tiroler Lechtal nahe der bayerischen Grenze verlief der Almauftrieb Ende Mai blutig. Dort wurden Spuren von einem Bären und Wölfen entdeckt. Die Identifizierung des Raubtieres steht zunächst noch aus. (ml)

Rubriklistenbild: © Dominik Kindermann/imago

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