Toxisches Schocksyndrom

Drastischer Anstieg von tödlicher Streptokokken-Infektion in Japan: Diese Symptome drohen

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In Japan grassiert derzeit eine gefährliche, bakterielle Infektion. Unbehandelt kann die durch Streptokokken ausgelöste Infektion tödlich enden.

Tokio – Zwar tritt das streptokokkenbedingte toxische Schocksyndrom (STSS) nur selten auf, unbehandelt kann die Infektionserkrankung aber tödlich verlaufen. Derzeit werden vermehrt Fälle der Streptokokken-Infektion in Japan gemeldet. Anhand bestimmter Warnzeichen lässt sich das Syndrom erkennen.

Mehr als 400 Fälle in Japan: Gefährliche Streptokokken-Infektion breitet sich aus

Seit Jahresbeginn wurden in Japan bereits mehr als 400 Fälle gemeldet. Die Gesundheitsbehörden rechnen damit, dass die Zahlen noch steigen. Nach Angaben der japanischen Zeitung Asahi Shimbun beliefen sich die Zahlen im vergangenen Jahr auf insgesamt 941 Fälle.

Verursacht wird eine Infektion durch Exotoxine von A-Streptokokken, also von den Bakterien abgesonderten Giftstoffen. Häufig befallen Streptokokken die Schleimhäute und können verschiedene Erkrankungen wie Scharlach, Mandelentzündungen oder Weichteilentzündungen auslösen.

Streptokokkenbedingtes toxisches Schocksyndrom: Diese Symtome können auftreten

Das Auftreten des toxischen Schocksyndroms wird durch virale Infektionen, chirurgische Eingriffe oder Diabetes begünstigt, informiert das Medizinhandbuch MSD Manual. Dabei handelt es sich konkret um eine Komplikation einer Streptokokken-Infektion. Gelangen die Bakterien und Exotoxine in den Blutkreislauf, kann es zum Kreislaufschock kommen. Es setzt ein plötzlich auftretendes, schweres Krankheitsgefühl ein. Anhand unter anderem dieser Symptome können Sie das STSS identifizieren:

  • Hohes Fieber
  • Blutdruckabfall
  • Hautausschläge
  • Abschuppung der Haut
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Lethargie
  • Atemnot

Tödliche Infektion grassiert in Japan: Diese Personen sind besonders gefährdet

Die Erreger werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Haben die Streptokokken eine Wunde infiziert, kann sich eine Nekrose bilden, was bedeutet, dass Gewebe abstirbt. Daher ist auch von „fleischfressenden Bakterien“ die Rede, wie Asahi Shimbun berichtete.

Laut MSD Manual sind auch ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust und Blutgerinnsel möglich. Nicht jede Streptokokken-Infektion führt zwar zum STSS, sagte Epidemiologe Timo Ulrichs gegenüber Focus. Wenn es jedoch dazu kommt, kann die Infektion unbehandelt innerhalb weniger Stunden zum Multiorganversagen und damit zum Tod führen.

Wer am streptokokkenbedingten toxischen Schocksyndrom erkrankt, wird meist intensivmedizinisch behandelt. (Symbolbild)

Besonders ältere Menschen und menstruierende Frauen, die bereits Kontakt mit den Bakterien hatten und unter anderem Tampons, Menstruationstassen oder Diaphragmen verwenden, sind betroffen. So können Bakterien durch den Gebrauch von Tampons leichter in die Blutbahn gelangen. Die Sterblichkeitsrate beträgt laut der japanischen Zeitung etwa 30 Prozent. Es gab vermehrt Todesfälle bei unter 50-Jährigen in Japan.

Ursache für Ausbreitung in Japan unklar: Junge Menschen anfälliger

„Das durch ein von den Streptokokken produzierte Toxin hervorgerufene Schock-Syndrom kann mehr oder weniger ausgeprägt verlaufen, abhängig davon, wie stark das Abwehrsystem auf ein solches Superantigen reagiert. Die typischen Schockreaktionen können bei jüngeren Menschen stärker verlaufen“, so Ulrichs. Demnach seien jüngere Menschen zwar nicht anfälliger für eine Infektion, aber „möglicherweise für die Auswirkungen des Schock-Syndroms“.

Patienten mit Verdacht auf das toxische Schocksyndrom sollten sofort intensivmedizinisch behandelt werden, informierte MSD Manual. In der Regel erfolgt die Behandlung durch die Verabreichung von Antibiotika und regelmäßige Wundspülungen. Warum sich das Syndrom derzeit in Japan ausbreitet, muss noch untersucht werden. „Wir sollten auch in Deutschland aufmerksam die epidemiologische Entwicklung verfolgen. Und auch mikrobiologisch nachsehen, um welche Streptokokken es sich genau handelt“, sagte der Epidemiologe. Derweil zeigen neue Studien, dass sich das Coronavirus offenbar auch nach längerer Zeit im Körper vermehren kann.

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher ärztlich abgesprochen werden.

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Yuri Arcurs/imago

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