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Der Achterbahnsommer sorgt in den Alpen für ein Unwetter nach dem anderen. Eine Stadt nördlich von Venedig wurde von einem schweren Hagelgewitter heimgesucht.
Update vom 20. Juli, 21.42 Uhr: Das Ausmaß des Hagelsturms war viel verheerender, wie sich allmählich herauskristallisiert. Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, der in ständigem Kontakt mit dem Katastrophenschutz und den Rettungskräften steht, gab via Nachrichtenagentur Ansa bekannt: „Die Zahl der Menschen, die durch Hagel, Stürze und Glasscherben verletzt wurden, steigt auf 110. Ich danke noch einmal den Rettern und Technikern, die unmittelbar nach den Ereignissen eingegriffen haben und in diesen Stunden mit den Reparaturarbeiten und der Registrierung der Schäden fortfahren.“
Die Verletzten wurden direkt durch den Riesenhagel oder umherfliegende Glassplitter getroffen, ein Mann verletzte sich schwer, als er bei Reparaturarbeiten vom Dach seines Hauses stürzte. Der Hagel durchlöcherte Dächer und Hausfassaden. Ganze Ernten von Gemüse, Feldfrüchten, Obstgärten, Weinbergen wurden laut Zaia zerstört, auch Gewächshäuser seien zertrümmert, Messeaufbauten schwer beschädigt worden.
Der schwere Hagel hatte gegen 23 Uhr ein Gebiet zwischen Gardasee und der Gegend westlich und nördlich von Venedig verwüstet. Ursache waren laut wetteronline mehrere Superzellen - riesige Gewitterwolken, die schwere Schäden anrichten können.
„Apokalyptische Szenen“: Riesen-Hagelkörner zerstören Autos und Hauswände in Italien
Erstmeldung: Bassano del Grappa - Die Stadt Bassano del Grappe (43.395 Einwohner) liegt am Ausgang des Flusses Brenta aus den Vizentinischen Alpen in die Ebene nördlich von Venedig. Das idyllische Städtchen ist für seinen Tresterschnaps und andere Likörspezialitäten bekannt, auch Prosecco wird aus den auf den Hügeln des Monte Grappa gekeltert.
Am Mittwochabend (19. Juli) brach ein heftiges Hagelunwetter über die Region in Italien herein. Riesige Hagelkörner, größer als Handflächen, schlugen Autoscheiben ein, rissen Löcher in Hauswände. Die Hagelkörner waren acht bis zehn Zentimeter groß. Der gleichzeitige Sturm stürzte mehrere Bäume um. Auch die Landwirtschaft verzeichnete Schäden. Ein Video zeigt, wie der Hagel eine Obstplantage schwer beschädigt. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz. Die Wissenschaftswebseite „Meteo Bassano e Pedemontana del Grappa“ schreibt bei Facebook: „Wirklich apokalyptische Szenen! Einer der verheerendsten Hagel seit Jahrzehnten auf unserem Territorium!“ In Südtirol stürzten aufgrund des Unwetters zwei Seilbahnen zu Bodem.
Am stärksten war der Hagelsturm nordöstlich der Stadt. Später sei das Gewitter Richtung Süden gezogen und habe dort weiter gewütet. Auch Gebiete um Venedig und Chioggia seien betroffen gewesen.
Unwetter in Italien: In sozialen Netzwerken wird heftig über die Ursachen diskutiert
User berichten bei Facebook: „Es hörte sich an, wie ein Erdbeben.“ Ein anderer schreibt: „Ich stoppte mein Abendessen und dachte, unten steht ein Truck. Ein Krach, den du noch nie gehört hast.“ „Ein Wahnsinn, es ist zum Weinen“, finden andere. „Es war echt verstörend“, eine Userin.
Ein anderer User erklärt ruhig und sachlich, dass der Hagel mit der hohen Luftfeuchtigkeit über der Adria, der vorherigen Hitze und aus der Sahara an den Alpenrand gewehten Sandkörner in der Luft zusammenhängt, an denen sich Eis kristallisiert. Erst am Tag zuvor hatte ein Unwetter in Südtirol, Österreich und Bayern für erhebliche Schäden gesorgt.

