Griechenland ächzt unter der Hitze

Waldbrände verschlingen Großraum Athen – Dutzende Ortschaften werden evakuiert

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    Christoph Gschoßmann
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Schwere Waldbrände rund um Athen. Noch ist kein Ende der Hitzewelle Griechenlands in Sicht. Derweil müssen Dutzende Ortschaften evakuiert werden.

Update vom 20. Juli, 8.05 Uhr: Auch auf der Insel Rhodos brennt es. Das Feuer dort brach am 18. Juli aus. Seitdem versuchen Feuerwehrkräfte, den Brand einzudämmen. Das Feuer wütet jedoch in einer schwer zugänglichen Gegend, was die Löscharbeiten erschwert.

Bisher mussten drei Orte – Eleousa, Salakos und Dimylia – wegen des Waldbrandes evakuiert werden. Ebenso das Hotel Elafos, das sich auf dem Berg Profitis Ilias befindet. Zwei Löschfahrzeuge aus Kos und 5 aus Piraeus sollen die örtlichen Kräfte ab heute beim Eindämmen der Flammen unterstützen, berichtet das Nachrichtenportal Athens Voice.

Update vom 19. Juli, 7.10 Uhr: Weiterhin keine Entspannung bei den Waldbränden rund um die griechische Hauptstadt Athen. Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte am Dienstag: „Wir kämpfen an allen Fronten gegen die Flammen. Die nächsten Tage werden sehr schwierig sein“. Demnach mussten weiterer Dutzende Ortschaften evakuiert werden, darunter Nea Zoi rund 20 Kilometer östlich von Athen und die Ferienstadt Loutraki rund 80 Kilometer östlich von Athen.

Rund um Athen verschlingen die Flammen Dutzende Ortschaften – Hunderttausende müssen evakuiert werden.

Bilder aus dem Staatsfernsehen zeigen, wie eine große Anzahl von Häusern durch die Flammen komplett zerstört wurden. Derweil warnen Meteorologen, dass erneut eine Hitzewelle mit Temperaturen bis 44 Grad in Südost-Europa erwartet werden müsste. Zudem sollen anschließend erneut starke Winde einsetzen, die das Feuer erneut verstärken könnten, wie das Wetteramt in Athen mitgeteilt hatte.

Update vom 18. Juli, 21.43 Uhr: Die griechische Feuerwehr hat es bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht geschafft, die drei Brände in der Nähe von Athen unter Kontrolle zu bringen. „Alle Kräfte des Zivilschutzes kämpften die ganze Nacht gegen die Brände“, so Feuerwehrsprecher Yannis Artopios. Im Fokus dabei: Schutz von Menschenleben, Häusern und Infrastruktur. Noch ist es allerdings zu früh für eine Entwarnung: Im Waldgebiet von Dervenohoria nördlich der Hauptstadt brannte es besonders schlimm. Allein dort waren 140 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge sowie ein Hubschrauber im Einsatz.

Die Brände in Griechenland sind noch immer nicht unter Kontrolle.

EU-Zivilschutz aktiviert: Verstärkung aus Frankreich und Italien soll griechische Feuerwehr unterstützen

Laut dem Fernsehsender ERT wurden mehrere Häuser in evakuierten Badeorten in Hauptstadtnähe beschädigt, unter anderem in Saronida. Eine genaue Bestandsaufnahme der Schäden sei aber erst möglich, wenn der Brand unter Kontrolle sei. Um bei der Eindämmung zu unterstützen, machen sich im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus auch Einsatzkräfte aus anderen Nationen bereit: Vier Canadair-Löschflugzeuge aus Frankreich und Italien sollen als Verstärkung nach Griechenland geschickt werden.

Hitzewelle in Griechenland hält an: Regierung ergreift Maßnahmen – Akropolis für mehrere Stunden am Tag geschlossen

Griechenland leidet seit Ende vergangener Woche unter seiner ersten Hitzewelle in diesem Jahr. Besonders dramatisch: Laut aktuellem Bericht von wetter.com soll ist ein Ende der Hitzewelle nicht in Sicht. Die Höchstwerte sollen in der kommenden Woche weiterhin bei 38 bis 40 Grad Celsius liegen. Keine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Eindämmung der Waldbrände.

Um Anwohner und Touristen zu schützen, hat die griechische Regierung Maßnahmen ergriffen: Die Akropolis schließt für mehrere Stunden am Tag. Zudem ist dort das griechische Rote Kreuz im Einsatz: Helfer haben bereits zehntausende Wasserflaschen verteilt und dutzende Menschen bei Schwindelanfällen und weiteren Unannehmlichkeiten behandelt, heißt es in einem aktuellen Reuters-Bericht. Das Umwelt- und Energieministerium appelliert zudem, Autofahrten zu minimieren. Denn: Bei der Hitze belasteten Abgase in Ballungszentren wie Athen und Thessaloniki die Luft stärker. 

Hitzerekord mit Folgen: Athen kämpft mit den Flammen

Erstmeldung vom 17. Juli, 20:53 Uhr: Nach einer längeren Trockenperiode sind am Montag (17. Juli) im Großraum der griechischen Hauptstadt mehrere große Wald- und Buschbrände ausgebrochen. Zahlreiche Einwohner mussten auf Anordnung des Zivilschutzes evakuiert werden. Betroffen waren Kinder-Sommerlager in mehreren Dörfern im Osten Athens sowie in der Nähe des Badeortes Loutraki im Westen der Hauptstadt. Dort brannten nicht nur Wälder: Auch Häuser standen in Flammen, wie das Staatsfernsehen zeigte. 1200 Kinder seien aus den Lagern evakuiert worden.

Waldbrände in Griechenland: Starke Winde sorgen für Brandgefahr

Dabei war das Jahr 2023 verhältnismäßig regnerisch und kühl in Griechenland in diesem Jahr. Seitdem sind es die ersten großen Vegetationsbrände. „Wir kämpfen gegen rund 20 Wald- und Buschbrände, die auch bewohnte Regionen bedrohen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Montag im Staatsfunk. Wegen des starken Winds, der die Flammen weiter anfache, sei die Situation schwierig, so Feuerwehrsprecher Yannis Artopios.

Windböen erreichten demnach bis zu 60 Kilometer pro Stunde. Die Flammen fraßen sich rasch durch das trockene Buschwerk und breiteten sich bis nach Anavyssos in der dicht besiedelten Region Attika, sowie in Richtung der Badeorte Lagonissi, Anavyssos und Saronida aus, in denen viele Ferienhäuser stehen.

Rumänisches Löschteam hilft Feuerwehrleuten in Griechenland

Sieben Löschflugzeuge, vier Hubschrauber und 150 Feuerwehrleute kämpften den griechischen Medien zufolge an zwei Fronten gegen die Flammen südöstlich von Athen. Zu ihnen gehörte auch ein Team von rund 30 rumänischen Brandbekämpfern. Dichter Rauch unterbrach zudem den Verkehr auf den Straßen in der Nähe des Ortes Kalyvia. Die Behörden forderten die Einwohner auf, den Ort zu verlassen. Die Mönche des örtlichen Klosters wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Wegen der starken Rauchbildung wurde die Autobahn auf der Strecke Patras - Athen in Höhe der Stadt Loutraki vorübergehend gesperrt.

Die Hitze sorgte in einigen Teilen des Großraums Athen für Waldbrände.

Hitze in Griechenland: 44 Grad in Athen und auf Kreta

Ein dritter Brand brach am Montagnachmittag in einem Waldgebiet etwa fünfzig Kilometer nordöstlich von Athen aus. Nach Angaben der Feuerwehr sind dort mehr als 30 Brandbekämpfer und zehn Fahrzeuge im Einsatz.

Bereits am Wochenende hatte der Zivilschutz gewarnt, und behielt recht. Nach mehreren Tagen mit Temperaturen über 40 Grad und einer längeren Trockenperiode setzten am Montag (17. Juli) starke Winde ein. Die Brandgefahr sei groß – und wegen des starken Windes auch die potenziell rasende Ausbreitung von Bränden. Am Montag war es landesweit bei rund 35 Grad weitgehend erträglich, doch zuvor hatten die Thermometer am Wochenende unter anderem auf der Insel Kreta und in der Hauptstadt 44 Grad gezeigt.

Das Schlimmste kommt erst noch: Bis zu 48 Grad in Südeuropa

Ein Blick auf das Wetter verrät: Das Schlimmste steht den Griechen wohl noch bevor. Von Mittwoch an werde es wieder aufwärtsgehen mit den Temperaturen und am kommenden Wochenende erneut vielerorts mehr als 40 Grad heiß sein, sagen Meteorologen. Unter anderem in Athen sollen die Temperaturen auf bis zu 44 Grad steigen. Die Experten von The Weather Channel berichten gar von Temperaturen in Südeuropa bis 48 Grad. Auf dem griechischen Festland gebe es bis zu 47 Grad und wohl neue Hitzerekorde. Bis in 1500 Metern soll die Luft demnach noch 30 Grad heiß sein. Etwas Abkühlung ist erst in der kommenden Woche ab 27. Juli in Sicht. Dann soll kühlere Luft aus dem Norden etwas Niederschlag in die Mittelmeerregion bringen.

Der Start eines El Niño erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Temperaturrekorde gebrochen werden. Die Weltwetterorganisation (WMO) ruft zu Schutzmaßnahmen auf. Auch in Bayern gibt es Waldbrandgefahr. (cgsc/dpa)

Rubriklistenbild: © Petros Giannakouris/dpa

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