VonJohannes Welteschließen
In der kroatischen Adria ist eine Gruppe von Pottwalen vor der Insel Korčula an der Oberfläche gesichtet worden. Der majestätische Anblick bereitet Wissenschaftlern Sorgen.
Korčula - Es ist ein Video, das dieser Tage in der Adria vor Kroatien aufgenommen wurde und das für jeden Naturliebhaber eine Augenweide ist: Fünf Pottwale blasen beim Ausatmen Wasserfontänen in die Luft, tauchen auf und ab und zeigen dabei ihre beeindruckenden Rücken- und Schwanzflossen.
„Heute Vormittag erhielten wir Informationen über das Auftauchen einer Gruppe von mindestens fünf Pottwalen (Physeter Macrocephalus) in der Nähe von Korčula,“ postete die gemeinnützige Organisation Blue World Institute of Marine Research and Conservation in Veli Losinj auf der kroatischen Insel Lošinj am 23. August. Dabei teilten die Forscher gleich mehrere Videos der beeindruckenden Meeresriesen.
Pottwale leben normalerweise 1000 Meter unter der Wasseroberfläche
Dass die Tiere so nahe an der Oberfläche umherstreifen, bereitet den Wissenschaftler allerdings Kopfzerbrechen. „Diese Tiere leben normalerweise in Tiefen von mehr als 1.000 Metern. In der Adria besteht jedoch die Gefahr, dass sie stranden und sterben“, berichten die Wissenschaftler.
„Bedauerlicherweise endeten Begegnungen mit Pottwalen in der zentralen und nördlichen Adria in den meisten Fällen mit der Strandung und dem Tod der Tiere aus beobachteten Gruppen, vor allem auf der italienischen Seite der Adria.“ Daher sei es wichtig, die Wale genau zu überwachen. „Es ist wichtig, dass man die Bewegungsrichtung der Gruppe bestimmt und rechtzeitig Rettungsmaßnahmen ergreifen kann“, warnt das Blue World Institute.
Strandungen von Pottwalen an der Adria enden meistens tödlich
Die Forscher fordern alle Skipper in der mittleren Adria auf, die Pottwale entdecken, diese zu fotografieren oder den Standort, die Bewegungsrichtung und die Beobachtungszeit zu notieren und die Forscher zu benachrichtigen.
Wer sich in einem Boot Pottwalen nähert, soll dem Blue World Institute zufolge folgendes beachten: „Trotz ihrer Größe sind Pottwale für den Menschen ungefährlich, wenn man sich ihnen nicht nähert.“ Die Tiere seien durch den Aufenthalt in einer unbekannten Umgebung wahrscheinlich erschöpft, desorientiert und unruhig. „Darum bitten wir Sie, sich ihnen nicht zu nähern oder sie zu stören, um unbeabsichtigte Verletzungen zu vermeiden.“
Im Mai hatten Angler vor der kroatischen Insel Vis zwei Finnwal-Herden beobachtet und gefilmt. Währenddessen sorgt auch das Wetter weiter für Aufsehen. Ein Tornado fegte nun an der kroatischen Küste entlang: Das gigantische Wetterphänomen taucht vor dem Strand der Touristenstadt Rovinj auf.
Rubriklistenbild: © IMAGO/David Fleetham

