Lawinen schließen Urlauber in Ski-Ort ein – Armee muss Touristen ausfliegen
VonNico Reiter
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Den Ski-Urlaub in Hemu mussten einige Touristen unfreiwillig verlängern. Über eine Woche waren sie durch eine Lawine abgeschnitten von der Außenwelt.
Hemu – In China saßen 1000 Touristen und Einwohner durch eine Lawine in einem Ski-Ort fest. Über eine Woche waren die Menschen durch die Schneemassen gefangen. Durch das Militär wurde nun Versorgung geliefert. Erste Eingeschneite wurden am Dienstag, 16. Januar 2024, evakuiert.
Durch die massiven Schneefälle in China gingen besonders im Nordwesten des Landes in den vergangenen Wochen mehrere Lawinen ab. Laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua wurden bis zu 350 Kilometer Straßen von Lawinen beeinträchtigt.
1000 Touristen sitzen durch eine Lawine in Ski-Ort fest
Über eine Woche saßen Touristen durch eine Lawine eingeschneit in einem Ski- und Wintersportort fest. Mehrere Einwohner und ungefähr 1000 Urlauber waren im Bergdorf Hemu, einem beliebten Winterurlaubsziel, seit der Neujahrswoche eingeschlossen. Die Schneemassen hatten sechs Kilometer einer wichtigen Bergstraße verschüttet und den Ort somit von der Außenwelt abgeschnitten. Tote oder Verletzte gab es durch die Lawine laut Berichten nicht. Erst kürzlich hat eine Lawine im Rappenalptal ein Opfer gefordert.
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Aufnahmen des Staatssenders CCTV zeigen Soldaten, die Hubschrauber mit Vorräten beladen und Räumfahrzeuge, die versuchen sich durch die verschütteten Straßen zu kämpfen. Seit einer Woche wird versucht, sie freizuräumen. Der Schnee reicht teilweise bis zu sieben Meter in die Höhe, das ist höher als die Schneeräumfahrzeuge. Einsatzkräfte müssen auf Schaufeln und Bagger zurückgreifen.
Eingeschneite Touristen werden per Hubschrauber vom Militär versorgt
„Zunächst war ich sehr besorgt, weil ich gehört habe, dass es viele Lawinen gab“, so ein junger Urlauber zum Staatsfernsehen. Trotzdem wurden die Menschen beruhigt, die Regierung habe sich gut um die Eingeschlossenen gekümmert. „Die Atmosphäre war sehr gut“, sagte eine weitere Touristin.
Heavy snow and avalanches interrupted the highway in Hemu Village, Xinjiang.😃😃😃 pic.twitter.com/c6fPwXzVL2
Erst am Dienstag konnten Hubschrauber den Ort erreichen. Hilfsgüter konnten durch das Militär geliefert werden. Etwa 35 Tonnen an Versorgungsgüter wurden laut einem Piloten in die Provinz Xinjiang gebracht. Eine Touristin berichtet, es habe Essen, Getränke und Unterhaltung gegeben.
Touristen aus Ski-Ort ausgeflogen – Straße geräumt
Per Hubschrauber werden auch die ersten Touristen aus dem Ski-Ort ausgeflogen. In einer Live-Übertragung sah man Menschen mit Gepäck in einen Hubschrauber steigen, der sie aus dem verschneiten Gebiet bringen soll. Am Dienstag, 16. Januar, meldeten die Behörden am Nachmittag nach Ortszeit laut dpa, dass die Straße nach Hemu wieder passierbar sei. Auch die Stadt Grindavík in Island wurde nur einen Tag zuvor evakuiert. Statt einer Lawine war hier ein Vulkanausbruch verantwortlich.