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„Die Masern sind zurück“, alarmiert die WHO. Die Zahlen in Europa haben sich seit 2023 verdoppelt. Auch die USA kämpft mit einem Masernausbruch.
Frankfurt – Die Masern sind eine der ansteckendsten Viruserkrankungen der Welt, die vor allem Kinder betrifft. In schlimmen Fällen kann die Erkrankungen tödlich enden. Jetzt nehmen die Maserninfektionen laut neuen Zahlen der WHO in der europäischen Region rasant zu. Währenddessen kämpft auch die USA mit einem der größten Ausbrüche seit Jahrzehnten. Dabei könnten Impfungen die Krankheit gänzlich ausrotten.
Virus wieder auf Vormarsch: WHO meldet höchste Zahl von Masernfällen seit 27 Jahren
Im Jahr 2024 verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die höchste Anzahl an Masernfällen seit 27 Jahren, wie sie am 13. März mitteilte. In der europäischen Region, die sowohl Europa als auch Zentralasien umfasst, wurden etwa 127.000 Fälle registriert. Dies bedeutet eine Verdopplung der Fallzahlen im Vergleich zu 2023. Mehr als die Hälfte der Betroffenen musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bis zum 6. März 2025 wurden 38 Todesfälle im Zusammenhang mit der Krankheit gemeldet.
Mehr als 40 Prozent der Fälle: Masern-Virus trifft vor allem Kinder
Besonders gefährdet sind Kinder. Laut WHO betrafen über 40 Prozent der gemeldeten Fälle in der Region Kinder unter fünf Jahren. In Deutschland schwankt die Zahl der gemeldeten Masernfälle jährlich. Bis zum 25. September 2024 wurden 552 Fälle registriert, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2023 darstellt. Seit 2020 besteht in Deutschland faktisch eine Impfpflicht für Kinder, was die Impfrate erheblich erhöht hat.
Masernausbruch in den USA: Erster Todesfall seit zehn Jahren
Auch in den USA breiten sich die Masern aus, obwohl sie dort seit 2000 als ausgerottet galten. Bis zum 14. März 2025 wurden landesweit 301 Fälle gemeldet, wobei Texas besonders betroffen ist. Das Texas Department of State Health Service verzeichnete bis zum 18. März 279 Fälle. Ende Februar kam es zum ersten Masern-Todesfall in den USA seit zehn Jahren, als ein ungeimpftes Schulkind im Krankenhaus verstarb.
Masern
Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Neben Krankenhausaufenthalten und Todesfällen aufgrund von Komplikationen wie Lungenentzündung, Enzephalitis, Durchfall und Dehydrierung können die Masern auch verheerende Langzeitschäden wie Erblindung verursachen. Das Virus löst bei fast allen ungeschützten Menschen Symptome aus. Dazu gehören Fieber, Husten und der typische Hautausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreiten.
In New Mexico wurde ein weiterer Todesfall bestätigt, bei dem der Verstorbene posthum positiv auf Masern getestet wurde. Die offizielle Todesursache wurde noch nicht bekannt gegeben, jedoch stuften die U.S. Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) den Fall als Masernfall ein.
Gefährliche Empfehlung: US-Gesundheitsminister und Impfgegner schlägt Lebertran als Masern-Heilmittel vor
Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., bekannt als radikaler Impfgegner und Verschwörungstheoretiker, sorgte mit umstrittenen Vorschlägen für Aufsehen. In Interviews betonte er zwar die Bedeutung von Schutzimpfungen, bezeichnete sie jedoch gleichzeitig als persönliche Entscheidung. In einem Gespräch mit Fox News empfahl er Vitamin A und Lebertran als Heilmittel.
Virus galt als ausgerottet: Impfung ist der beste Schutz gegen Masern
Experten wie die Biologieprofessorin Kirsten Hokeness von der Bryant University widersprachen dem Gesundheitsminister. Sie betonten, dass die Schutzimpfung der effektivste Weg sei, um Masern zu verhindern. Mit zwei Dosen des MMR-Impfstoffs könne die Krankheit eingedämmt und langfristig ausgerottet werden, ähnlich wie die Pocken. Laut dem Deutschen Bundesministerium für Gesundheit unterbrechen hohe Impfquoten die Infektionsketten und reduzieren die Viruszirkulation. Bei einer Immunität von 95 Prozent in der Bevölkerung sind auch ungeimpfte Personen geschützt.
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Die Covid-19-Pandemie hätte jedoch die Gesundheitsstrategien beeinträchtigt und zu einem Rückgang der Impfquoten geführt. „Ohne hohe Impfquoten gibt es keine Gesundheitssicherheit“, warnte Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, „Jedes Land muss seine Anstrengungen verstärken, um die unzureichend geimpften Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Das Masernvirus ruht nie – und wir dürfen das auch nicht.“
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