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Die Bevölkerung von Mallorca kämpft gegen den Sauftourismus am Ballermann. Deshalb soll es schon bald verboten sein, Alkohol auf der Straße zu trinken.
Palma – Die Bevölkerung der Insel Mallorca leidet unter dem Sauftourismus am Ballermann. Zugemüllte Straßen, besoffene Menschen, das Verhalten der Touristen wollen viele Bewohner nicht mehr tragen. Deshalb wollen sowohl die Politik als auch Gastronomen dagegen angehen. Erst zu dieser Partysaison hatte die Insel Mallorca neue Regeln für Touristen beschlossen. Nun müssen sich Urlauber auf der beliebten Ferieninsel schon bald auf ein weiteres Verbot einstellen: Alkohol im Freien ist schon bald nicht mehr erlaubt.
| Insel | Mallorca |
| Bevölkerung | 923.608 |
| Fläche | 3.640 km² |
| Amtssprachen | Katalanisch, Spanisch |
„Können wir uns nicht mehr leisten“: Gastronomen auf Mallorca fordern Alkoholverbot im Freien“
Das Ziel sei es demnach, den Weg zu einem Qualitätstourismus auf Mallorca zu ebnen. Das Verhalten vieler Touristen würde die gewünschte Zielgruppe abschrecken: „Das können wir uns nicht mehr leisten. Ich würde sagen, dass die Ballermänner ihr Spielzeug kaputt gemacht haben dieses Jahr“, erklärt der Präsident der Qualitätsoffensive Palma Beach, Juan Ferrer. Gastronomen aus der Region würden sich schon seit Jahren dafür einsetzen, das Image der Insel aufzubessern.
Konkret forderten der Hotelierverband AHPP, der Gastrozusammenschluss CAEB und der Nachtclubverband ABONE die Behörden der Insel auf, ein Alkoholverbot auf den Straßen einzuführen, wie es beispielsweise in Amsterdam bereits lange gelten würde. Die Insel regierende konservative Volkspartei wolle der Forderung nachkommen und das Verbot schon bald umsetzen und gelten lassen.
„Kapitulieren nicht“: Einwohner von Mallorca wollen Sauftourismus zurückdrängen
Denn Mallorca sei nicht immer für den Sauftourismus bekannt gewesen. Den Ballermann gebe es seit 45 Jahren, jedoch sei die Lage in den vergangenen zehn Jahren besonders eskaliert. „Jetzt ist die ganze Promenade zweieinhalb, drei Kilometer lang, von Leuten übernommen worden, die total besoffen sind. Das Schlimmste ist, dass die Leute auf der Straße feiern. Den ganzen Tag besoffen und sich übergeben“, so Ferrer, der nach der Corona-Pandemie zunächst davon ausgegangen sei, dass es sich hierbei um eine Ausnahme handeln würde.
Das Alkoholverbot soll ein positives Zeichen in Richtung Tourismus auf der Insel aussenden: „Wir kapitulieren nicht, sondern arbeiten weiter für einen qualitativ hochwertigeren Tourismus“, erklärt Ferrer. Die Bevölkerung der Insel hatte zuletzt immer wieder Maßnahmen getroffen, um den Tourismus zurückzudrängen. In einem Stadtviertel von Palma de Mallorca kämpfen Einheimische beispielsweise darum, Urlauber langfristig zu vertreiben. (bk/dpa)
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