Mehr als 10 Millionen Einwohner

Bangkok: Die Hauptstadt von Thailand

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Bankok, Wat Arun

Die Bevölkerung der Hauptstadt von Thailand besteht aus mehr als 10 Millionen Einwohnern. Bangkok ist Zentrum von Geschichte, Kultur und Politik Thailands.

Bangkok – Die Hauptstadt von Thailand liegt am Golf von Thailand, der über den Fluss Chao Phraya erreichbar ist. Die Bevölkerung liegt Schätzungen zufolge bei deutlich über 10 Millionen Einwohnern.

Bangkok: Geographie und wichtige Daten

Die Metropole am Chao Phraya hat nach aktuellen Schätzungen etwa eine Bevölkerung von 10,5 Millionen Einwohnern. In der Metropolregion, die auch die Vororte mit einschließt, leben demnach mehr als 14,5 Millionen Menschen. Mit fast 1.600km² Fläche der Kernstadt, ist Bangkok damit etwa doppelt so groß wie die deutsche Hauptstadt Berlin.

Der Name der Stadt in seiner heutigen Form ist in seiner Herkunft unbekannt. Allerdings hat die Stadt ebenfalls einen zeremoniellen Namen, der aus 169 Zeichen besteht und damit der längste Ortsname einer Hauptstadt auf der Welt ist. Übersetzt lautet er: „Stadt der Devas, große Stadt und Residenz des heiligen Juwels Indras, uneinnehmbare Stadt des Gottes, große Hauptstadt der Welt, geschmückt mit neun wertvollen Edelsteinen, reich an gewaltigen königlichen Palästen, die dem himmlischen Heim des wiedergeborenen Gottes gleichen, Stadt, die von Indra geschenkt und von Vishvakarman gebaut wurde. Es wird vermutet, dass sich der vereinfachte Name aus Bang (=Ort am Wasser) und Khok (=Hügel) zusammensetzt.

Die Politik in Bangkok wird von Gouverneur Chadchart Sittipunt geleitet, welcher zusammen mit der Stadtverwaltung die weitere Entwicklung der Hauptstadt Thailands plant und umsetzt. Die Metropole in Südostasien hat eine Geschichte, die von einem rapiden Wachstum charakterisiert ist. In den letzten 100 Jahren, ist die Bevölkerung von 450.000 Einwohnern auf 10,5 Millionen gestiegen. Das Klima in Bangkok ist klassifiziert als tropisches Savannenklima mit Monsunperioden. Die Temperatur liegt das ganze Jahr über ziemlich konstant bei knapp unter 30 Grad Celsius, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 73% im Jahresdurchschnitt und etwa 130 Regentagen im Jahr, wobei es von November bis April kaum regnet.

Bangkok: Frühe Geschichte Thailands und Stadtgründung

Die frühesten Funde auf dem Staatsgebiet des heutigen Thailand gehen zurück in die Jungsteinzeit und damit verbundene besondere Keramik, welche von Archäologen in der Provinz Udon Thani gefunden wurde. In dieser Zeit bestand die Region aus einzelnen Stadtstaaten die untereinander Handel trieben und mit der heutigen Kultur noch wenig zu tun hatten. Dabei handelte man bereits mit der ganzen Welt. In der ausgegrabenen Hafenstadt Khuan Lukpat wurden sogar römische Münzen mit mythischen Darstellungen entdeckt.

Im 6. Bis 9. Jahrhundert bildete sich in Thailand der erste organisierte Verbund von Stadtstaaten. Es gelang zum ersten Mal zusammenhängende Handelsräume und Administrationen zu schaffen. Der Name des Verbundes war Dvaravati und leitete sich von den Verdiensten des Königs Sri Dvaravati ab. Die Begründer der Kultur waren die buddhistisch geprägten Mon, die noch heute vorrangig im benachbarten Myanmar leben.

Die Tai-Völker, welche die Vorfahren der heutigen Thai-Bevölkerung sind, wanderten vermutlich über China und Nordvietnam in das heutige Gebiet Thailands ein. Die ersten Siedlungen im äußersten Norden Thailands gab es bereits im 8. Jahrhundert nach Christus. Die Tai waren wegen ihrer kriegerischen Stärke gefürchtet und organisierten sich bereits früh zusammen in Verbünden mit anderen Völkern, wobei sich stets die eigene Kultur durchsetzen konnte. Auch während der Vorherrschaft der Khmer im 9. Bis 11. Jahrhundert waren die Tai zwar teilweise versklavt und dienten zwangsweise in der Armee der Khmer, behielten doch stets ihre eigene Religion und Kultur bei. Das 13. Jahrhundert bezeichnen Historiker gemeinhin als „Jahrhundert der Tai“. Bis zum Jahr 1300 schafften es die Tai, fast das gesamte südostasiatische Festland gegen den Widerstand der Khmer und der Mon unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Geschichte Thailands beginnt also im 13. Jahrhundert mit dem Jahrhundert der Tai.

Das einflussreichste Königreich in Thailand nach dieser Phase war das Königreich Ayutthaya, welches von König Ramathibodi I. gegründet wurde und über Jahrhunderte die Politik des Landes bestimmte. Die Könige von Ayutthaya waren es auch, die Bangkok als Handels- und Verteidigungsposten im 15. Jahrhundert gründeten und für eine zunehmende Einigkeit unter des einzelnen Thai-Königreichen sorgten. Bangkok wurde im Jahr 1782 zu Beginn der, bis heute regierenden Chakri-Dynastie, zur Hauptstadt Thailands ernannt. Bis dato lag die Hauptstadt Thonburi gegenüber am Chao Phraya. Heute ist Thonburi ein Stadtteil von Bangkok.

Bangkok: Die moderne Hauptstadt

Nachdem der thailändische Adel die Kolonialmächte Ende des 17. Jahrhunderts des Landes verwiesen hatte, hielten westliche Einflüsse zur Mitte des 19. Jahrhunderts wieder Einzug im modernen Bangkok. Missionare, sowie Händler und Diplomaten besuchten die Stadt. Die Industrialisierung startete in Thailand mit der Befestigung der ersten Straßen und der Einführung der Dampfmaschine durch die Europäer. Die Stadtgrenzen erweiterten sich in dieser Zeit bereits deutlich.

Die Briten und Franzosen sicherten sich angrenzende Gebiete und das Königreich sah sich auch teilweise gezwungen einzelne Territorien an diese abzutreten. Eine Kolonialisierung fand jedoch in der Geschichte Thailands nie statt. Während des Zweiten Weltkrieges war Thailand jedoch für eine kurze Zeit von Japan besetzt, die zum Ende des Krieges im Jahr 1945 von britischen und indischen Truppen entwaffnet wurden. Nach dem Krieg zahlte sich die pro-westliche Haltung Thailands besonders für Bangkok aus. Die Amerikaner leisteten beträchtliche Entwicklungshilfe, um im Gegenzug Militärbasen zu errichten. Trotz des großen westlichen Einflusses in Politik und Wirtschaft und den Anstrengungen christlicher Missionare seit den 1850er Jahren, ist die Bevölkerung bis heute zu mehr als 90% buddhistischen Glaubens.

Bangkok: Politik

Die ehemalige Hauptstadt Thonburi und das heutige Bangkok waren bis ins Jahr 1972 noch administrativ getrennt. Dies wurde von der Politik durch eine Reihe von Beschlüssen geändert. Zudem wurde im Jahr 1975 eine gemeinsame Verwaltung ins Leben gerufen. Die Bangkok Metropolitan Administration verwaltet seit ihrer Gründung die Stadtregion Bangkok.

Der Gouverneur wird im Gegensatz zu den anderen 76 Provinzen Thailands alle vier Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt. Zusätzlich zur Stadtregierung, gibt es noch einen Stadtrat, der die Stadtregierung kontrolliert und aus 50 gewählten Mitgliedern besteht. Seit 2013 unterhält Bangkok eine Städtepartnerschaft mit Phnom Penh in Kambodscha, was aufgrund der Geschichte beider Staaten ein großer Schritt ist.

Bangkok: Wirtschaft

Die Hauptstadt ist das absolute Zentrum des Außenhandels in Thailand. Mehr als 90% des internationalen Handels laufen über die Flug- und Seehäfen Bangkoks. Nicht nur nationale, sondern auch immer mehr internationale Konzerne haben einen Sitz in Bangkok. Dazu gehören Unternehmen wie Toyota, Unilever, Sony und Philips.

Die wichtigsten Exportwaren Bangkoks sind Lebensmittel, Holz und Textilien. Durch die strategisch günstige Lage ist Bangkok auch für den nationalen Verkehr zum Knotenpunkt geworden. Die Verortung kurz vor der Mündung des Chao Phraya in den Golf von Thailand und die Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden des Landes sorgt seit jeher in der Geschichte Thailands für ein großes nationales Handels- und Umschlagsaufkommen in der Hauptstadt und viele Arbeitsplätze für die Bevölkerung, weshalb der Status als Generalumschlagplatz für Waren auch von der Politik gefördert wird.

Bangkok: Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Tourismus ist einer der größten Wirtschaftszweige in Bangkok. Die Stadt gilt als eine der meistbesuchten Städte der Welt. Der Suvarnabhumi Airport in Bangkok ist ein wichtiges Drehkreuz in Asien und fertig jährlich knapp 50 Millionen Passagiere ab. In Bangkok gibt es viele Tempelanlagen, die für Bevölkerung und Geschichte bedeutsam sind. Die wichtigsten sind:

  • Wat Phra Kaeo: Ehemaliger Tempel des Königspalastes
  • Wat Pho: Ebenfalls eine alte königliche Anlage, auch ‚Großer Palast‘ genannt
  • Wat Arun: Der ‚Tempel der Morgendämmerung‘ ist Bangkoks Wahrzeichen
  • Wat Benchamabophit: Tempelanlage neben der Residenz des Königs

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