- VonAnna-Lena Kiegerlschließen
Am Brennerpass wird es wohl ab 2025 eine neue Baustelle geben. Bereits ab Januar soll die Luegbrücke aus Sicherheitsgründen nur noch einspurig befahrbar sein.
Wien – Urlauber, die zu den Hauptreisezeiten über den Brenner fahren, dürften Staus bereits bekannt sein. Jedoch könnten sich diese in Zukunft häufen, denn wie Autobahnbetreiber ASFINAG mitteilte, soll die Luegbrücke ab 2025 erneuert werden. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird die Brücke ab 1. Januar 2025 nur noch einspurig befahrbar sein. Viele befürchten ein Verkehrschaos – noch im Juli 2024 soll ein Test stattfinden.
Ab Januar 2025 nur noch einspurig befahrbar: Brenner-Brücke muss saniert werden
Dass die Brücke erneuert werden muss, ergaben noch laufende Brückenprüfungen, die im April begannen und deren Beendigung für Ende Juli erwartet werden. Wie die ASFINAG in einer Pressemitteilung erklärt, sei die Brücke am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Aus diesem Grund wird die Brücke ab ersten Januar aus Sicherheitsgründen nur noch auf einer Spur befahrbar sein. „Die Sicherheit auf unseren Straßen hat oberste Priorität“, erklärt die österreichische Klimaschutzministerin Leonie Gewesseler.
Die Änderung auf eine Spur und die Lastreduktion seien notwendig, um die Luegbrücke überhaupt am Leben zu erhalten, so ASFINAG-Bauvorstand Hartwig Hufnagl. Im September soll ein Maßnahmenpaket vorgelegt werden, um die Menschen zu entlasten.
„Gemeinsam mit der ASFINAG und dem Land Tirol entwickeln wir daher bis September umfangreiche Maßnahmen. Von einer teilweisen, zweispurigen Verkehrsführung an Starkreisetagen bis zu zusätzlichen Angeboten im öffentlichen Verkehr“, so Gewesseler. An verkehrsstarken Tagen, zum Beispiel an Wochenenden, könnte also eine zweispurige Befahrung der Brücke möglich sein, dann jedoch nur unter strengen Sicherheitsvorschriften, worunter beispielsweise eine eingeschränkte Gesamtgewichtsbelastung zählt.
Sanierung an der Brenner-Autobahn: Maßnahme gegen Staus soll im Juli getestet werden
Im Falle einer Zweispurigkeit soll der LKW-Verkehr die Mitte der Brücke befahren und der restliche Verkehr auf die rechte Seite konzentrieren. Das berichtet Südtirol News unter Berufung auf die österreichische Presseagentur. Der Grund dafür ist, dass die Belastbarkeit der Brücke auf der Innenseite höher ist. Diese Maßnahme soll noch im Juli 2024 zweiwöchig getestet werden. Dabei ist es das Ziel, ein Tempo von 60 km/h zu ermöglichen.
Im Idealfall soll die Brückenerneuerung im Frühjahr 2025 beginnen. Bis zur Fertigstellung des ersten Brückentragwerks, das voraussichtlich zweieinhalb bis drei Jahre dauern wird, ist die einspurige Verkehrsführung nötig. Zweispurig wird sie wahrscheinlich also erst wieder zwischen 2027 und 2028 befahrbar sein. Im Jahr 2030 soll die Brücke dann fertiggestellt werden.
Auch aus Deutschland kommen Stimmen zur geplanten Sanierung. So kritisiert Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter die Pläne: „Wir brauchen jetzt dringend ein tragfähiges Konzept, um die A13 auch während der Sanierung bestmöglich nutzen zu können.“ Der bayerische Minister forderte Gespräche mit Tirol über eine Aufweichung des Nachtfahrverbots in der Region: „Wir steuern sonst sehenden Auges auf ein jahrelanges Verkehrschaos zu!“ (kal/dpa)
Rubriklistenbild: © Imago/Ulrich Wagner
